Die Riedenberger machen das Meisterschaftsrennen wieder spannend. Mit einem auch in dieser Höhe verdientem 3:0 wurde der starke Aufsteiger nach Hause geschickt. "Wir hätten wahrscheinlich noch Tage spielen können, ohne selbst zu treffen", war TSV-Coach Markus Herbert von der Offensivkraft seiner Elf enttäuscht.
Die Partie startete ohne die übliche Abtastphase. Mit einem knapp verzogenen Weitschuss eröffnete Christoph Dorn ein gutklassiges Kreisliga-Match. Riedenbergs Regisseur war auch am Führungstreffer beteiligt - wie auch der bei hohen Bällen nicht souverän wirkende TSV-Goalie Marcel Heinrich, der die weite Freistoßflanke von Christoph Dorn durch die Hände gleiten ließ, was Daniel Dorn die Führung ermöglichte.

Die Gäste besaßen fünf Minuten später eine dicke Ausgleichsmöglichkeit. Es sollte Nordheims beste Chance im ganzen Spiel sein. Tobias Perleth tauchte nach Pass des sehr enttäuschenden André Fischer frei vor Florian Dorn auf, der sich erfolgreich in den Schuss warf. "Ihr müsst in der Abwehr konzentrierter sein", rief da Charly Storch, der danach aber wenig Anlass zu Kritik am Auftritt seiner Elf hatte. Der SV-Coach sah nach einer halben Stunde einen weiteren Schnitzer des Gäste-Keepers, der eine hohe Hereingabe von Daniel Dorn unterschätzte und sich die Kugel mehr oder weniger selbst ins Toreck faustete. "Bei so was sieht ein Torhüter immer unglücklich aus", freute sich sein Gegenüber Florian Dorn mit einem Schuss Mitleid. Der sah vier Minuten später fast das 3:0, doch der Kopfball von Christoph Dorn nach Vorlage des lauffreudigen André Römmelt segelte knapp am Pfosten vorbei. Die Gäste taten sich im ersten Durchgang mit dem Spielaufbau schwer, was am aggressiven Zweikampfverhalten des Gegners und an den unpräzisen Steilpässen auf ihren Torjäger Johannes Fischer lag, der gegen Thomas Vorndran kaum einen Stich machte.

"In der ersten Halbzeit haben wir uns taktisch klug verhalten und aus einer kompakten Abwehr heraus mit Übersicht die Angriffe vorgetragen", sagte Charly Storch zufrieden beim Gang in die Kabine. Nach der Pause kam etwas Hektik auf, die der souveräne Schiedsrichter Nikita Kolodeznij wirkungsvoll eindämmte.
Den möglichen Anschlusstreffer vergeigte Johannes Fischer, der das Spielgerät ans Außennetz setzte. Im Gegenzug hatte Römmelt das 3:0 auf dem Fuß, sein Flachschuss aus dem Liegen heraus zischte um Zentimeter am langen Eck vorbei. "Wir haben uns früh den Schneid abkaufen lassen", sprach der Nordheimer Zuschauer Wolfgang Klein, der ein prägnantes Flügelspiel des Tabellenführers vermisste. Der versuchte es schließlich mit der Brechstange, die weiten Schläge aus der Defensive heraus blieben aber wirkungslos.

Ein glückliches Händchen bewies der SV-Trainer, als er Felix Dorn und Simon Hergenröder in der Schlussphase einwechselte. Bei einem Konter legte Dorn dem mitgelaufenen Hergenröder auf, der Heinrich keine Abwehrchance ließ. Nach dem Abpfiff waren sich beide Trainer einig, in den Grün-Weißen den verdienten Sieger gesehen zu haben, die am Sonntag in Ginolfs anzutreten haben.

Torfolge 1:0/2:0 Daniel Dorn (8./34.), 3:0 Simon Hergenröder (85.).

Schiedsrichter Nikita Kolodeznij (Münnerstadt)

Zuschauer 150

Riedenberg Fl. Dorn - Schneider - Schultheis, Schaab, Vorndran - Carton , Ph. Dorn, Ch. Dorn, Fröhlich - D. Dorn, Römmelt; eingewechselt: F. Dorn, Hergenröder.

Nordheim Heinrich - Hergenhan, Herbert, M. Hippeli, Stumpf - Abe, Ch. Hippeli, A. Fischer, Schmitt - J. Fischer, Perleth; eingewechselt: Karlein, Schmidt, Felsberg.

FC Westheim - RSV Wollbach 2:1 (1:0)-Torfolge: 1:0 Daniel Wendel (33.), 2:0 Philipp Vierheilig (Foulelfmeter/69.), 2:1 Veit-Luka Roth (Eigentor/85.).

