Großbardorf
Fußball Bayernliga

TSV Großbardorf hat alle Erwartungen übertroffen

Beim Bayernliga-Spitzenreiter ist man noch enger zusammengerückt. Abgänge von Leistungsträgern vor Saisonbeginn und verletzungsbedingte Ausfälle wurden hervorragend kompensiert.
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auf Höhenflug: Der TSV Großbardorf drückte dem bisherigen Verlauf der Bayernliga Nord seinen Stempel auf. Shaban Rugovaj (Mitte), der hier an Hofs Tormann Andreas Schall scheitert, und seine Teamkameraden dürfen von der Regionalliga träumen. Foto: Anand Anders
auf Höhenflug: Der TSV Großbardorf drückte dem bisherigen Verlauf der Bayernliga Nord seinen Stempel auf. Shaban Rugovaj (Mitte), der hier an Hofs Tormann Andreas Schall scheitert, und seine Teamkameraden dürfen von der Regionalliga träumen. Foto: Anand Anders
Tabellenführer mit 47 Punkten aus 21 Spielen, fünf Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten SpVgg Bayern Hof, beste Auswärtsmannschaft mit 21 Punkten aus zehn Partien (erst drei Gegentreffer), beste Defensivabteilung (erst 15 Gegentore) und zweitbeste Heimmannschaft mit 26 Punkten aus elf Begegnungen - besser kann eine Zwischenbilanz kaum ausfallen. Höhenflieger TSV Großbardorf kann sie vorweisen. Entsprechend herrscht im Grabfeld eitel Sonnenschein.


Mit bescheidenen Mitteln

Von "unglaublich, absolut super, das hatte ich nicht erwartet" (Cheftrainer Dominik Schönhöfer) über "mehr als zufrieden" (Vorsitzender Klaus Lemmer) bis zu "hervorragend" (Manager Gerhard Schüler und PR-Manager Andreas Lampert) fallen die Reaktionen aus. Dabei schließt Schönhöfer die abgelaufene Runde 2014/15 mit ein.
"Nach der super Vorrunde 2014 haben wir einen hervorragenden fünften Platz erreicht. Es war ein insgesamt wunderbares Jahr 2015." Diese Entwicklung ist für den Cheftrainer umso bemerkenswerter, da "die Gegebenheiten bei der Konkurrenz ganz anders sind. Sie können mit ganz anderen Mitteln als wir arbeiten. Da steckt unter anderem viel mehr Geld dahinter."
Schönhöfer erinnert daran, dass nach der Saison 2014/15 vier Leistungsträger den TSV verlassen hatten. "Michael Gabold, Alexander Mantlik, Pascal Stahl und Julian Schneider waren nicht nur gute Fußballer, sondern auch hervorragende Typen. Deshalb wussten wir nicht, wo wir stehen, da der Kader sehr dünn war. Da war es sehr wichtig, dass wir mit Shaban Rugovaj und Daniel Kornagel noch zwei Spieler dazu bekommen haben." Als dann noch die Stamm-Innenverteidigung mit Markus Kirchner und Marcel Hölderle wegen Verletzung wegbrach, befürchteten viele Schlimmes. Das neu gebildete Innenverteidiger-Duo Manuel Orf und Maximilian Zang indes zeigte in Zusammenarbeit mit den Außenspielern der Viererkette und der gesamten Mannschaft tadellose Leistungen, was erst 15 Gegentore unterstreichen. Zudem musste zu Beginn der Saison Björn Schönwiesner ersetzt werden, der erst aus Neuseeland zurückkehrte.
Allen widrigen Umständen zum Trotz eilten die Schönhöfer-Schützlinge von Beginn an von Sieg zu Sieg. Das beruhte laut Trainer darauf, "dass sich alle reingehauen haben. Da hat man gleich gesehen, dass alle an einem Strang ziehen." Im Saisoneröffnungsspiel wurde der Neuling FC Sand nach einer guten Leistung klar mit 3:0 besiegt. Bereits da wurde sichtbar, dass sich das Team weiterentwickelt hatte. "Wir sind als Mannschaft noch enger zusammengerückt. Jeder hat Vertrauen zu seinem Mitspieler und alle bügeln Fehler des anderen aus", so Schönhöfer, der seine Schützlinge über den grünen Klee lobt. "Jeder opfert sich für den Verein auf. So kommen zum Beispiel André Rieß aus Erfurt und Björn Schönwiesner aus Dresden zum einmaligen Training und halten sich sonst selbst fit."


Der Erfolg hat viele Namen

Überhaupt ist er begeistert vom ganzen Verein. "Da arbeiten ganz viele Leute für diesen Erfolg." Und meint u. a. den Platzwart, die anderen ehrenamtlichen Helfer von den Hausfrauen, die für die Heimspiele Kuchen backen, bis hin zur Vorstandschaft. Besonders wichtig ist für ihn der Beirat. "Er hilft dem Verein enorm und unterstützt unter seinem Sprecher Mathias Klöffel den kleinen TSV enorm. Es ist insgesamt unglaublich, was jeder für den TSV tut. Nur so ist unser Erfolg möglich."


Gutes Zeugnis

Für PR-Manager Andreas Lampert ist die Tatsache wichtig, dass die vielen jungen Spieler erfahrener, abgeklärter und konstanter in ihren Leistungen geworden sind. "Außerdem hat unsere Mannschaft eine extrem hohe fußballerische Qualität." Die Elf weiß immer Antworten auf die verschiedenen Systeme des Gegners. "Unsere Mannschaft ist hungrig nach Erfolg. Wir stehen sicher nicht zu Unrecht da, wo wir stehen." Nicht nur für Lampert spielt das Trainerteam mit Dominik Schönhöfer, Co-Trainer Udo Eckert und Torwarttrainer Otto Dietz eine wichtige Rolle: "Sie haben großen Anteil an diesem Erfolg. Sie haben das Team noch einmal weitergebracht", stellt ihnen auch Manager Gerhard Schüler ein gutes Zeugnis aus. "Ein Riesenkompliment der Mannschaft und dem Trainerteam unter Cheftrainer Dominik Schönhöfer", schlägt Vorsitzender Klaus Lemmer in die gleiche Kerbe.


Gewachsenes Selbstvertrauen

Wenn Lampert an die Restrunde denkt, ist ihm keineswegs bange: "Wir haben noch viele schwere Spiele, werden aber, so hoffe ich, bis zum Schluss an der Spitze mitspielen. Wir werden versuchen, die Basis für eine langfristige Weiterarbeit zu schaffen. Dies bezieht sich vor allem auf die Jugendarbeit, die ein wichtiger Baustein für unseren TSV ist. Wir gehen mit Respekt, aber auch mit viel Selbstvertrauen in die restlichen 13 Partien."


Pläne für die Spieler

In den vergangenen Wochen seit dem letzten Spiel bis Anfang Januar haben bzw. werden die Spieler den Kopf total frei bekommen. "Für die Zeit bis zum Trainingsauftakt, der wahrscheinlich am 18. Januar erfolgt, haben die Spieler Pläne zum Fithalten bekommen. Ich bin sicher, dass alle beim 2016er Auftakt fit sein werden. Wir wollen weiter als Team auftreten, das den tollen Teamgeist wie bislang auch zeigt," so Schönhöfer.

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