Oerlenbach
Geburtstag

Alfred Kanz: Ein Fußballverrückter wird 70

Alfred Kanz hat den FC Rottershausen in den vergangen fünf Jahrzehnten wesentlich geprägt. Selbst seinen Ehrentag verbringt er teilweise am Spielfeldrand.
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Das waren Zeiten: 1983 feierten Alfred Kanz (oben) und seine Mannschaftskameraden ausgelassen den Aufstieg in die Bezirksliga West. Foto: Archiv/FC Rottershausen
Das waren Zeiten: 1983 feierten Alfred Kanz (oben) und seine Mannschaftskameraden ausgelassen den Aufstieg in die Bezirksliga West. Foto: Archiv/FC Rottershausen
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Alfred Kanz und der FC Einigkeit Rottershausen - schicksalhafter kann eine Verbindung nicht sein. Nur wenige haben den Verein so geprägt wie er: als Spieler, Spielertrainer, Trainer, Jugendcoach, Abteilungsleiter und als immer noch gefragter Experte. Nun feiert Kanz seinen 70. Geburtstag. Und wen wundert's: Auch an dieser Feier geht der Fußball nicht vorüber.

"Nur ein fitter Spieler kann sein fußballerisches Potenzial ausschöpfen." So bringt Jörg Wetterich den Kanz'schen Leitspruch auf den Punkt. Wetterich ist aktuell Abteilungsleiter Fußball beim FC und damit einer der Nachfolger des Rottershäuser Urgesteins. Kanz sei ein Übungsleiter der alten Schule gewesen, der sich aber nie neuen Systemen verschlossen habe.

"Sein Training war nie ein Zuckerschlecken; trotzdem mögen ihn alle", erinnert sich Wetterich an eigene Erfahrungen. Diagonal-Sprints, Treppensteigen und Bergläufe seien Kanz nicht fremd gewesen. Doch er habe immer eine besondere Art gehabt, mit den Spielern umzugehen. "Der Fred ist ein Fußballverrückter und für den Verein wertvoll, weil er ganz andere Ansichten hat als andere. Er denkt immer im Großen, nie im Kleinen."

In der Tat liest sich Kanz' Karriere beim FC Rottershausen beeindruckend. Von 1970 bis 1973 fungierte er als Jugendtrainer. Dann übernahm er die 1. Mannschaft und coachte sie bis 1985. In dieser Zeit brachten Kanz und seine Mitstreiter den Verein von ganz unten (C-Klasse Schweinfurt) bis ziemlich weit nach oben: 1983 gelang der Aufstieg in die Bezirksliga West. Dort hielt sich der FC Rottershausen unter Kanz, der selbst noch mitspielte, eine Saison; in der zweiten stieg er unter einem anderen Trainer ab, wurde bis in die A-Klasse durchgereicht.

In den 1990er- und 2000er-Jahren sprang Kanz bereitwillig ein, wenn ein Interimstrainer gesucht wurde. Daneben füllte er weitere Ämter im Verein aus: Abteilungsleiter, Kassier, Schriftführer, Revisor, Mitglied im Festausschuss sowie Trainer verschiedener Nachwuchs-Mannschaften im Verein. 2017 und 2018 durfte er gemeinsam mit seinem Sohn Johannes die Rottershäuser 1. Mannschaft in der Kreisklasse betreuen. In der aktuellen Saison vertrat Kanz die ersten drei Monate den beruflich verhinderten eigentlichen Trainer Alexander Schott bei den Dienstagstrainings. Übrigens: Vor zehn Jahren trainierte Kanz den jetzigen Kölner Fußballprofi Johannes Geis, der gemeinsam mit seinem Sohn Johannes in der U15 des TSV Großbardorf kickte.

"Fußball ist sein Leben und sein Herz. Er leidet immer mit der Mannschaft mit", sagt auch Ehefrau Gabriele Kanz. Sie beschreibt ihren Mann, mit dem sie 46 Jahre verheiratet ist, aber auch als Familienmenschen.

Mit ihren Leidenschaften - bei ihr ist es die Musik - seien sich beide nie in die Quere gekommen. Beide führen das Apart-Hotel "Haus Hohenzollern" in Bad Kissingen. Stolz sei ihr Mann auf seinen Sohn, der beim Bayerischen Fußballverband in München in der Marketingabteilung arbeite.

Auch rund um seinen Geburtstag lässt Alfred Kanz der Fußball nicht los. Ausgerechnet am Tag der offiziellen Feier sieht der Spielplan das Derby seiner Rottershäuser bei der DJK Weichtungen vor. Logisch, dass der dann 70-Jährige sein Team ab 16 Uhr am Spielfeldrand unterstützt. Danach wird er sich zu seiner eigenen Feier gesellen.

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