LKR Bad Kissingen
Fußball Bezirksliga

Letzte Chance für den SV Garitz

Ausgerechnet im Derby beim FC 06 Bad Kissingen kann der Abstieg aus der Bezirksliga besiegelt werden. Der FC Fuchsstadt sieht sich vor dem Verfolgerduell nicht unter Druck. Beim TSV Münnerstadt kann die DJK Schwebenried/Schwemmelsbach ihr Meisterstück machen.
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Im Sportpark ist ein Kampf um jeden Ball zu erwarten - wie hier zwischen dem Garitzer Johannes Rüth (links) und Erwin Gergely (FC 06 Bad Kissingen) im Hinspiel, das der FC mit 1:0 gewann. Foto: Hopf
Im Sportpark ist ein Kampf um jeden Ball zu erwarten - wie hier zwischen dem Garitzer Johannes Rüth (links) und Erwin Gergely (FC 06 Bad Kissingen) im Hinspiel, das der FC mit 1:0 gewann. Foto: Hopf
FC 06 Bad Kissingen - SV Garitz.
Es war vor der Saison nicht wirklich zu erwarten, dass das Stadtderby zwischen dem FC 06 Bad Kissingen (13./22) und dem SV Garitz (16./15) vier Spieltage vor Saisonende ein "Alles-oder-Nichts"-Spiel wird, zumindest für die Gäste. Denn unterliegen sie im Bad Kissinger Sportpark, ist der Abstieg in die Kreisliga für die Truppe von Trainer Michael Beyfuß besiegelt. Eine bessere Ausgangsposition verpassten die Garitzer am letzten Spieltag gegen Aufsteiger Oberschwarzach, als man eine komfortable 2:0-Führung in den letzten fünf Minuten verspielte und noch 2:3 unterlag.
"Das war sehr bitter. Wir haben 85 Minuten richtig gut gespielt, die Oberschwarzacher Spielstärke durch konsequentes Pressing eingedämmt und hätten auch das 3:0 oder 4:0 machen können. Dann fiel durch einen Freistoß der Anschlusstreffer und wir haben das Zipperlein bekommen.
Die Niederlage war dann Höchststrafe", ärgert sich Beyfuß, der weiß was auf dem Spiel steht. "Gegen die 06er ist es unsere letzte Chance. Wir werden alles geben, nicht nur weil es ein Derby ist. Dann sehen wir, was dabei rauskommt. Es wäre in jedem Fall bitter, wenn wir wieder so eine Leistung zeigen und es würde erneut nicht reichen." Bauen kann der SV-Coach zumindest diesmal wieder auf Angreifer Marcel Rudolph. Ansonsten bleibt die Personalsituation der Garitzer unverändert angespannt.
Doch auch Gastgeber FC 06 Bad Kissingen kann bei weitem nicht ohne Sorgen ins Spiel. Der Relegationsplatz soll gehalten werden und da sitzt den 06ern vor allem der TSV Großbardorf II im Nacken, der nur zwei Zähler zurück ist. Vier wären es gewesen, hätte die Truppe von Thomas Lutz in letzter Minute in Wiesentheid nicht noch den Ausgleich kassiert. "Das war ärgerlich, weil die Mannschaft prima gekämpft hat und nach dem Rückstand wieder zurückgekommen ist. Aber das gehört zum Fußball", will Lutz dem verpassten Dreier nicht nachtrauern. Der 06-Coach findet es grundsätzlich schade, dass sich beide Mannschaften im Laufe der Saison nicht besser platziert haben. "Beide Teams zeigen mit großem Willen, dass die Moral trotz der Misserfolge intakt ist. Die Dominanz der Mannschaften aus dem Schweinfurter Raum ist zu groß, dort stehen mehr Spieler zur Verfügung und die Fluktuation ist auch größer wie in unserer Region. Spielerisch können wir - und da spreche ich für meine Mannschaft - nicht immer mithalten", liefert der 06er gleich die Erklärung dafür. Lutz erwartet ein physisch geprägtes Kampfspiel und will dem Derby als solchem keine übergroße Bedeutung beimessen. "Wir müssen aufgrund der Tabellensituation punkten, egal gegen wen es da geht. Platz 13 soll auch am Ende der Saison für uns herausspringen, dafür werden wir alles probieren. Wenn es nicht reicht, dann ist es so." Weiterhin schmerzlich vermisst wird der verletzte Angreifer Arek Porombka und auch Andreas Winkler ist privat verhindert. Das Hinspiel gewannen die 06er im Übrigen durch einen Laus-Treffer in Garitz mit 1:0 und sorgten damit für einen perfekten Amtsantritt von Thomas Lutz. Gleichzeitig war es das Ende der Ära Detlef Schäfer, der nach dem Spiel beim SV die Brocken hinwarf.

