Schweinfurt
Hallenfußball

TSV Reiterswiesen schlägt sich achtbar bei Bezirksmeisterschaft

Trainer Jochen Haberle ist trotz des Ausscheidens in der Gruppenphase zufrieden und verkündet mit Marco Schmitt von FT Schweinfurt einen hochkarätigen Neuzugang.
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Das entscheidende Tor: Niyazi Gülem erzielt das 1:0 für den FV Klingenberg im Vorrundenspiel gegen den TSV Reiterswiesen. TSV Keeper Tobias Windberg ist bei dem Lupfer machtlos. Foto: Marion Wetterich
Das entscheidende Tor: Niyazi Gülem erzielt das 1:0 für den FV Klingenberg im Vorrundenspiel gegen den TSV Reiterswiesen. TSV Keeper Tobias Windberg ist bei dem Lupfer machtlos. Foto: Marion Wetterich
Schweinfurt — Natürlich Sechsmeterschießen! Was sonst? Beim Futsal wird ja mächtig aufs Tor geballert, Sechsmeter, Zehnmeter, direkte Freistöße, was es da nicht alles gibt. Da war es beinahe logisch, dass das Endspiel der Unterfränkischen Meisterschaft im (darf man noch so sagen?) Hallenfußball nicht in der regulären Spielzeit entschieden werden kann. Wie langweilig. Also machte es der SV Euerbach/ Kützberg spannend. Und holte sich die Bezirkskrone samt 500-Euro-Scheck und Ticket zur Bayerischen eben vom Punkt. 7:5 (2:2) hieß es am Ende gegen FC Geesdorf im Kräftemessen der beiden Bezirksligisten. Dritter wurde Ausrichter FT Schweinfurt vor dem ASV Rimpar.
Das Endspiel war ein würdiger Schlusspunkt hinter eine würdige Meisterschaft. Die beiden Bezirksliga-Mannschaften zeigten den Zuschauern noch einmal alles, was das Kicken unterm Hallendach zu einem Spektakel macht.
Führung, Führung gedreht, Ausgleich, Sechsmeterschießen, dazwischen jede Menge Anlass für "Ahs" und "Ohs".
Ja, das war schon Werbung für die neue Form des Hallenfußballs: Futsal ist langsam angekommen, bei den Vereinen, bei den zumindest jüngeren Schiedsrichtern und auch beim Publikum. 300 Zuschauer machten die Tribüne in der Georg-Wichtermann-Halle voll - und sie sahen nicht nur ordentliche Spiele, sondern vor allem spannende und knappe Entscheidungen in allen drei Vorrundengruppen. Keine Mannschaft ging ganz leer aus, ein weiterer Beweis dafür, dass der Kick ohne Bande die Chancen der Außenseiter durchaus erhöht.
Trotzdem waren es am Ende dann doch eher die Favoriten, die sich in der Gruppenphase durchsetzten. Mit einer großen Ausnahme: Dass Titelverteidiger TSV Unterpleichfeld mit nur einem einzigen Punkt recht deutlich in der Vorrunde scheiterte, war schon überraschend. Immerhin hatte die Mannschaft von Thomas Redelberger im Vorwinter sogar bei der Bayerischen das Endspiel erreicht. Und sechs von neun Spielern waren auch diesmal wieder dabei. Vielleicht war es doch abträglich, dass die Unterpleichfelder weder Kreis-Quali noch -Finale spielen mussten. "Ja, wir hatten Anlaufschwierigkeiten", räumte der Coach ein. "Überhaupt konnten wir heute nicht das Niveau zeigen, das uns vor einem Jahr ausgezeichnet hat." Zum Futsal hat Redelberger ein gespaltenes Verhältnis: "Auch wenn es viel Positives gibt, ich vermisse die Bande."
Enge Kisten waren beide Halbfinalpaarungen, in denen je einmal der Würzburger und Schweinfurter Kreis unter sich war. In der ersten untermauerte am Ende Euerbach/Kützberg seinen Ruf als Geheimfavorit. Bereits letztes Jahr hatte die Mannschaft von Pero Skoric tollen Futsal präsentiert. Gegen die Turner, die in der aktuellen Hallenrunde längst nicht an die frühere Klasse anknüpfen konnten und überraschend so weit gekommen waren, reichte ein Tor - ausgerechnet der frühere FTS-Stürmer Michael Mantel schoss sein Team ins Finale. Im zweiten Duell stand es nach Ablauf der regulären Spielzeit 1:1, nachdem Oliver Hahn für Geesdorf und Hendrik Fragmeier für Rimpar getroffen hatten. Im Sechsmeterschießen hatte dann die Geesdorfer mit 6:5 das glücklichere Ende für sich.
Währenddessen war Jochen Haberle, der Trainer des TSV Reiterswiesen längst umgezogen und urteilte in der Causa Futsal ähnlich wie Kollege Redelberger aus Unterpleichfeld: "Mit der Bande fallen einfach mehr Tore. So ist das kein Budenzauber." Dass der Kreisligaaufsteiger dennoch nicht verärgert nach Hause fahren musste, lag am ordentlichen Auftreten. Das 1:1 gegen Höchberg hatte dafür gesorgt, dass die Bad Kissinger im letzten Spiel noch auf den Viertelfinal-Einzug hoffen durften, doch war Landesligist FC Sand beim 0:2 dann doch eine Nummer zu groß. "Für die Jungs war es super, überhaupt dabei zu sein. Sie haben mehr erreicht, als zu erwarten war. Aber unsere Priorität liegt ohnehin woanders", so Haberle, der nebenbei noch mit Marco Schmitt von der FT Schweinfurt einen Neuzugang für die Rückrunde verkünden durfte.
Suboptimal ist's indes für den SV Rödelmaier gelaufen: Der Rhöner Kreismeister, seit Jahren schon ein Hallenspezialist, kassierte gerade mal zwei Tore und schied dennoch in der Vorrunde aus. Letztlich entscheidend war dabei das 0:1 im ersten Spiel des Tages, als der Kreisliga-Spitzenreiter gegen Landesligist FT Schweinfurt durchaus Vorteile hatte, aber einmal nicht aufpasste und unglücklich unterlag. "Fehler werden beim Futsal eben noch schneller bestraft und wir haben uns die beiden Gegentore selbst aufgelegt", monierte Trainer Werner Feder.

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