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Wollbach bei Bad Neustadt an der Saale
Fußball Relegation

Ausnahmezustand beim RSV Wollbach

Wenn am Sonntagabend der VfR Stadt Bischofsheim und die DJK Waldberg die Klingen kreuzen, hält die ganze Rhön den Atem an.
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Auf die Waldberger Defensive kommt einiges zu: Jan Pistor (links) und seine Nebenleute müssen den starken Bischofsheimer Angriff stoppen. Bei einem Sieg gibt es zur Belohnung den letzten freien Platz in der Kreisliga Rhön.  Foto: Rudi Dümpert
Auf die Waldberger Defensive kommt einiges zu: Jan Pistor (links) und seine Nebenleute müssen den starken Bischofsheimer Angriff stoppen. Bei einem Sieg gibt es zur Belohnung den letzten freien Platz in der Kreisliga Rhön. Foto: Rudi Dümpert
Der Trainer des VfR Stadt Bischofsheim, Rainer Graumann (45), gebraucht bei seinem Rückblick auf das Spiel der ersten Relegationsrunde um einen Platz in der Kreisliga Rhön gegen die DJK Schondra - 7:6 (3:3, 0:0 nach Elfmeterschießen - die Worte "sehr emotional". Was wird das dann erst am Sonntagabend, wenn es ab 18 Uhr beim RSV Wollbach gegen die DJK Waldberg um den letzten freien Platz in der Kreisliga Rhön geht. Auf deren Trainerstuhl sein ehemaliger Teamkollege bei der DJK zu erfolgreichen Zeiten in der Landesliga Nord, Benjamin Holzheimer, sitzt. Graumann spricht natürlich auch vom Spielverlauf, "bei dem ich tausend Tode gestorben bin. Wenn man solche Dramatik als neutraler Zuschauer geboten bekommt, dann genießt man das. Bei den Spielern, Fans und natürlich auch bei mir hinterließ das ganz andere Spuren."

Wenn man nach 0:2-Rückstand in der 81. und 90.
Minute noch den Ausgleich schafft, gehört dazu wirklich eine gute Moral, aber auch eine Portion Glück. Was sich nach der 3:2-Führung in der Verlängerung durch das Eigentor zum 3:3 wieder ausglich. Vor dem Elfmeterschießen war Graumann aber optimistisch: "Wir haben mit Martin Sterzinger einen guten Tormann, der in den letzten Ligaspielen vier Elfmeter gehalten hatte. Gut, man muss seine eigenen auch erst rein bringen."

Holzheimer, der Beschwörer

Auch beim Trainer der DJK Waldberg, Benjamin Holzheimer (33), wirkte das "Erlebnis vor der Wahnsinnskulisse von 1700 Zuschauern" auf dem Sportplatz in den Hofwiesen von Bad Neustadt noch nach. Auch er beschwört vor dem kommenden vor kaum weniger Zuschauern die Moral, die seine Mannschaft gegen starke Eibstädter bewiesen und das Spiel letztlich doch, wenn auch knapp, verdient für sich entschieden habe. "Es war ein verdienter Sieg, weil wir mehr investiert haben. Wir mussten uns nach dem 0:1 erst eine Viertelstunde lang schütteln, hätten da sogar das 0:2 fangen können. Meine Mannschaft ist aber nicht nur mental, sondern auch physisch extrem stark, so dass sie 120 Minuten lang Power geben kann. Ich will nicht überheblich sein, aber wir hätten auch gegen vollzählige Eibstädter gewonnen. Ich weiß auch nicht, ob deren Tormann Simon Brennfleck jemals in seinem Leben noch so viel hält."

Dass diese beiden Mannschaften vom Kreuzberg sich ausgerechnet in so einem wichtigen Spiel, wenn überall drum herum Pause ist, zum "Rhön-Knaller" treffen, wird natürlich die Fans mobilisieren und zusammen mit den Neutralen aus der Region Wollbach in Ausnahmezustand versetzen. Parksituation und Zuschauerkapazitäten am RSV-Sportplatz beschäftigen Benjamin Holzheimer mitnichten. Ebenso wenig will er sich mit dem Gegner, personell und vom Spielsystem her, beschäftigen. "Das habe ich ein Mal gemacht und es ist in die Hose gegangen. Wir spielen unser Spiel und schauen nach uns. Ich sage meinen Spielern: Spielt euren Fußball, so wie ihr es könnt. Spielen wir gut, gewinnen wir, spielen wir schlecht, verlieren wir. Aus, fertig. Wir müssen nicht, wir können, wir wollen nur noch den letzten Schritt machen."

Zwei Trümpfe mehr

Vom Personellen her hat Benny Holzheimer zwei Trümpfe mehr in der Hand: Jonas Metz ist aus dem Urlaub zurückgekommen, Bastian Krapf hatte eine Woche mehr Behandlungszeit und wird wenigstens für einen Kurzeinsatz fit genug sein. "Deshalb kann ich sagen, ich habe alle Mann an Bord. Und auf die Festtagsstimmung auf dem schönen Wollbacher Platz freuen wir uns schon alle."

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