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Haßfurt
Eishockey Landesliga

Mighty Dogs verlieren das Derby gegen Haßfurt

Trotz 3:1-Führung muss sich der ERV Schweinfurt vor über 1200 Zuschauern den "Hawks" geschlagen geben. Die Matchstrafe gegen Jan Slivka bringt die Wende.
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Glück gehabt: Haßfurts Christian Dietrich (Mitte) braucht die Scheibe unter seiner Kelle eigentlich nur noch an Schweinfurts Keeper Timo Jung vorbeischieben. Doch der Ex-Haßfurter macht sich lang und bleibt letztlich Sieger.  Foto: Ralf Naumann
Glück gehabt: Haßfurts Christian Dietrich (Mitte) braucht die Scheibe unter seiner Kelle eigentlich nur noch an Schweinfurts Keeper Timo Jung vorbeischieben. Doch der Ex-Haßfurter macht sich lang und bleibt letztlich Sieger. Foto: Ralf Naumann
Der ERV Schweinfurt und die Derbys, in dieser Landesliga-Saison ist das wahrlich kein Ruhmesblatt für die Mighty Dogs. Vor allem, wenn man wie am Freitagabend im zweiten und dritten Drittel gegen den krassen Außenseiter ESC Haßfurt in dessen Halle fast schon vorgeführt wird und nach einer der schlechtesten Saisonleistungen auch völlig verdient als Verlierer vom Eis ging. 5:3 für Haßfurt hieß es am Ende - 3:1 führte Schweinfurt nach dem ersten Drittel, musste sich aber mit 0:3 und 0:1 leidenschaftlich kämpfenden Haßfurtern beugen vor über 1200 Zuschauern.

Kein Wunder, dass nach dem Spiel minutenlang Gesänge und Sprechchöre der seligen Haßfurter Fans durch die Halle schallten.
"Oh wie ist das schön", wurde des öfteren angestimmt, zumal aufgrund der Tabellensituation vor dem Spiel - die "Hawks" schweben als Elfter nach einer bisher aufgrund zahlreicher Verletzungen und Sperren miserablen Saison in Abstiegsgefahr, der ERV spielt weiter munter um den Aufstieg in die Bayernliga mit. "Das ist sicher eine große Überraschung", so Haßfurts Trainer Lubos Thür. "Wir haben es dem Gegner über weite Strecken der Partie ganz schwer gemacht, ein ganz tolles Spiel von meinen Jungs. Sie haben super Arbeit geleistet und Moral gezeigt."

Martin Reichert bleibt stehen

Nicht nur auf dem Eis, sondern auch auf der Bank. Symbolisch für die an diesem Abend unbeugsamen Haßfurter war die Szene Mitte des zweiten Drittels, als Haßfurts sportlicher Leiter Martin Reichert auf der Bank einen unglücklich abgefälschten Puck nach einem Befreiungsschlag der Schweinfurter Abwehr an die Stirn bekam. Reichert fiel nicht hin, sondern blieb stehen. Eisbeutel auf die heftig blutende Wunde drauf und weiter ging's. Erst in der Drittelpause ließ er sich nähen. Der Einsatz lohnte sich, denn der sportliche Leiter wollte die Wiederauferstehung der "Hawks" nach dem klaren 1:3 im ersten Drittel nicht verpassen. Spätestens als Martin Stelzich in der 39. Minute in Überzahl das 4:3 erzielte, war die Stimmung bei den Haßfurter Fans am Siedepunkt. Zuvor hatten der überragende Eugen Nold (24.) und David Franek (28.) auf 3:3 gestellt.

Den ESC wieder ins Spiel kommen zu lassen, das musste der ERV sich aufgrund seiner pomadigen Spielweise über 40 Minuten selbst ankreiden. Viel zu oft wurde es mit Alleingängen versucht, viel zu oft ließ man sich auf Diskussionen ein, viel zu oft verbrachte man Zeit auf der Strafbank. Und das, obwohl man durch Andreas Kleider und Jan Slivka nach vier Minuten mit 2:0 geführt hatte. Maximilian Schneider hatte den Anschlusstreffer von Haßfurts Fabian Kohn (12.) mit dem 1:3 beantwortete (14.). Selbst aus einer fünfminütigen Überzahl schlugen die Hausherren kein weiteres Kapital. Eigentlich deutete alles auf einen souveränen Schweinfurter Sieg hin, zumal Haßfurt stark ersatzgeschwächt war und auch Nachwuchsspieler aufs Eis mussten.

Matchstrafe als Knackpunkt

Der Knackpunkt im ersten Drittel war vor allem die völlig berechtigte Matchstrafe für Jan Slivka, der ESC-Verteidiger Phillip Mauder in die Bande checkte. Mauder war vorübergehend bewusstlos, musste vom Eis getragen werden. Glücklicherweise war die Verletzung nicht gravierend, wenngleich für Mauder die Partie vorbei war. "Viele dumme Strafzeiten, vor allem im ersten Drittel, haben uns das Genick gebrochen. Da fehlt hintenheraus die Luft, wenn man fünf Minuten in Unterzahl spielt. Das zehrt an den Kräften", gab ein enttäuschter ERV-Coach Stephen Heckenberger zu Protokoll, dem die zweite Derbyniederlage gegen Haßfurt "tierisch weh" tat.

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