Hammelburg
Volleyball

Zwei glatte Heimsiege der Hammelburger Volleyballer

Die Saaledamen lassen sich auch von ihrem anhaltenden Verletzungspech nicht aus dem Konzept bringen. Die Männer von Tado Karlovic revanchieren sich gegen Zschopau. In den entscheidenden Phasen nervenstark.
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Erfolgreicher Hammelburger Angriff: Christine Fell (6) stellt für Christin Heim, die gegen Katzwang vollendet. Foto: Hopf
Erfolgreicher Hammelburger Angriff: Christine Fell (6) stellt für Christin Heim, die gegen Katzwang vollendet. Foto: Hopf
TV/DJK Hammelburg - VC Katzwang-Schwabach 3:0 (34:32, 25:23, 25:19).
Das Verletzungspech der Saale damen nimmt in dieser Saison kein Ende. Schon im ersten Satz beim Stand von 7:8 knickte Tabea Lang um, Weitermachen unmöglich. "So ist es leider in so einem Seuchenjahr, sie war eine unserer besten und erfolgreichsten Angreiferinnen der letzten Wochen", stöhnte Trainer Frank Otter, der keine Annahmespielerin mehr auf der Bank hatte, da Katharina Pfennig sich am Freitag im Training ebenfalls verletzt hatte und Paula Hepp in der 2. Mannschaft spielte. So musste Otter Laura Schmitt, die noch nicht wieder voll von ihrem Sprungelenksbruch genesen ist, auf der für sie vollkommen ungewohnten Annahmeposition einsetzen.
"Was folgte, waren recht wirre und unkonventionelle Liberawechsel und eine Aufstellung, die es so noch nie gab", berichtete Frank Otter.
Aber gerade das Unheil in Form der Verletzung von Tabea Lang schweißte das Team noch mehr zusammen. "Hier zeigte sich in kritischen Phasen die Klasse der Mannschaft", sah Otter, dass seine Saaledamen mit viel Spaß am Spiel und leidenschaftlichem Einsatz den Kampf annahmen. Sie steckten die zahlreichen eigenen Aufschlagfehler (bei 23:21, 27:26 und 30:30) weg und gewannen den an Dramatik nicht zu überbietenden ersten Satz mit 34:32. "Überragend agierte dabei Laura Schmitt, die aus allem, was sie im Angriff anfasste, Gold machte und mit ihrem Team mehrere Satzbälle des Gegners abwehrte", hob Co-Trainer Thomas Oschmann eine Spielerin hervor .

Stetige Steigerung

Im zweiten Satz bekamen die Einheimischen früh Zugriff auf den Gegner. Beeindruckt zeigte sich Frank Otter davon, wie sich Christin Heim in den letzten Wochen und Monaten "zur überragenden Annahmespielerin des Teams gemausert hat und die Doppelbelastung aus Annahme und Mittelblock scheinbar locker verkraftet". Gemeinsam mit der fulminant aufspielenden Maxi Bindrum in der Feldverteidigung versorgte sie Christine Fell mit Bällen, die ihrerseits die Angreiferinnen in beste Positionen brachte. Bis zum 24:19 war alles in Butter, ehe der Kampfgeist und die gute Blockarbeit der Gäste das Spiel nochmal spannend machte (23:24). "Auch hier entschied am Ende die Nervenstärke und das kleine bisschen Glück, dass du hast, wenn du nicht im Tabellenkeller stehst, den Satz für uns", analysierte der Coach.
Der dritte Satz verlief wie der zweite. Mit der Einwechslung von Katja Vogler für Carina Keilholz - "eine Kranke für die andere" (O-Ton Otter) - setzten sich die Gastgeber früh ab. Über 8:5 und 17:11 ging es in den Endspurt. Besonders die Abwehrarbeit von Katharina Weh ner und Jana Baumgart hat dem Trainer in dieser Phase gefallen. Selina Helfmann kam zu ihrem ersten Regionalligaeinsatz. In der letzten Auszeit des Gegners (14:21) schwor sich das Team nochmal ein, es diesmal nicht spannend zu machen - und es hat geholfen. "Zweimal 3:0 zum Rückrundenstart und das trotz widrigster Umstände; dazu zwei Siege der 2. Damenmannschaft in der Bezirksliga, was will man mehr", freute sich Frank Otter, der noch mehr erwartet. "Ich sage es euch - eine gesunde und verletzungsfreie Mannschaft ... Gute Besserung Tabea!" Dem kann sich die Sportredaktion nur anschließen.

