Schweinfurt
Fußball Regionalliga

Schweinfurter Kampfgeist wird nicht belohnt

Der FC 05 verliert nach starker Leistung gegen den Tabellenführer TSV 1860 München II.
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Hart angegangen wird Löwen-Keeper Michael Netolitzky vom Schweinfurter Simon Häcker beim Kopfballversuch von Johannes Bechmann (Mitte). Sebastian Hertner (links) und Marco Janz (rechts) beobachten die turbulente Szene. Foto: Marion Wetterich
Hart angegangen wird Löwen-Keeper Michael Netolitzky vom Schweinfurter Simon Häcker beim Kopfballversuch von Johannes Bechmann (Mitte). Sebastian Hertner (links) und Marco Janz (rechts) beobachten die turbulente Szene. Foto: Marion Wetterich
FC 05 Schweinfurt - TSV 1860 München II 1:3 (0:2). Tore: 0:1 Korbinian Vollmann (13.), 0:2 Sebastian Wiesböck (39.), 1:2 Johannes Bechmann (59.), 1:3 Stephane Mvibudulu (89.). Rot: Maximilian Wittek (56., 1860).
Der TSV 1860 München II hat den Höhenflug des FC 05 Schweinfurt vorübergehend gestoppt. Nach drei Siegen in Folge verloren die Mannen von Trainer Gerd Klaus am Freitagabend vor 1885 Zuschauern im Willy-Sachs-Stadion gegen einen abgezockten und extrem effizienten Tabellenführer nur knapp mit1:3 (0:2), verkauften sich dabei aber vor allem kämpferisch gut und hätten aufgrund der Chancen in der zweiten Hälfte mindestens einen Punkt verdient gehabt.
FC-05-Coach Klaus hatte seine Mannschaft im Vergleich zum 1:0-Sieg gegen Memmingen auf drei Positionen geändert. Marco Janz rückte nach seiner Rot-Sperre wieder in die Innenverteidigung, Michael Kraus nach seiner Gelbsperre in den Sturm und Simon Häcker bekam eine Chance von Anfang an als zweite Spitze neben Kraus. Marino Müller und Tom Jäckel saßen dafür als Joker auf der Bank, Joseph Mensah fiel kurzfristig aus. Um gegen den Tabellenführer zu bestehen, bedurfte es einer defensiveren Grundausrichtung, die Gerd Klaus mit einer geschickt aufgezogenen Fünferkette in der Abwehr aufbot. Dort tummelten sich bei gegnerischen Angriffen meist auf einer Linie Pablo Pigl, Manuel Müller, Johannes Bechmann, Marco Janz und Bastian Lunz. Offensiv fächerte sich das auf, wurde zum blitzschnellen Angriffsspiel, mit dem es immer wieder gelang, Nadelstiche zu setzen.
Gleichwohl nutzten die Löwen ihre erste Möglichkeit eiskalt zur Führung. Kapitän Korbinian Vollmann hatte vielleicht einen oder zwei Meter zu viel Platz bekommen, das nutzte der beste Löwen-Torschütze in dieser Saison sofort mit einem platzierten Schuss aus, FC-Keeper Christopher Pfeiffer hatte keine Chance. Der FC war kurz geschockt, die Löwen versuchten nachzulegen, Vollmanns Kunstschuss streifte nur knapp am rechten Torgiebel vorbei (17.).
Doch dann besann sich Schweinfurt seiner Zweikampfstärke, bekam das Spiel wieder besser unter Kontrolle. Und die Gäste profitierten davon, dass Schiedsrichter Julian Kreye zumindest in der 26. Minute nicht den Eindruck erwecken wollte, ein Heimschiedsrichter zu sein. Simon Häcker hatte sich schön durchgespielt, war im Laufduell mit Felix Weber im Strafraum zu Fall gekommen, Kreye empfand das aber nicht als elfmeterwürdig. Eine haarige Entscheidung, warum hätte sich Häcker bei freier Schussbahn fallen lassen sollen? Die Jung-Löwen juckte das wenig, sie machten einfach bei der nächsten Gelegenheit klar, wie man effizient Chancen nutzt: Klasse Flanke von Christian Köppel von links, Johannes Bechmann ließ Sebastian Wiesböck zu viel Platz, der locker zum 0:2 einschob.
Der Rückstand entmutigte Gerd Klaus aber keineswegs. Er wechselte vielmehr offensiv - ein Schachzug, den man so sicher nicht vermutet hätte. Mit Tom Jäckel und Marino Müller kamen zwei Stürmer für zwei Verteidiger, nämlich Manuel Müller und Marco Janz. Der FC spielte nun defensiv mit einer Dreierkette, versuchte sein Heil in der Offensive. Und schaffte es, die durchaus auch rustikal zulangenden Löwen zu ärgern. Das hektischer und ruppiger werdende Spiel entwickelte sich zu einem Krimi, spätestens nachdem Johannes Bechmann nach einem Eckball per Kopfball auf 1:2 verkürzt hatte. Kurz davor war Münchens Maximilian Wittek nach einer Tätlichkeit im Mittelfeld nach einem Foul an ihm und anschließender Rudelbildung mit Rot vom Platz gestellt worden. Frenetisch angefeuert von den eigenen Fans warfen die Schweinfurter nun alles nach vorne. Tom Jäckels Pfund aus 25 Metern strich nur knapp über die Latte, Kevin Fery zielte in der 75. Minute auch nur Zentimeter über die Latte. Am Ende reichte es aber leider nicht zum Happy End, denn 1860 entschied das Match per Konter in der 89. Minute.
Schweinfurt: Pfeiffer - Lunz, Janz (46. Jäckel), Bechmann, Man. Müller (46. Mar. Müller), Pigl - Fery - Mache (75. Dußler), Krautschneider - Kraus, Häcker.
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