Bad Kissingen
Handball

Nüdlingen findet die richtigen Lösungen

Hammelburgs Frauen überraschen gegen Etwashausen. In Bad Brückenau bringt das Handball-Wochenende zwei Tiefschläge.
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Kontaktverlust: Die Bad Brückenauer (von links) Christian Karl, Maximilian Richter (hinten) und Max Puschner haben das Spielgerät aus den Augen verloren. Foto: ssp
Kontaktverlust: Die Bad Brückenauer (von links) Christian Karl, Maximilian Richter (hinten) und Max Puschner haben das Spielgerät aus den Augen verloren. Foto: ssp
FC Bad Brückenau - HSC Bad Neustadt II 29:34 (11:17) - Ein attraktives Derby bekamen die Brückenauer Fans geboten. Nur eben keinen Heimsieg. "Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren", bilanzierte Trainer Klaus Sieß. Und ärgerte sich auch einen Tag später noch über die verhängnisvolle Schwächephase. Gut begonnen hatten die Sinnstädter, sogar 5:3 geführt und das Match bis zum 6:6 offen gehalten. "Dann ging bei uns die Abstimmung komplett verloren. Und der HSC hat seine spielerische und technische Klasse gezeigt." Vor allem die Akteure mit höherklassiger Erfahrung machten den Unterschied. Gäste-Keeper Manuel Bott parierte zudem diverse Siebenmeter. "In der Pause wurde ich richtig laut", erinnerte sich Sieß. Die eingeforderte Leistungssteigerung kam, aber zu spät. Ernsthaft in Gefahr kamen die reiferen und physisch stärkeren Saalestädter nicht mehr. Ein Lob hatte Sieß für den Schiedsrichter übrig, der die Partie kurzfristig allein hatte leiten müssen. "Das war nicht einfach, weil es ein schnelles Spiel war und es diverse Provokationen und Nickligkeiten gab. Aber der Schiri hat das gut gelöst."
Tore für Bad Brückenau: Oliver Hilpert (10/4), Maximilian Richter (5/2), Peter Karl (3), Tom Schumm (3), Alexander Bauer (3), Leopold Richter (2), Michael Müller (1), Sven Markovics (1), Simon Dietrich (1).

DJK Nüdlingen - TV Gerolzhofen II 34:20 (18:8) - Nach den Ausfällen von Jens Englert, Nico Heer und Marcel Przybilla war die Nüdlinger Spielerdecke dünn geworden, zumal Sebastian Wilm und Oliver Speck angeschlagen ins Spiel gingen. Auch Trainer Dietmar Piechulek fehlte diesmal urlaubsbedingt. Aber die Interimstrainer Harry Rauch und Oliver Speck hatten ihre Jugendkraftler gut eingestellt auf die Gerolzhöfer Reserve, die bereits vor dem Wechsel in die Verliererrolle gedrängt wurde. Am Ende hatte Keeper Julian Wilm eine starke Leistung gezeigt und jeder Nüdlinger Feldspieler mindestens einen Treffer erzielt. Der Beginn war aus Sicht der Gastgeber nahezu perfekt mit der 5:0-Führung. Individuelle Fehler des Gegners nutzten die Nüdlinger konsequent zu Tempogegenstößen, insbesondere über Bastian Kiesel und Marcel Müller. Der große Vorsprung ließ die DJKler fahrig werden, die nach der Pause vier Treffer in Folge kassierten und sich offensiv zu viele Fehlwürfe leisteten. "Nach dem 19:12 haben wir uns wieder gefangen und den Vorsprung konsequent ausgebaut. Vom Gegner kam kaum Gegenwehr mehr. Über 50 Minuten war das eine gute Leistung mit einem auch in der Höhe verdienten Sieg", sagte Oli Speck. Das faire Spiel mit nur einer Zeitstrafe wurde hervorragend geleitet von jungen Schiedsrichtern Manuel Pletzko und Benedikt Sachse von der HG Maintal.
Tore für Nüdlingen: Jan Hofmann (7), Bastian Kiesel (6), Oliver Speck (5/2), Marcel Müller (5), Benedikt Weber (4/1), Sebastian Wilm (3), Alexander Schmitt (2), Maximilian Memmel (1), Philipp Wilm (1).

