Bei den Bayerischen Hallen-Meisterschaften der Jugend U-20 trumpften die vom TSV Bad Kissingen zum LAC Quelle Fürth gewechselten Leichtathleten erstmals so richtig auf. Im Trikot der Mittelfranken siegte Dimitri Antonov über 60 Meter und gewann Silber im Weitsprung, sein Bruder Ivane dominierte im Dreisprung und Isabell Hergenröther setzte sich über 400 Meter durch. Silber im Dreisprung ging an Alexander Savitzki und Annika Kirchner holte völlig überraschend Bronze über 200 Meter.

Ivane Antonov, Nationalkaderathlet im Dreisprung, zeigte in München einen starken Wettkampf in seiner Spezialdisziplin. Der 17-Jährige verbesserte seine persönliche Bestleistung aus der Freiluftsaison im zweiten Versuch auf starke 14,79 Meter. Im fünften Versuch steigerte sich der Dritte der letztjährigen Deutschen U-18-Meisterschaften gar auf 14,87 Meter. "Die Technik passte, aber auch in meinem besten Versuch habe ich das Brett nicht getroffen und so mindestens 20 Zentimeter verschenkt", so der Bad Kissinger, der den folgenden Weitsprungwettbewerb zur weiteren Anlaufschulung nutzte und mit 6,50 Metern dennoch den vierten Platz belegte.
Sein Bruder Dimitri hat derweil ein echtes Problem mit der Zahl sieben. Der 15-Jährige begann den Weitsprung der Jugend U-20 mit guten 6,83 Metern. Im zweiten Versuch gelang ihm ein noch besserer Satz auf 6,99 Meter. Der Badestädter, mittlerweile von einem drei Jahre älteren Konkurrenten übertroffen, wollte aber offensichtlich zu viel. Die Folge waren drei übertretene Versuche und ein letzter Sprung auf 6,86 Meter. Damit musste sich der erfolgsverwöhnte LACler mal wieder mit Rang zwei "begnügen". Die 6,99 Meter waren aber auch für ihn ein neuer Hausrekord und zudem eine Deutsche Hallen-Jahresbestleistung für die Jugend U-18.

Schon im Vorlauf über 60 Meter zeigte Dimitri Antonov, was auf der schnellen Bahn in München möglich ist. Im Schongang lief er glänzende 7,06 Sekunden im Vorlauf und egalisierte damit die deutsche Jahresbestzeit. Im Finale wollte der Deutsche U-18-Meister im Dreisprung zum ersten Mal unter sieben Sekunden bleiben. Dann aber geschah das Unfassbare. Durch den kräftigen Beinabdruck rutschte der Startblock aus seiner Verankerung und der Favorit kam ins Straucheln. Mit einigem Rückstand auf die Konkurrenten nahm er die Verfolgung auf und lief auf den letzten Metern tatsächlich zum verloren geglaubten Sprinttitel. "Ich wundere mich selbst, dass ich nach diesem Missgeschick locker geblieben bin", so der Realschüler, der sein Luxusproblem mit der Zahl sieben in dieser Hallen-Saison sicherlich noch lösen wird.

Isabell Hergenröther traf über 400 Meter auf starke Konkurrenz. Namentlich die ein Jahr ältere Nationalkader-Kollegin Kristina Ressler vom TSV Peiting sowie Corinne Kohlmann (LG Karlstadt-Gambach-Lohr), die im Sommer vor der Bad Kissingerin Bayerische Meisterin wurde, oder Christina Hering von der LG Stadtwerke München. Da das Quartett im selbenLauf antrat, war taktisches Geschick gefragt. Die Münchnerin lief am schnellsten an und sicherte sich nach 200 Metern die begehrte Führungsposition. Hinter ihr kämpften die Bad Kissingerin und Kristina Ressler um Platz zwei.

"Ich hätte in der Kurve schneller laufen können, aber überholen ist da nicht möglich, weil man so einen wesentlich weiteren Weg laufen müsste. Als ich aber innen eine kleine Lücke sah, war ich wieder in Position", erinnerte sich Isabell Hergenröther, die auf der Zielgeraden den Turbo zündete und in für den Rennverlauf guten 57,88 Sekunden Bayerische Meisterin wurde. "Mit dem Titelgewinn bin ich natürlich zufrieden, aber die Zeit will ich in diesem Winter schon noch um rund eine Sekunde steigern." Dafür hat sie bereits in der kommenden Woche Gelegenheit bei den Landesmeisterschaften der Aktiven in Fürth, wo in der Altersklasse U-18 auch Alexander Savitzki und Annika Kirchner in die Medaillenränge wollen. Der Traum von Edelmetall ging bei der U-20 in München jedenfalls bereits in Erfüllung. Alexander Savitzki landete den besten seiner sechs Versuche im Dreisprung bei 13,41 Metern und wurde damit Zweiter. "Die Platzierung passt, aber vier ungültige Versuche sind zu viel", sparte der 16-Jährige nicht mit Selbstkritik.

Annika Kirchner hatte unter den 20 Teilnehmerinnen gerade einmal die zehntbeste Meldezeit vorzuweisen. Die Wollbacherin, die erst seit dieser Saison systematisch trainiert, überraschte aber schon im Vorlauf, gewann ihr Rennen in persönlicher Bestzeit von 26,33 Sekunden und zog mit der drittschnellsten Zeit ins Finale ein. Im Endlauf verteidigte Annika diesen Rang mit einem eindrucksvollen Finish und steigerte ihre Zeit noch einmal um zwei hundertstel Sekunden. "Mein Ziel war es, in die Finalläufe der besten Acht zu gelangen. Dass es am Ende eine Medaille wurde, hatte ich so nicht erwartet", sagte Annika Kirchner, die mit der Fürther Jugendstaffel einen weiteren Einsatz auf der Stadionrunde über 200 Meter hatte.

Als Startläuferin des LAC-Quartetts hatte die 15-Jährige allerdings nicht mehr die Spritzigkeit wie bei den Läufen zuvor. Dennoch übergab sie den Stab leicht in Führung liegend. Isabell Hergenröther, die mit Abstand älteste Sprinterin des jungen Teams, baute den Vorsprung aus und die Zwillinge Lisa und Theresa Kurz sorgten dafür, dass in 1:47,37 Minuten das anvisierte Ziel - die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft - erreicht wurde. Da störte es auch nicht, dass in den weiteren Zeitläufen zwei Teams noch schneller waren. Mit Bronze war die LAC-Staffel am Ende dennoch zufrieden.

Martin Beck vom TV Bad Brückenau gelang über 800 Meter ein Achtungserfolg. In 2:05,85 Sekunden verbuchte der Sinnstädter einen guten fünften Rang. Dominik Abert vom VfL Sportfreunde Bad Neustadt scheiterte nur um zwölf Hundertstel Sekunden am Finale über 60 Meter. Als Dritter seines Vorlaufes sprintete er 7,41 Sekunden. Besser lief es für ihn über 200 Meter. In 23,89 Sekunden hatte er über die Stadionrunde mehr Glück und war unter den besten Acht. Im Endlauf wurde er auf die ungünstige Innenbahn gelost und kam im Endklassement in 24,32 Sekunden auf den siebten Rang.