Großbardorf
Fußball Bayernliga

TSV Großbardorf belohnt sich spät

Trainer Dominik Schönhöfer schwärmt nach dem 2:0 gegen den Würzburger FV vom Einsatzwillen seiner Grabfeld-Gallier.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein Schattenplatz nach dem Lichtblick: Geschafft. Per Kopf hat Simon Snaschel (am Boden) den TSV Großbardorf gegen den Würzburger FV spät in Führung gebracht und holt sich von Kilian Wenzel den verdienten Glückwunsch ab. Foto: Günter Madrenas
Ein Schattenplatz nach dem Lichtblick: Geschafft. Per Kopf hat Simon Snaschel (am Boden) den TSV Großbardorf gegen den Würzburger FV spät in Führung gebracht und holt sich von Kilian Wenzel den verdienten Glückwunsch ab. Foto: Günter Madrenas
TSV Großbardorf - Würzburger FV 2:0 (0:0). Tore: 1:0 Simon Snaschel (84.), 2:0 Shaban Rugovaj (86.).

Bevor der letztendlich verdiente 2:0-(0:0)-Erfolg des Fußball-Nord-Bayernligisten TSV Großbardorf im Unterfrankenderby gegen den Würzburger FV feststand, mussten die Schützlinge von Trainer Dominik Schönhöfer bis an ihre Grenzen oder sogar darüber hinaus gehen. "Es war ein hartes Stück Arbeit. Teilweise haben die Beine der Spieler gefühlt müde ausgesehen", sagte Großbardorfs PR-Manager Andreas Lampert.
Deutlich merkte man den Hausherren in den 90 Minuten den Kräfteverschleiß der vielen Spiele und der englischen Woche an. "Heute hat über weite Strecken die geistige und körperliche Frische gefehlt. Das ist aber nachvollziehbar. Denn das Pokalspiel am Mittwoch gegen Euerbach/Kützberg hat noch einmal viel Kraft gekostet.
Würzburg dagegen hatte kein Spiel und dadurch wesentlich mehr Pause, während unsere Regenerationszeit nur kurz war. Deshalb darf ich meiner Mannschaft ein Riesenkompliment aussprechen. Denn die Truppe leistete Außergewöhnliches. Was sie an Willen, Einsatz und Kampfgeist an den Tag gelegt hat, verdient größte Bewunderung", geriet Schönhöfer geradezu ins Schwärmen. Aber auch Christian Graf, sein Trainer Kollege beim Würzburger FV, war trotz der späten Gegentore und der damit verbundenen Niederlage zufrieden mit dem, was seine Mannschaft gezeigt hatte. "Meine Elf hat über 80 Minuten eine gute Leistung abgeliefert. Sie hat sich genau an die taktischen Vorgaben gehalten und immer wieder klug verschoben. Denn wir wollten aus der Ordnung heraus kontern."
Und bei ihrem ersten ernst zu nehmenden Konter wären die Gäste fast in Führung gegangen (9.). Nach einem weiten Ball aus der Abwehr heraus und einer Kopfballverlängerung tauchte Patrick Hofmann, einzige Spitze in Grafs Konzept, vor Marcel Wehr im Gehäuse der Hausherren auf, zog auch blitzschnell aus 14 Metern ab, doch Wehr drehte das Leder noch um den Pfosten. Wer weiß, ob die Grabfeld-Gallier nach einem Rückstand noch die Kraft zur Wende gehabt hätten. "In dieser Szene hat uns Marcel im Spiel gehalten", bedankte sich Schönhöfer bei seinem Keeper. In der Folgezeit hatte wohl der Gastgeber den Hauptanteil an Ballbesitz, aber letztendlich fiel den Grabfeldern wenig ein, um wirklich gefährlich zu werden.
Bereits nach 20 Minuten beorderte Schönhöfer Kapitän Manuel Leicht in die Spitze als Unterstützung für Simon Snaschel. Doch zunächst fruchtete auch diese Maßnahme nicht, da gegen die tief stehenden Gäste die letzten Pässe meist misslangen. Doch bewundernswert, dass es die Grabfeld-Gallier immer wieder versuchten und den von ihrem Trainer gelobten Siegeswillen zeigten.
Die erste und auch einzige klare Chance bot sich dem TSV nach 39 Minuten, als nach einem Rieß-Freistoß der verlängerte Ball zu Simon Snaschel kam, der aber am Wülfershäuser André Koob im WFV-Kasten scheiterte. Sonst konnte Koob aber einen sehr geruhsamen Nachmittag in der Bioenergie-Arena verbringen. Wie das Match die meiste Zeit der ersten Halbzeit verlaufen war - die Grabfelder drängten, aber oft mit wenig brauchbaren Mitteln, gegen die geschickt verteidigenden Gäste - so ging es auch bis weit in die zweiten 45 Minuten weiter. Auch die Einwechslung von Shaban Rugovaj zur Pause als zweite Spitze brachte zunächst nicht den gewünschten Erfolg. Nur einmal kam für das WFV-Gehäuse Gefahr auf, aber Rugovaj setzte das Leder aus spitzem Winkel am langen Pfosten vorbei. Einmal hatten die Hausherren aber auch Glück, dass die Gäste nach einer Ecke die Verwirrung in der Abwehr der Einheimischen nicht nutzen konnten.
Dann kam die 84. Minute: Daniel Kornagel, der auf der rechten offensiven Außenbahn unterwegs war, schlug eine Flanke in den Strafraum auf den Kopf von Simon Snaschel, der den Ball im Fallen über Koob hinweg in die Maschen setzte: Eine akrobatische Einlage, eine herrliche Aktion und ein wunderschöner Treffer des nunmehr vierfachen Torschützen. Weil der Führungstreffer von Snaschel so schön war, wollte Rugovaj nicht nachstehen und hämmerte den Ball zwei Minuten darauf nach einem Kornagel-Zuspiel vom spitzen Eck des Strafraums knallhart in den Winkel des Gästetores. Da hatte Koob keine Abwehrchance. So wurde der von Schönhöfer gelobte "unglaubliche Wille, Kampfgeist und das Nie-Aufgeben" zwar spät, aber doch noch belohnt und der wichtige Dreier durch zwei Klassetreffer gesichert. "Das war ein wichtiger Sieg. Nun geht die Regenerationsphase für das Pokalspiel am Mittwoch gegen den Drittligisten Würzburger Kickers etwas schneller." Am Mittwoch, 18.15 Uhr, erwarten die Grabfeld-Gallier die Rothosen an der Unterhofer Straße.
Großbardorf: Wehr - Rieß, Zang, Orf, Breunig - Piecha - Kornagel, Katzenberger (46. Rugovaj), Leicht, Ganz (80. Wenzel) - Snaschel (88. Enders).

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren