Hammelburg
Volleyball Regionalliga

Wertvolle Siege für Hammelburgs Volleyball-Elite

Hammelburgs Herren bleiben nach einer starken Vorstellung gegen den TSV Grafing Tabellenführer, während die Saaledamen mit dem unerwartet deutlichen Sieg über Marktoffingen Abstiegs-Ängste locker zur Seite schieben.
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Die blaue Wand steht: Für die gelungene Aktion am Netz verantwortlich sind die Hammelburger (von links) Stefan Böhm, Michael Schottdorf, Henning Schulte und Moritz Karlitzek. Foto: ssp
Die blaue Wand steht: Für die gelungene Aktion am Netz verantwortlich sind die Hammelburger (von links) Stefan Böhm, Michael Schottdorf, Henning Schulte und Moritz Karlitzek. Foto: ssp
TV/DJK Hammelburg - TSV Grafing II 3:0 (25:17, 25:23, 25:19)

Schnell entwickelte sich die Partie in eine Richtung. Bis zum 6:6 war allgemeines Warmspielen angesagt, dann stellte Henning Schulte mit seiner Aufschlagserie zum 12:6 die erste Weiche. Aus dem Rückraum heraus lieferte Stefan Böhm kontinuierlich Punkte. "Der hat die Fahne richtig hoch gehalten", sagte Hammelburgs Coach Karlovic, der einen ruhigen Satz erlebte. Doch so einfach sollte es gegen ersatzgeschwächte Gäste nicht weitergehen. Grund hierfür waren viele Eigenfehler und Grafinger, die durchaus erfolgreich höheres Risiko wagten und im zweiten Satz mit 21:19 führten. Karlovic nahm seine letzte Auszeit, danach schlug Moritz Karlitzek am Netz zweimal knallhart longline zu (21:21). In der heißen Endphase gingen die Grafinger an ihren technischen Fehlern zu Grunde, weil Ralf Kaiser, der erste Schiedsrichter, viel Wert auf technische Sauberkeit legte.

"Wir haben uns fast selbst geschlagen", haderte Karlovic mit der hohen Fehlerquote seines Teams, das im dritten Durchgang wieder Zugriff auf das Spiel bekam. Grafing brach dagegen in Annahme und Abwehr ein. Selbst Hammelburgs Zuspieler Oliver Möller stellte zweimal in Folge am Netz seine altbekannten Qualitäten als Angreifer erfolgreich unter Beweis. Relativ unspektakulär brachte der TV/DJK diese Pflichtaufgabe am Ende über die Bühne und behält damit seine weiße Weste.

"Damit sind wir Herbstmeister", freute sich Trainer Karlovic, der schon geistig bei der nächsten schwierigen Partie in Lohhof ist, der letzten für dieses Jahr. "Die Vorbereitung beginnt schon morgen." Zuvor jedoch lobte Hammelburgs Übungsleiter die Leistung seines erst 15-jährigen Nachwuchsspielers Oscar Benner, der den letzten Satz durchgespielt hat. "Er hat wieder einmal seine Sache als Joker gut gemacht."

TV/DJK Hammelburg - FSV Marktoffingen 3:0 (25:21, 25:22, 25:19)

Bis zum 9:9 hielt sich am Netz die Waage, ehe die Gäste aus Schwaben mit 12:9 in Führung gingen. Es kam die Zeit der Franziska Schlumprecht, die mit ihren Aufschlägen Marktoffingen in die Enge trieb. Begleitet von einem effektiven Block, schmetterten sich die Saaledamen mit 17:12 nach vorne. Da nützten auch zwei Auszeiten des Kontrahenten nichts, um Schlumprecht aus der Ruhe zu bringen. Sie war es auch, die den Satzball am Netz auf der Position vier verwandelte.

Ohne Unterbrechung ging die Partie auf hohem Niveau weiter. Trotz der starken Aufschläge des FSV hatte die Annahme der Unterfranken kaum Probleme, diese zu parieren. "Man hat deutlich gesehen, zu was man fähig ist, wenn die Annahme konsequent gut kommt", sagte TV/DJK-Trainer Frank Otter. Diesmal wurde fast auf jeden Ball eingedroschen, auch wenn er mal nicht optimal stand. Die Risikobereitschaft zahlte sich aus. Marktoffingen hatte kaum Luft zu atmen und war immer in der Abwehr beschäftigt. Hammelburg lag im zweiten Satz zwar stets vorne, doch wurde es beim 23:22 wieder elend knapp. Diagonalangreiferin Katharina Wehner platzierte einen Ball passgenau in die hintere Ecke des gegnerischen Feldes (24:23). Danach schlug sie gut auf und hämmerte
im Gegenzug ihren Rückraumangriff zurück.

Noch gab es für Trainer Otter kein Durchatmen, selbst beim 13:7 im dritten Satz nicht. "In der vergangenen Saison hatten wir auch 2:0 nach Sätzen und 21:17 im dritten Durchgang geführt." Damals endete die Begegnung in einem Tie-Break-Debakel. Und auch diesmal wurde Marktoffingen durch eine Aufschlagsserie wieder aktiv, verkürzte auf 11:13. Erst ein unsauber gespielter Ball, der vom Schiri geahndet wurde, beendete die Serie. FSV-Trainer Josef Wizinger sah dies freilich anders und tat dies lauthals Kund. Als der Gäste-Coach dem Referee Absicht unterstellte, folgte die Bestrafung mit Punktgewinn für den TV/DJK. Damit war der Kampfgeist der Saaledamen geweckt. Zuspielerin Christine Fell war so oft in der Abwehr aktiv, dass sie kaum zum Stellen kam. Doch mit einer Mischung aus Abwehrschlacht, Blockerfolgen und Risikofreude am Netz machten die Hammelburgerinnen den 3:0 Erfolg perfekt.

"Wir hatten bis zum 13:10 im dritten Satz keinen einzigen Annahmefehler", lobte Otter, der vor allem Libera Denise Roy hervorhob. Auch seine Zuspielerin blieb vom Lob nicht verschont: "Die hat gezeigt, was in der Abwehr in ihr steckt", so der Coach. Mit der gezeigten Leistung und dem Drei-Punkte-Sieg ist der kurzzeitigen Sorge um den Klassenerhalt eine klare Absage erteilt.
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