Nüdlingen

Torfrau Pia Kunzmann hat Talent und arbeitet hart

Sogar in der Bayern-Auswahl hat Pia Kunzmann gespielt. Die junge Torfrau der SG Garitz/Nüdlingen hat eine klasse Quote bei Siebenmetern und besitzt die Fähigkeit, sich auf den Punkt zu konzentrieren.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein starker Rückhalt im Tor der SG Garitz/Nüdlingen: Pia Kunzmann.  Foto: Hopf
Ein starker Rückhalt im Tor der SG Garitz/Nüdlingen: Pia Kunzmann. Foto: Hopf
Lernen als Dauer-Zustand. Bei Pia Kunzmann ist das so. Weil die 17-Jährige im Münnerstädter Gymnasium gefordert ist. Und beim Handball sowieso. Viermal in der Woche Nachmittags-Unterricht, Training sowie Spiele mit der A-Jugend und den Landesliga-Frauen der SG Garitz/Nüdlingen (1./34:6). Mehrfach-Belastungen, die an den Kräften zehren. "Nach einem aufregenden Wochenende will man nur noch schlafen. Aber das geht dann nicht, weil einem so vieles durch den Kopf geht", sagt Pia Kunzmann. Die Torfrau, auf die ihr Trainer so große Stücke hält. "Pia ist eine fleißige junge Dame mit viel Talent, Bodenhaftung und großem sportlichen Ehrgeiz. Wenn sie ins Spiel kommt, hat sie ihre Sache immer gut gemacht", sagt Harun Tucovic.

Von Beginn an gerne im Tor

Durch das von Schule und Verein getragene Kooperations-Modell "Sport nach Eins" kam Pia Kunzmann zum Handballsport.
"Das war in der dritten oder vierten Klasse. Das hat mir gleich super gefallen und schnell war ich dann auch im Verein", erinnert sich die Nüdlingerin, die sich mit der Position zwischen den Pfosten sofort anfreunden konnte. "Wir waren damals so viele beim Training, und von den anderen wollte keiner ins Tor. Ich habe das gerne gemacht." Ob man für diese Position etwas verrückt sein muss? Pia Kunzmann möchte es nicht leugnen, aber auch nicht zu hoch hängen. "Man darf halt keine Angst vor den Würfen haben, höchstens Respekt. Außerdem habe ich zu meiner Mannschaft immer volles Vertrauen." Eine Phase gab es, in der Pia Kunzmann Motivations-Probleme bekam. "Ich hatte mich gelangweilt, weil so wenig aufs Tor kam. Aber das hat sich in der neuen Altersstufe dann schnell wieder geändert."

Beharrlichkeit und Trainingsfleiß sollten sich auszahlen. Über die Unterfranken-Auswahl ging es in die Bayern-Auswahl. Treffpunkt der weißblauen Talente war die Sportschule in Oberhaching. "Erst wollte ich da nicht hin. Ich war die Einzige aus Unterfranken, und das war doch ganz schön weit und anstrengend. Aber ich konnte mit einer Trainerin von Würzburg aus fahren und habe dort wahnsinnig viel gelernt und tolle Leute getroffen."

Wertvolle Tipps von der Kollegin

Im Alter von 16 Jahren endete diese Förderung, von der unter dem Strich auch die Spielgemeinschaft profitiert. "Mit Pia und Stephanie Piske haben wir unterschiedliche Torwart-Typen, die sich super ergänzen", findet Harun Tucovic. Und die sich gegenseitig motivieren. "Wir haben ein klasse Verhältnis und ich bekomme immer wieder Tipps von ihr", freut sich Pia Kunzmann. Keine Seltenheit, dass das Duo selbst entscheidet, wer im Tor beginnt. "Ich habe da volles Vertrauen in beide und unterscheide nicht zwischen einer Nummer eins und Nummer zwei. Beide wissen aber auch, dass wir leistungsorientiert arbeiten und die letzte Entscheidung immer der Trainer haben muss", betont der Coach.

Gute Nerven

So speziell wie die Position, ist auch das Training. Intensives Dehnen ist Grundvoraussetzung. "Das Torwart-Training hat viel gebracht", findet die Schülerin, die "gute Nerven und Konzentrations-Stärke" als eigene Vorzüge sieht. Und die eine echte Siebenmeter-Killerin ist. "Als Torfrau kann man da ja eigentlich nur gewinnen. Aber ich versuche immer, alles um mich herum auszublenden." An den Schwächen wird hart gearbeitet. "Ich bewege mich bei den Würfen von Außen mitunter noch zu früh oder drehe mich nach hinten weg, was nicht ideal ist. Aber das ist schon viel besser geworden." Für emotionale Ausbrüche und aggressives Faustballen ist die 17-Jährige nicht zu haben. "Ich bin eher der ruhige Typ und feiere mich nicht selbst. Entscheidend ist und bleibt die Konzentration." Auch wenn es in die heiße Phase der Saison geht, bleibt Pia Kunzmann gelassen. "Ich gebe immer das Beste. Dann sehe ich ja, was dabei herauskommt. Druck macht sich die Torfrau höchstens, "wenn der erste Ball gleich ins Tor geht".

Die Fans sind gefordert

Die richtige Mischung aus Lockerheit und Konzentration wird die SG Garitz/Nüdlingen brauchen für das Duell gegen die SG Mintraching/Neutraubling (7./22:18). "Das Hinspiel haben wir ja verloren. Und nach einem Tief vor Weihnachten ist der Gegner wieder im Aufwind, hat zuletzt auch Cadolzburg geschlagen", weiß Tucovic, der aufgrund der Ausfälle von Anna Kleinhenz, Anna Zimmer, Manuela Schäfer, Claudia Pfleger und Anna-Lena Paech stark improvisieren muss. Und umso mehr auf die Rückendeckung von der Tribüne hofft. "Wir brauchen die Zuschauer auf der Zielgeraden zur Meisterschaft."
In der nächsten Saison kann Pia Kunzmann immer noch A-Jugend spielen, wird also weiter mit der Doppelbelastung leben und viel Energie für ihr Hobby investieren müssen. Die Zeit für die Faschings-Garde, die Wasserwacht oder das Voltigieren fehlt mittlerweile. "Aber Handball ist mein Leben."
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren