Idyllisch im Wald versteckt liegen die vier Sandplätze und das Clubheim des TC Garitz 1971. Die Luft ist angenehm kühl und die Straße noch etwas nass vom Regen. Der Lärm der in 300 Meter Entfernung auf dem Westring vorbeifahrenden Autos dringt nur gedämpft zu dem Tennisgelände herüber. Inmitten von Vogelgezwitscher und Blätterrauschen herrscht reger Betrieb auf dem Tennisgelände, denn die Damen-40- Mannschaft trainiert gerade mit Coach Emil Dascalu.
Dass die Tennisplätze in Garitz wieder stärker genutzt werden, ist in wesentlichem Maße Dascalu zu verdanken. Er hat dem Club eine Frischzellenkur verpasst. "Der Verein war am kaputt gehen", schildert Sportwart Karin Hoppe die Situation vor 2008. Nach seinem Ausscheiden beim TC Rot-Weiß Bad Kissingen habe er als Trainer in Garitz angefangen und betreibe dort seitdem seine eigene Tennisschule. Mit Dascalu kamen neue Mitglieder, anfangs viele vom TC Rot-Weiß, später auch von anderen Vereinen aus der Gegend. "Der Zeitpunkt für Garitz hat einfach gepasst", bestätigt der gebürtige Rumäne Dascalu. "Die Integration in den Verein verlief vollkommen problemlos", findet Hoppe, die ebenfalls 2008 neu nach Garitz kam und dort mittlerweile ihre vierte Saison bestreitet. Die Spieler hätten sich untereinander größtenteils schon vorher gekannt, von Freundschaftsspielen beispielsweise. Von daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass beim TC Garitz ein reges Vereinsleben abseits des Tenniscourts stattfindet: Egal ob Saisoneröffnung, Sommerfest, Herbstwanderung oder Weihnachtsessen. Wie Sportwart Karin Hoppe betont, ist es den Vereinsmitgliedern wichtig, regelmäßig etwas gemeinsam zu unternehmen.
Besonderes Highlight sei dabei das Trainingslager im italienischen Senigallia, das immer in der Woche vor Ostern stattfinde. Die einwöchige Fahrt werde im Verein gut angenommen und sei gut besucht. Dieses Jahr sind 36 Mitglieder, sowohl Erwachsene als auch Kinder und Jugendliche, mit in die Stadt an der Adriaküste gefahren. "Vormittags findet ganz reguläres Training mit Emil statt, nachmittags ist dann freies Training. Insgesamt stehen wir in Senigallia jeden Tag drei bis vier Stunden auf dem Platz", beschreibt die hauptberufliche Physiotherapeutin den Tagesablauf vor Ort.
"Emil macht die ganze Organisation einfach spitze", lobt Karin Hoppe den Coach, den sie seit über 25 Jahren kennt. Er sorge dafür, dass alles reibungslos ablaufe. Vor allem aber ist Emil Dascalu, da sind sich die Damen einig, ein sehr konsequenter Trainer. Er fordere von jedem gute Leistungen und sporne seine Schützlinge an. Das schätzt auch die gebürtige Berlinerin und Wahl-Kissingerin Hoppe an dem Coach: "Er versteht sein Fach sehr gut und kann Dinge sehr gut vermitteln."
Nicht nur im Erwachsenenbereich geht es seit 2008 beim TC Garitz wieder vorwärts. "Der Nachwuchs ist jetzt erst wieder am Wachsen. Irgendwann wird es aber auch hier wieder eine Mannschaft geben", gibt sich die Frau Sportwart zuversichtlich. Derzeit sind es zwischen acht und zehn Kinder, die regelmäßig zum Training mit Emil Dascalu oder Karin Hoppe kommen.
Geübt werde in kleinen Gruppen, um die Kinder individuell zu betreuen und aufzubauen. Für Schulklassentraining mit aktuell fünf Kindern von der Garitzer Grundschule stelle der Verein außerdem seine Plätze während der Sommersaison zur Verfügung. Die Kinder sollen so früh wie möglich an den Sport herangeführt werden; mit ersten Erfolgen für den Club: "Einer von ihnen hat vor, jetzt dem TC beizutreten", bilanziert Karin Hoppe.