In der Quelle-Halle in Fürth wurde der zweite Teil der Bayerischen Leichtathletik-Meisterschaften ausgetragen, dieses Mal wurden die Titelträger der Aktiven und Jugend U 18 gekürt. Wie schon vor einer Woche in München, wo die Meisterschaften der Jugend U 20 stattfanden, gab es für die fünf Bad Kissinger Leichtathleten im Trikot des LAC Quelle Fürth wieder reichlich Edelmetall.
Gold sicherte sich Dimitri Antonov im Weitsprung und 60-Meter-Sprint, sowie Alexander Savitzki im Dreisprung der U 18. In der weiblichen Jugend U 18 erfreute Annika Kirchner mit Silber über 200 Meter. Bei den Aktiven verbuchten die noch zur Jugendklasse gehörenden Ivane Antonov (Dreisprung) und Isabell Hergenröther (400 Meter) jeweils den Silberplatz.
Damit hat das Bad Kissinger Quintett in den letzten zwei Wochen alleine zwölf Einzel-Medaillen bei Landesmeisterschaften für ihren neuen Klub geholt. Trotz dieser Erfolge fand jeder der fünf erfolgreichen Athleten noch das ein oder andere Haar in seiner Suppe.
Dimitri Antonov trommelte vor Wut mit den Fäusten gegen die Weichbodenmatte, die ihn nach seinem Sieg über 60 Meter soeben noch sanft im Zieleinlauf aufgefangen hatte. Im Finale sprintete er in 7,06 Sekunden weit vor den anderen Finalisten über die Ziellinie. Gratulationen wollte er allerdings nicht entgegen nehmen. Zu groß war die Enttäuschung, wieder nicht diese schier unüberwindliche Schallmauer von sieben Sekunden unterboten zu haben. Schon im Vorlauf (7,11) und auch im Halbfinale (7,13) schrammte er knapp an seinem persönlichen Ziel vorbei. Die sieben Meter im Weitsprung nahm der 15-Jährige erst gar nicht ins Visier. "Ich wollte lediglich meinen Anlauf festigen und bin immer voll angelaufen. Deshalb hatte ich auch vier ungültige Versuche zu verzeichnen", so der Bad Kissinger, der am Ende mit 6,53 Meter dennoch knapp vorne lag und bei den Süddeutschen Meisterschaften in Sindelfingen wieder voll angreifen will.
Alexander Savitzki hatte im Dreisprung der U 18 nicht seinen allerbesten Tag erwischt und blickte nach Ende des Wettkampfes nicht gerade erfreut in die Runde. Dabei hatte er doch soeben seinen ersten Sieg bei einer Bayerischen Meisterschaft errungen. "Medaillen sind nicht alles, ich wäre lieber deutlich weiter gesprungen, so der Bad Kissinger, der mit 13,04 Metern dennoch einen halben Meter vor dem Zweitplatzierten lag.
Für Annika Kirchner lief zunächst alles schief. Unmittelbar vor dem Start über 400 Meter verletzte sie sich am Startblock und nahm das Rennen mit blutender Wunde am Finger in Angriff. Die Wollbacherin ging dann die erste von zwei Runden zu passiv an und trat zu allem Übel auch noch in der zweiten Kurve auf die innere Bahnbegrenzung. Deshalb wurde sie den Regeln entsprechend disqualifiziert. Als Startläuferin über 4 x 400-Meter musste sie auf der von ihr ungeliebten Innenbahn das Rennen in Angriff nehmen. So konnte sie ihren Teamgefährtinnen von der LAC Quelle Fürth nicht den sicheren Vorsprung mit auf den Weg geben, den diese gebraucht hätten, um das Rennen ungestört von der Spitze zu bestreiten. Dennoch blieb das U-18-Quartett in 1:47,53 Minuten erneut unter der U-20-Norm für die Deutschen Meisterschaften und holte am Ende Silber. Der Sieg ging an das zweite Team der LAC Quelle Fürth, das in seinem Zeitlauf nur 1:46,77 Minuten benötigte und damit verdeutlichte, was der Traditions-Verein in dieser Altersklasse für ein Potential besitzt. Am zweiten Wettkampftag hatte die Realschülerin aber mehr Glück mit der Bahnaus losung. Im dritten von vier gleichberechtigten Zeitendläufen wurde ihr die Bahn vier zugelost. "Ich finde diese Bahn einfach super. Man startet in der steilen Startkurve ganz oben und läuft gleich bergab. In der zweiten Kurve geht's zwar erst mal wieder bergauf, aber abwärts im Übergang auf die Zielgerade kann man viel Tempo machen", begründet die 15-Jährige ihre Vorliebe für diese Bahn, die ihr schon vor einer Woche bei den Meisterschaften der U 20 zu Bronze verholfen hat. Auch in Fürth nutzte sie wieder die gute Ausgangsposition und gewann ihren Zeitlauf in neuer persönlicher Bestzeit von 26,30 Sekunden. Damit durfte sie sich hinter Lisa Marie Petkov (TSV Königsbrunn/25,86 Sekunden) über Silber freuen. Laura Hofmann vom TSV Münnerstadt, in diesem Winter immer wieder von Krankheiten im Training gebremst, wurde in 27,29 Sekunden Achte.
Selbst eine neue persönliche Bestleistung im Dreisprung der Aktiven hätte Ivane Antonov nicht zum Sieg gegen den starken Regensburger Manuel Ziegler (15,52 Meter) geholfen. So versuchte auch der ältere der beiden Antonov-Brüder seinen Anlauf weiter zu verbessern. Mit 14,45 Meter holte er sich sicher Silber und sieht sich gut gerüstet für die kommenden Aufgaben in der Jugendklasse. "Der Anlauf passt so langsam, so dass spätestens bei den Deutschen Meisterschaften die 15 Meter fallen müssten, so der 17-Jährige Deutsche U-20-Jahresbeste, der in der letzten Woche mit seinen 14,87 Meter schon knapp an diese Marke heran sprang.
"Ich wollte unbedingt gewinnen oder zumindest unter 57 Sekunden bleiben", kommentierte Isabell Hergenröther enttäuscht ihren Finallauf über 400 Meter der Frauen, in dem die starken Jugendlichen aus Franken die Akzente setzten. Im Vorlauf erzielte die 17-Jährige in 57,44 Sekunden als Schnellste noch eine neue Jahresbestzeit und weckte Begehren auf mehr. Im Finale übernahm Isabell Hergenröther auch gleich die Initiative und führte das Feld in die zweite Runde. Nach 250 Meter wurde sie allerdings von Corinne Kohlmann überholt, die diese Führungsposition dann bis ins Ziel nicht mehr abgab. Am Ende musste die Bad Kissingerin, die vor einer Woche bei den Meisterschaften der U 20 noch vor der Karlstädterin siegte, sich in 57,35 Sekunden ihrer Dauerkonkurrentin (57,09 Sekunden)