FC Fuchsstadt - SV Euerbach/ Kützberg.
"High Noon" am Sonntag auf dem Fuschter Kohlenberg, wo der FC Fuchsstadt (2./55) im Spitzenspiel der Bezirksliga Ost auf Verfolger SV Euerbach/ Kützberg (3./54) trifft. Die Ausgangslage ist klar, siegen die Füchse gegen den Kontrahenten, dürfte ihnen Platz zwei nicht mehr zu nehmen sein. Das wollen die hoch gewetteten Gäste verhindern. Euerbachs Abteilungsleiter und Mäzen Stephan Brunner forderte vor dem letzten Spieltag von seiner Truppe fünf Siege aus den letzten fünf Spielen. "Das ist machbar. Dann stehen wir auf Rang zwei", wurde Brunner zitiert. Die Qualität dafür hat der Euerbacher Kader dafür doch allemal, tummeln sich doch etliche Spieler darin, die schon höherklassige Erfahrung haben. Oliver Kröner beispielsweise kam sogar zu sechs Einsätzen in der ersten Bundesliga bei Fortuna Düsseldorf. Zuletzt fuhr die Truppe von Pero Skoric einen klaren 3:0-Sieg über Geesdorf ein. Doch auch Fuchsstadt löste seine Pflichtaufgabe beim TSV Großbardorf II (2:0), so dass Trainer Dirk Züchner sein Team gerüstet sieht. "Wir haben gegen eine starke Großbardorfer Truppe großen Willen gezeigt und am Ende in einem sehenswerten Bezirksligaspiel verdient gewonnen. Nun sehe ich einen kleinen Vorteil für uns, weil der Druck ganz klar bei Euerbach liegt. Ihr Ziel war der Aufstieg und ich habe schon vor der Saison gesagt, dass das eine individuell ganz starke Truppe ist. Eigentlich müssten sie vom Potential da stehen wo Schwebenried steht, allerdings haben sie öfter auch Nerven gezeigt." Laut Züchner könne sein Team ganz befreit in das Spiel gehen, "denn wir wollten die Mannschaft im Laufe der Saison stabilisieren und unter die ersten Drei führen und das haben wir geschafft". Wie man Euerbach beikommen kann, hat die Züchner-Elf bereits im Hinspiel gezeigt, als man den Platz als 3:2-Sieger verließ. Simon Bolz war es, der kurz vor Schluss den entscheidenden Treffer erzielte. Sorgen bereitet den Füchsen nur der ausgedünnte Kader, doch Züchner gibt sich da kämpferisch. "Da müssen wir durch. Wir haben unter der Woche gut trainiert und uns entsprechend vorbereitet."

TSV Münnerstadt - DJK Schwebenried/Schwemmelsbach.
Der TSV Münnerstadt (5./41) empfängt im vorletzten Heimspiel der Saison Tabellenführer DJK Schwebenried/Schwemmelsbach (1./65). Dabei könnten die Nägelsieder Augenzeugen der vorzeitigen Meisterschaft der Gäste um das Trainerduo Thorsten Büttner/Mario Schindler sein. Der Fall tritt ein, wenn die DJK alle drei Punkte aus Münnerstadt entführt oder wenn das Spiel unentschieden endet und sich die Kontrahenten aus Fuchsstadt und Euerbach/ Kützberg im direkten Verfolgerduell ebenfalls die Punkte teilen. Dies ruft bei Münnerstadts Coach Adrian Gahn durchaus zwiespältige Gefühle hervor, denn zum einen gönnt er seinem Kumpel Thorsten Büttner, bei dessen Hochzeit er im August als Trauzeuge fungiert, die Meisterschaft von Herzen, doch würde er mit seiner Truppe dem Spitzenreiter gerne ein Schnippchen schlagen, um sich Platz vier zurückzuerobern, den man durch die 1:3-Niederlage in Dampfach an den TSV Unterpleichfeld verlor. Dort kickten die Mürschter eine Halbzeit lang mäßig, ehe man in Durchgang zwei wie verwandelt aus der Kabine kam, sich lediglich mit Punkten am Ende nicht belohnte. "Wir waren dem 2:1 näher, aber es hat nicht sollen sein", so der TSV-Übungsleiter, der wohl auf den gleichen Kader baut wie zuletzt.

FC Geesdorf - SV Riedenberg. Nachdem der SV Riedenberg (9./37) vor Wochenfrist durch einen 2:1-Sieg über Unterspiesheim nun auch rein rechnerisch den Klassenerhalt eingetütet hat, führt die Reise diesmal zum FC Geesdorf (7./40). Der Mitaufsteiger präsentierte sich im Laufe der Saison ebenso als voll bezirksliga-tauglich wie die Truppe von Marius Kubo, der zu Recht stolz auf seine Jungs ist. "Bei uns herrscht natürlich eine prima Stimmung. Die Mannschaft hat auch gegen Unterspiesheim wieder eine gute Leistung gezeigt und bis zum Schluss Gas gegeben." Lohn der Mühen war der sehenswerte "Last-Minute"-Treffer von Innenverteidiger Thomas Vorndran, für den der SV-Coach ein Sonderlob übrig hatte. "Der hält hinten den Laden zusammen und macht vorne das entscheidende Tor. Das ist einfach schön." Auch für die Partie in Geesdorf, das gerade mal drei Zähler mehr auf dem Konto hat, haben sich die Rhöner wieder etwas vorgenommen. "Nachdem der Deckel jetzt drauf ist, wollen wir natürlich gerne auch dort gewinnen und mit ihnen gleichziehen. Es sind alle Spieler heiß und ich habe die Qual der Wahl", sagt Kubo. Aufpassen muss man im Riedenberger Lager vor allem auf FC-Stürmer Mohammed Remaithi, der bereits 21 Tore erzielt hat und damit hinter dem Schwebenrieder David Fleischmann Platz zwei in der Torjägerliste belegt.
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