Schweinfurt
Fußball Regionalliga

Schweinfurt erkämpft sich einen Punkt gegen die Bayern

Die Reserve der Münchner kann selbst einen Strafstoß nicht im Gehäuse des FC 05 unterbringen. Auch ohne Tore sehen über 5000 Zuschauer ein prickelndes Flutlicht-Spiel.
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Elfmeter für die Bayern: Schweinfurts Abwehrspieler Johannes Bechmann bringt Tobias Schweinsteiger (rechts) im Strafraum zu Fall.  Foto: Marion Wetterich
Elfmeter für die Bayern: Schweinfurts Abwehrspieler Johannes Bechmann bringt Tobias Schweinsteiger (rechts) im Strafraum zu Fall. Foto: Marion Wetterich
Nach zuletzt 13 Toren in drei Spielen trafen die 05er diesmal zwar kein einziges Mal. Und wurden dennoch von ihren Fans gefeiert für eine richtig gute Vorstellung gegen einen starken Gegner.
Pünktlich hatten sich Regen und Wind verzogen. Und pünktlich wurde das Match angepfiffen, weil die Fans diesmal nicht auf den letzten Drücker gekommen waren zum Gala-Spiel unter Flutlicht. Drei Siege in Folge und der prominente Gegner hatten 5010 Fans ins Willy-Sachs-Stadion gelockt, wo FC-05-Coach Gerd Klaus sein offensives Versprechen zumindest auf dem Papier eingelöst hatte. Mit Marino Müller als zentraler Spitze und Steffen Krautschneider, Daniel Mache sowie Michael Kraus als direkte Unterstützer. Und Pablo Pigl in der Viererkette. Der auf Anhieb überzeugende Neuzugang aus Augsburg mit Hammelburger Vergangenheit hatte sich rechtzeitig fit gemeldet.
Chancenlos waren die Unterfranken in der Vorsaison beim 0:4 vor heimischer Kulisse. Diesmal waren die Grün-Weißen vom Anpfiff weg gut im Spiel, hatten freilich auch Glück, dass der früh verletzt ausgewechselte Marco Janz in höchster Not zur Ecke klärte (14.). Die beste Chance zur Gästeführung vereitelte allerdings FC-Keeper Christopher Pfeiffer gegen Tobias Schweinsteiger nach dem gescheiten Pass von Gerrit Wegkamp. Dann der Gastgeber: mit dem Konter über Steffen Krautschneider und dem übers Tor geschaufelten Ball von Marino Müller. Endgültig Fahrt aufgenommen hatte das fränkisch-bayerische Duell mit dem parierten Foulelfmeter von Pfeiffer und den an die Latte gesetzten Nachschuss von Ylli Sallahi. Der Schweinsteiger-Faller zuvor im Duell mit Johannes Bechmann hätte nicht unbedingt geahndet werden müssen. Diesmal hätte der Gefoulte tatsächlich nicht schießen sollen.
Die erste Enttäuschung hatte es für die Bayern-Fans im prall gefüllten Gästeblock bereits vor dem Spiel gegeben. Mit Steven Ribery, Lucas Scholl und Gianluca Gaudino fehlten den Roten gleich drei Talente mit großem Namen. Während der Bruder des französischen Nationalspielers verletzt fehlte, wurden die gerade mal 17-jährigen Söhne der Ex-Profis Mehmet Scholl und Maurizio Gaudino zuletzt von Chef-Trainer Pep Guardiola in den Profikader berufen. Ein prominenter Name blieb: Tobias Schweinsteiger. Der 32-jährige Bruder des Weltmeisters ist mit Stefan Buck (33) die graue Eminenz im U-23-Team von Erik ten Haag. Leistungsträger und Integrationsfigur in einem.
Ein zweites Mal Aluminium rettete für die Schweinfurter beim Freistoß von Milos Pantovic (35.), womit das torlose Remis dann doch ein glückliches war gegen - wie nicht anders zu erwarten - technisch versierte Oberbayern, die auch ordentlich hinlangten. Zum ersten Mal zupacken musste Bayern-Schlussmann Leopold Zingerle beim Standard von Bastian Lunz. 40 Minuten waren da bereits gespielt in einer intensiven Begegnung, die auch ohne Tore hohen Unterhaltungswert bot.
Gegen den SV Schalding-Heining (5:0) hatte die Einwechslung von Tom Jäckel den entscheidenden Schub gebracht. Auch diesmal opferte Gerd Klaus für den wuchtigen Stoßstürmer seinen jungen Mittelfeldspieler Adrian Dußler. In die Dauer-Fangesänge der Bayern-Fans hinein zielte Marino Müller etwas zu hoch (52.), während auf der Gegenseite ein Kopfballtor nicht zählte, weil Schwein steiger zu viel mit den Händen gearbeitet hatte (55.). Keine drei Minuten später prüfte der Routinier erneut Pfeiffer, der bereits in den vergangenen Wochen regelmäßig zu den Besten seines Teams gehört hatte. Dann hätte der FCB aber in Führung gehen müssen. Tat er aber nicht, weil Pantovic aus einem Meter das Leder an die Latte bugsierte. Das Tohuwabohu danach überstanden die Grün-Weißen mit mehr Glück als Verstand (60.). Und hatten selbst wieder etwas anzubieten mit dem Freistoß von Joe Bechmann und dem Flugkopfball von Marino Müller, jeweils sicher pariert von Zingerle. München drückte, Schweinfurt konterte. Über Jäckel zum Beispiel, der zwar hart, aber ebenfalls nicht präzise genug abschloss. Wie auf der anderen Seite Wegkamp und Sallahi, der die Bayern zuletzt noch zum Derbysieg gegen die U-21 von 1860 geschossen hatte. Ein letztes Mal musste Pfeiffer noch die Fäuste bewegen beim Sallahi-Standard in der Nachspielzeit.

Tore Fehlanzeige. Bes. Vorkommnis Christopher Pfeiffer (Schweinfurt) pariert Foulelfmeter von Tobias Schweinsteiger (27.). Gelb-rot Manuel Müller (85., Schweinfurt)

Zuschauer 5010.
Schiedsrichter Thomas Färber (Augsburg).

Schweinfurt Pfeiffer - Lunz, Janz (25. Manuel Müller), Bechmann, Pigl - Fery, Dußler (45. Jäckel), Krautschneider, Mache - Kraus, Marino Müller (76. Häcker).

FC Bayern II Zingerle - Steinhart, Buck, Strohmaier, Koussou - Oikonomou (79. Basta), Sallahi, Jelisic, Wegkamp, Pantovic (67. Fischer), Schwein steiger.
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