Dank einer taktischen Meisterleistung darf der FC Westheim weiter auf den Klassenerhalt hoffen. Die kombinationssicheren "Waster" drückten von Beginn an den Gästen ihr Spiel auf. Im defensiven Mittelfeld verstellte man geschickt die Passwege und ließ Wollbachs starken Individualisten weder Raum noch Zeit. "Was unsere Jungs boten, war schon einsame Klasse", entfuhr es Pressesprecher Bernd Wüscher, der das 1:0 sah, als Daniel Wendel von Sebastian Heinlein in beste Schussposition gebracht worden war. Auch nach dem Seitenwechsel demonstrierte der Abstiegskandidat lange nicht gesehene Stärke, profitierte dabei von einem Foul an Julian Pfennig, was Philipp Vierheilig per Strafstoß zum 2:0 nutzte. In torgefährliche Westheimer Bereiche kamen die Gäste nur selten, die ihr Anschlusstor Veit-Luka Roth verdankten, der einen Flankenball ins eigene Tor abfälschte. Zu Westheims Besten an diesem Tag gehörte Keeper Pascal Kümmert, der kurz nach dem 2:1 der Gäste gegen Michael Heine glänzte, und Libero Veit-Luka Roth, von dem Bernd Wüscher meinte, "ein saustarkes Spiel" gemacht zu haben. ksei
FC Bad Brückenau - BSC Lauter 4:1 (3:0) - Torfolge: 1:0 Stefan Wich (8.), 2:0/3:0 Lubomir Stieranka (17./24.), 4:0 Stefan Wich (68.), 4:1 Marco Rost (80.).

Das war es dann wohl für die BSCler, die Niederlage an der Sinn dürfte die letzten vagen Hoffnungen auf den Klassenerhalt endgültig zerstört haben. "Das Aufbäumen der Gäste sprach Bände, sie wirkten gerade in der Anfangsphase unkonzentriert und hatten nach einer halben Stunde die Partie schon abgehakt", berichtete FC-Pressesprecher Christian Riemey. Die Rothosen suchten dagegen eine frühe Entscheidung. Nach dem Kopfball von Stefan Wich nach Gleißner-Flanke war der Plan ihres Trainers Arthur Trebacz schon aufgefangen. Die Gäste hatten danach große Probleme mit der Lufthoheit im eigenen Sechzehner. Die Gegentreffer zwei und drei resultierten ebenfalls aus Kopfbällen. Den Toren von Lubomir Stieranka, der nicht gerade als Kopfballungeheuer bekannt ist, gingen jeweils Ecken von Markus Klüpfel voraus. Der FC-Spielmacher hätte fast das 4:0 vorbereitet, bei seinem Schuss hielt Lauters Stefan Meußler den Fuß so unglücklich in die Flugbahn, dass das Leder an den Pfosten sprang. Nach dieser Szene entwickelte sich ein "Trainingsspiel", das die Einheimischen jederzeit kontrollierten. Als Stefan Wich nach Querpass von Johannes Herbert auf 4:0 erhöhte, war die Angelegenheit gelaufen. Den Ehrentreffer erzielte Marco Rost nach einem Alleingang. sbp

FC 06 Bad Kissingen - DJK Ginolfs/Sondernau 2:1 (0:0) - Torfolge: 1:0 Stefan Heinisch (47.), 2:0 Dominik Helfrich (67.), 2:1 Thomas Rott (93.).

Die Kontrahenten werden sich in der nächsten Runde nicht wiedersehen. "Nach dieser Niederlage dürfen wir sicher für die Kreisklasse planen", sagte DJK-Abteilungsleiter Harald Omert. Die Platzherren, die laut FC-Trainer Thomas Freund "das Spiel immer dominierten, nur das Toreschießen vergaßen", waren ständig in der gegnerischen Hälfte zu finden, doch das Fehlen ihres etatmäßigen Angriffsführers Ervin Gergely machte sich negativ bemerkbar. Nach einem Querpass von Matthias Karch ließ Stefan Heinisch mit einem präzisen Schuss Keeper Michael Sitzmann keine Abwehrchance. Dessen Vorderleute nahmen den Rückstand überraschend gelassen hin, beim zweiten Gegentreffer durch den aufgerückten Verteidiger Dominik Helfrich gab es allenfalls ein Achselzucken. Der Anschlusstreffer durch den früheren Torjäger Thomas Rott löste ebenfalls keine Begeisterung in den eigenen Reihen mehr aus. sbp

DJK Waldberg - TSV Ebenhausen 1:2 (0:1) - Torfolge: 0:1 Nunzio DeDonato (5.), 1:1 Philipp Hillenbrand (70.), 1:2 Sebastian Dees (83.) - Gelb-rote Karten: Vtalij Eckstein (Ebenhausen/59.), Mirko Kleinhenz (Waldberg/76.) - Bes. Vorkommnis: Steffen Rauh (Ebenhausen) pariert Foulelfmeter von Patrick Seufert (78.).

Ob der vierte Saisonsieg die TSVler noch vor dem Abstieg rettet, muss abgewartet werden. In einer Begegnung auf mäßigem Niveau brachte Nunzio DeDonato die Gäste in Führung, nachdem DJK-Keeper Daniel Bühner den Scharfschuss von Christian Engert hatte prallen lassen. Julian Wahlers Kopfball (42.) schrammte knapp am DJK-Kasten vorbei. Nachdem DeDonato eine Tausendprozentige vergeigt hatte (52.), flog Vitalij Eckstein ungerechtfertigter Weise vom Platz. Die Gastgeber kamen nun etwas besser ins Spiel und durch einen Kopfball von Philipp Hillenbrand zum Ausgleich. Nachdem der hypernervöse Schiedsrichter Michael Wehner (Hergolshausen) auf den Kreidepunkt gedeutet hatte, scheiterte der gerade eingewechselte Patrick Seufert mit einem unplatzierten Schuss an Steffen Rauh. Dem Siegtreffer ging ein kapitaler Fehlpass von Waldbergs Verteidiger Daniel Voll voraus, der den Ball bei einem Rückpass maßgerecht Sebastian Dees auflegte. sbp