TV/DJK Hammelburg - TSV Partenstein II 24:38 (12:21) - "Ein A-Jugend-Tormann und ein Rentner standen zwischen den Pfosten." So schilderte TV/DJK-Trainer Jürgen Scheller die etwas verzwickte Torhüter-Situation. Weil Stammkeeper Manuel Balling studienbedingt seit Saisonbeginn nicht zur Verfügung steht, wechseln sich Youngster Manuel Kleinböhl und Routinier Holger Friedl im Tor ab. Dafür sah es gegen Partenstein bei den Feldspielern besser aus. "Diesmal war die Bank gut besetzt. Das hat mich gefreut. Das kann nur leider nächste Woche wieder anders ausschauen." Bereits zur Pause war das Spiel entschieden, weil der Gegner in allen Belangen überlegen war. "Bei dem klaren Rückstand ließen einige den Kopf schon etwas hängen, aber nach der Pause wurde es wieder besser", registrierte Scheller eine intakte Moral in einem sehr fairen Spiel. Was mangelhaft blieb, war die Kondition. "Aber da müssten die Jungs halt auch mal zum Training kommen."
Tore für Hammelburg: Frank Sell (8/2), Christian Preißler (5), Sebastian Leurer (5), Simon Winter (4), Julian Lutz (1), Christoph Schlereth (1).

FC Bad Brückenau - HSG Volkach 16:26 (7:10) - Klaus Sieß lamentiert nicht. "Solange wir eine rechnerische Chance haben, geben wir den Kampf um den Klassenerhalt nicht auf." Natürlich ist der Bad Brückenauer Trainer auch Realist. Weiß ganz genau, dass dieses Unterfangen eine Herkules-Aufgabe ist. Vor allem mit dem dünnen Kader. Auf zwei Torhüterinnen, aber nur eine Wechselspielerin konnte Sieß zurückgreifen. Kurz vor Spielende verletzte sich Sabine Bott am Knie. Eine Pause droht. "Für uns ist wichtig, dass wir die Saison durchstehen", sagt Sieß. Eine x:0-Wertung gab es bereits gegen die Sinnstädter. Eine weitere darf man sich noch erlauben. "Müssten wir das Team vom Spielbetrieb zurückziehen, müssen wir ganz unten in der Bezirksklasse anfangen", erklärt Sieß. Mindestens Bezirksliga soll es aber sein, weil aus der Jugend einige Talente auf dem Sprung in den Frauen-Kader sind. Wie die B-Jugendliche Anna-Lena Löser, die sich mit Denise Schöppach im Tor abwechselt. Gegen den BOL-Zweiten verkauften sich die Rhöner mit einer gut funktionierenden 6:0-Deckung bestens. Die mit 14 Spielerinnen angetretenen Volkacherinnen nutzten aber immer wieder die konditionellen Schwächen der FC-Damen, insbesondere beim Konterspiel. "In der Rückwärtsbewegung fehlte einfach die Kraft", so Sieß.
Tore für Bad Brückenau: Lisa König (5/1), Julia Reinmann (4), Maike Ditzel (4), Sabine Bott (2), Maria Kolbeck (1).

TV/DJK Hammelburg - TV Etwashausen II 19:16 (9:8) - Wohl dem, der nach einem Sieg noch Kritikpunkte findet. Was Steigerungspotenzial beinhaltet. "Die Nicole Schröter hätte noch drei Stunden spielen können und hätte nichts getroffen", sagte TV/DJK-Trainer Manfred Leiher zur ungewohnt niedrigen Trefferausbeute seiner Spielerin. "Nachdem die ersten Würfe nicht reingingen, hat sie das Denken begonnen." Umso erstaunlicher, dass die bislang wenig erfolgreichen Saalestädterinnen dennoch gewannen - gegen den Tabellendritten. "Uns fehlt oft noch die Courage. Da tut so ein Sieg doppelt gut", freut sich Leiher über gesteigertes Selbstvertrauen. Kurz nach der Pause hatten die Gastgeber noch 10:12 zurückgelegen. Zu viel Lethargie und mangelndes Rückzugsverhalten hatte Leiher ausgemacht. Ein Schlüssel zum Erfolg war die Manndeckung von Johanna Leiher gegen die Etwashäusenerin Jessica Ullrich, die kaum mehr Akzente setzen konnte. Eine gute Leistung im Tor von Katja Körpert und zwei späte und sehenswerte Treffer von Johanna Ruppert machten die Überraschung perfekt.
Tore für Hammelburg: Ute Leidner (5/1), Johanna Leiher (4), Sabine Finke (3), Johanna Ruppert (3), Sinja Wilcke (2), Nicole Schröter (2).
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