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Bad Kissingen
Fechten

Kissinger Fechter glänzen durch perfektes Teamwork

Die Ausrichtung der Bayerischen Meisterschaften im Florett in der Bayernhalle ist nicht nur aus sportlicher Sicht ein Volltreffer.
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Attacke: Louis Junge (links) in seinem Gefecht gegen den Bamberger Samuel Leibach, das er souverän gewann. Foto: Hopf
Attacke: Louis Junge (links) in seinem Gefecht gegen den Bamberger Samuel Leibach, das er souverän gewann. Foto: Hopf
Ziemlich geschlaucht, aber rundherum zufrieden mit dem Verlauf der Bayerischen Meisterschaften im Florett in der heimischen Bayernhalle sind die Verantwortlichen und Aktiven der Fechtabteilung des TSV Bad Kissingen. "Alle haben an einem Strang gezogen und durch ihr Engagement dazu beigetragen, dass hier eine tolle Atmosphäre herrschte", dankte Abteilungsleiterin Monika Kiesel allen Helfern. "Selbst der Aufbau und der Abbau ging in Rekordzeit über die Bühne", lacht sie. "In den letzten Jahren haben wir kein Sommerfest mehr veranstaltet, aber das wird dieses Jahr anders und zeitnah umgesetzt, um die jetzt herrschende Euphorie mitzunehmen", verspricht die Abteilungsleiterin.
Auch sportlich gesehen konnten die einheimischen Fechter mit ihren Leistungen zufrieden sein, auch wenn es aufgrund der teils sehr starken Konkurrenz nicht immer zu Platzierungen ganz vorne reichte.
Einziger Schwachpunkt war das vom Verband vorgegebene Reglement, das durch die Zusammenlegung mehrerer Jahrgänge bei den jüngsten Teilnehmern für Verwirrung und Verärgerung sorgte. "Da haben weder die Kinder noch die Trainer durchgeblickt, wer gegen wen fechten musste. Teilweise sind dabei dann merkwürdige Ergebnisse herausgekommen", war Monika Kiesel auch zwei Tage später noch ziemlich angefressen. "Das kann nicht gerecht sein. Es ist gerade in dem Alter ein wahnsinniger Unterschied, ob das Kind Jahrgang 2004 oder 2002 ist." Leidtragende aus Kissinger Sicht war Jennifer Hamburg, die nach unglücklicher Vorrunde nur noch im unteren Tableau fechten durfte. Dort war maximal Platz neun möglich, den sie auch erreichte. Besser erging es Julia Kallenbach und Marlene Best, die Siebte und Achte wurden. In ihrem Jahrgang 2003 bedeutete das die Plätze zwei, drei und vier für die Kissingerinnen. Wenig beeindruckt von dem Wirrwarr zeigte Liam Junge, der jüngste Kissinger Teilnehmer. In seinem Jahrgang 2004 war er die Nummer eins. In den Duellen mit den Älteren kämpfte er sich bis ins Halbfinale vor. "Das habe ich im Vorfeld ja schon gesagt, dass der nicht ohne Pokal nach Hause geht", sah sich Monika Kiesel bestätigt.

Reine Nervensache

Mit deutlich größerer Konkurrenz musste sich sein älterer Bruder Louis Junge in der A-Jugend auseinandersetzen. Bei 36 Teilnehmern belegte er am Ende Platz sieben, womit seine Trainerin nicht ganz zufrieden war. "Das Viertelfinale gegen Anton Ziegon hätte er auch gewinnen können. Er lag immer ein bis zwei Treffer vorne bis zur Pause bei 10, dann wurde Anton umgestellt und Louis wurde nervös. Bei einem Sieg wäre er Dritter geworden", bedauerte die Trainerin das knappe 13:15.
Ein guten Tag erwischte Jule Albert - "der Sonnenschein unserer Abteilung" (Monika Kiesel) - bei den A-Jugendlichen. Mit vier Siegen überstand sie die Vorrunde locker. Nach einer Niederlage im Sechzehnerfeld musste sie den Umweg über den Hoffnungslauf nehmen, wo sie mit einem heiß umkämpften 15:13 gegen Alina Lobe (Füssen) den Einzug ins Viertelfinale perfekt machte. Nach einem Sieg gegen Luise Freitag (Coburg) war erst im Halbfinale gegen die spätere Siegerin Theresa Weltzien (Luitpold München) Endstation. "Das ist ein super Ergebnis", freute sich Monika Kiesel über Bronze. Jule Albert, die am zweiten Tag auch noch bei den Aktiven startete, war begeistert von der Atmosphäre. "Jeder hat jedem geholfen, es war immer jemand an der Bahn, wenn du gefochten hast. Das ist ganz ungewohnt, sonst ist man immer alleine", genoss sie den Heimvorteil. Nach den zwei Turnieren sei sie zwar etwas K.o., aber das gleiche das Adrenalin locker aus. "Dieses Gruppenerlebnis war für mich etwas Besonderes. Ich habe überhaupt keinen Druck verspürt und war viel gelöster und gelassener als erwartet."
Bei der älteren B-Jugend gab es bei nur elf Startern nach einer Setzrunde gleich eine K.o.-Runde, nach der die TSVler Nicki Schmitt Platz drei und Lukas Nöth Platz fünf belegten. "Das Halbfinale von Nicki war eine Nervenschlacht, beide Fechter sind wegen Passivität verwarnt worden. Nicki hält das durch, doch er musste sich mit 2:3 geschlagen geben", bedauerte Monika Kiesel den knapp verpassten Finaleinzug.
Überraschend war das Auftreten von Kilian Brath bei den Aktiven, hatte er doch während des Studiums zwei Jahre nicht gefochten und nur ein Mal vor dem Turnier trainieren können. Mit drei Siegen qualifizierte er sich für das Sechzehnerfeld. "Sehenswert war dort sein Gefecht gegen Martin Gerstung. Der alte Fuchs aus Rosenheim wusste auf alles was Kilian probierte eine Antwort", schwärmte Monika Kiesel. Auch dem Kissinger Jonas Martin gelang mit dem Einzug unter die letzten 16 ein Achtungserfolg.
Für die übrigen Kissinger Fechter ging es in ihren jeweiligen Altersgruppen darum, Erfahrungen gegen starke Konkurrenz zu sammeln. Da das meist auch mit dem einen oder anderen Sieg gelang, gab es am Ende nur strahlende Gesichter. Auch bei den Eltern. "Die Organisation und Stimmung waren super, reichlich Besucher haben unser Angebot angenommen", freute sich Nicole Weingärtner vom "Cafeteria-Team", die allerdings bedauerte, dass sich kein offizieller Vertreter der Stadt sehen ließ. "Fechten steht ja in Bad Kissingen fast nie im Mittelpunkt, da wären die Bayerischen Meisterschaften eine prima Gelegenheit gewesen."

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