TV/DJK Hammelburg - TSV Zschopau 3:0 (25:23, 29:27, 25:17).
Wort gehalten und Zschopau glatt geschlagen. Die Hammelburger Männer schreiben weiter an ihrer Erfolgsgeschichte. Zahlreiche Fans, auch von auswärts, waren gekommen, um die Höhenflieger unter die Lupe zu nehmen. Ist die Mannschaft wirklich schon so abgezockt, wie sie über weite Phasen des Spiels wirkt? Wenn es mal nicht so läuft, wie zu Beginn des ersten Satzes (2:6), wird einen Gang hochgeschaltet und schon steht es 8:6. Ist Volleyball so einfach? Ganz sicher nicht, man muss nur genauer hinschauen. Das Miteinander auf dem Platz, die Anweisungen des Trainergespanns Tado Karlovic und Frank Jansen, die Spieler, die momentan nicht spielen - all das ist eine sehr homogene Einheit. Der Teamspirit der Truppe ist phänomenal. Meckern, Schuldzuweisungen bei Fehlern - von den es gegen Zschopau besonders in der Abwehr so einige gab - oder gar Ausraster, nichts davon ist zu beobachten. Die Erwartungen auf der immer besser besetzten Tribüne sind gestiegen, vereinzelt gab es von Außen leise Kritik an der einen oder anderen Aktion. Doch die Jungs auf dem Platz ficht das nicht an, die ziehen ihr Ding durch.
Obwohl es wiederholt eng wurde. So zum Ende des ersten Satzes, als es 23:23 stand, obwohl man schon 20:16 vorne lag. Die folgende Annahme passte, Henning Schulte nagelte den Ball von Außen ins gegnerische Feld, ging beim Matchball zum Aufschlag und Zschopau wehrte ins Aus ab - Sack zu. Und dann fragt man sich, das hätte doch auch ins Auge gehen können? Doch dieses Gefühl haben die Hammelburger Spieler zu keinem Zeitpunkt vermittelt, die Körpersprache sagte eindeutig - wir haben das im Griff.
Im zweiten Durchgang verlief das Match ähnlich, den großen Glanz verbreiteten die Saale männer nur von Zeit zu Zeit, gerieten regelmäßig in Rückstand. Dass immer wieder zu drehen verlangt Können, das durchaus vorhanden ist, doch man braucht in den entscheidenden Situationen auch das nötige Quäntchen Glück. Das wiederum steigert das Selbstbewusstsein, plus Teamspirit und man hat neben der spielerischen Klasse die nötigen Komponenten für das Erfolgsgeheimnis. Ende zweiter Satz, Hammelburg lag 26:27 hinten, Zschopau hatte Satzball, die Annahme von Libero Lukas Spachmann ging zu Aldin Dzafic, der zu Felix Bendikowski stellte und der Kapitän verwandelte kompromisslos. Nach Aufschlag von Henning Schulte und erneutem Zuspiel von Aldin Dzafic, der über weite Strecken des Spiels variantenreich stellte, schweißte diesmal Oscar Benner den Ball ins Zschopauer Feld. Matchball Schulte, Abwehr aus - siehe erster Satz.
Der Widerstand war gebrochen, auch wenn es im dritten Satz noch einige schöne Ballwechsel gab. Die Hammelburger bleiben Herr im eigenen Haus. "Da musste ich kräftig wechseln, um die Spannung im Team hoch zu halten", erklärte Tado Karlovic warum er noch den angeschlagenen Michael Schottdorf und die Youngster Lorenz Karlitzek und Felix Tolle brachte. Die Hammelburger Überlegenheit beeinträchtigte das nicht. "Wir haben letztendlich klar gewonnen, das zählt", betonte Karlovic. Und für ein 3:0 sind eineinhalb Stunden eine lange Spielzeit", ergänzte er mit einem breiten Grinsen. Im Training wird dann wieder für die nötige Bodenhaftung gesorgt.
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