LKR Bad Kissingen
Fußball Bezirksliga Ost

Ein trauriger Tag für Bad Kissingen

Mit der Derbyniederlage beim TSV Münnerstadt ist der Abstieg des SV Garitz nicht mehr zu vermeiden. Der FC 06 hat den Klassenverbleib nicht mehr in eigener Hand.
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Oben und unten: Obenauf ist Kissingens Ervin Gergely im Ringen um den Ballbesitz mit dem Großbardofer Sebastian Köhler. Aber nach der 0:2-Niederlage droht der Sturz in die Kreisliga Foto: Hopf
Oben und unten: Obenauf ist Kissingens Ervin Gergely im Ringen um den Ballbesitz mit dem Großbardofer Sebastian Köhler. Aber nach der 0:2-Niederlage droht der Sturz in die Kreisliga Foto: Hopf
FC 06 Bad Kissingen - TSV Großbardorf II 0:2 (0:1). Tore: 0:1 Johannes Katzenberger (35.), 0:2 Domenik Firnschild (76.). Gelb-rot: Christian Heilmann (89., Bad Kissingen).
Die 06-er verloren das als "Schicksalsspiel" angekündigte Match gegen den unmittelbaren Konkurrenten im Abstiegskampf und stehen mit einem Bein so in der Kreisliga. "Wir haben den Klassenerhalt jetzt selbst nicht mehr in der Hand", zeigte sich nach dem Abpfiff FC-Coach Thomas Lutz ernüchtert. Die Grabfelder schon, sie erwartet nun mit dem Tabellenletzten SV Mühlhausen/Schraudenbach eine vermeintlich lösbare Aufgabe. Für die Schilling-Elf stünde bei einem Erfolg das erste Relegationsspiel beim Vizemeister der Kreisliga Schweinfurt 2 an.

Frühes Pech

Die Begegnung im Sportpark sah zunächst dominierende Gastgeber, die Pech hatten, dass Ervin Gergely
nach einer Hereingabe von Matthias Karch den Ball nicht traf (5.). Eine Viertelstunde später haderten die heimischen Fans, weil Ger gely nach schöner Drehung das Leder nur an die Unterkante der Latte knallte. "Wir sind vor der Pause überhaupt nicht im Spiel gewesen", erklärte nach Spiel ende TSV-Coach Karsten Schilling, dessen Team aber noch vor dem Seitenwechsel mit ihrer bis dahin einzigen Möglichkeit in Führung ging. Manuel Ganz riss dabei mit einem Steilpass die FC-Deckung auf, der durchlaufende Johannes Katzenberger schob das Spielgerät flach und unhaltbar ins Toreck. Nachdem gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs Adnan Hamzic mit einem Kopfball nach Ecke von Christian Laus am guten Keeper Patrick Balling gescheitert war, übernahmen immer mehr die Gäste das Kommando. "Das entsprach unserem Plan", so Schilling, "wir haben auf unsere größere Physis gesetzt." Dabei hätte nach einer Stunde Janik Markert schon alles klar machen können. Nach einem Pfostenschuss von Christopher Goldbach brachte der Großbardorfer das Kunststück fertig, die Kugel genau auf Florian Rottenberger zu setzen - und nicht ins leere kurze Eck. Doch dies sollte sich nicht rächen, die jetzt mit langen Bällen operierenden Platzherren erspielten sich keine einzige nennenswerte Möglichkeit. Und sie kassierten noch den zweiten Gegentreffer: Nach Rückpass von Florian Wedlich vertändelte Rottenberger den Ball an den heranstürzenden Domenik Firnschild, der samt Spielgerät ins verwaiste Tor lief. "Uns haben wie schon so oft die spielerischen Mittel gefehlt", erklärte Lutz die bittere Niederlage, "aber wir können noch hoffen".
Bad Kissingen: Rottenberger - Hoffmann (66. Winkler), Hamzic, Wedlich, Wehner (57. Wirth) - Karch, Heilmann, Laus, Heimerl - Gergely, Limpert.

TSV Münnerstadt - SV Garitz 3:1 (1:1). Tore: 0:1 Tobias Ehrenberg (31.), 1:1 Tobias Geis (44.), 2:1, 3:1 Julian Göller (57., 63., Foulelfmeter).
Nicht mehr hoffen können dagegen die Garitzer. Die schlimmsten Befürchtungen ihrer Verantwortlichen wurden wahr, die Grün-Weißen steigen binnen zwölf Monaten zum zweiten Mal ab. Dabei sah es im Landkreisderby zunächst noch gut aus, denn nach einer halben Stunde traf ihre Angriffsspitze Tobias Ehrenberg zur Führung. Die TSVler zeigten, obwohl stark ersatzgeschwächt keine Gnade, agierten mit Übergewicht im Mittelfeld und schafften durch Tobias Geis noch vor dem Kabinengang den Ausgleich. Die Schützlinge von Spielertrainer Adrian Gahn, der wegen Verletzung früh vom Rasen musste, setzten nach, verdummten zunächst aber gute Gelegenheiten. Den Bann brach Torjäger Julian Göller, der auf Vorlage von Geis Keeper Philipp Werner mit seinem platzierten Schuss keine Abwehrchance ließ. Kurz darauf schlug Göller ein weiteres Mal zu, nach Foul an Geis verwandelte er den fälligen Elfer sicher. Die Mannen von Michael Beyfuß ("wir haben den Klassenerhalt durch unnötige Punktverluste zuvor verpasst") waren zu keiner geordneten Gegenwehr mehr fähig und ergaben sich ihrem Schicksal.
Münnerstadt: Büttner - Kraus, Kanz, Müller (85. Vielwerth), D. Mangold - Gahn (36. S. Halupczok), Nöthling, Geis (65. M. Halupczok), Kröckel - Göller, Coprak.
Garitz: Werner - Rüth (85. Alles), Schmitt, M. Niebling, Lang - B. Niebling, Cazzella, An. Sadowski (59. Rudolph), Herold - Papadopoulos (79. Baldauf), Ehrenberg.

FC Fuchsstadt - FC Geesdorf 3:2 (0:0). Tore: 0:1 Stefan Weiglein (68.), 1:1, 2:1 Arthur Lebsack (73., 75.), 2:2 Stefan Weiglein (75.), 3:2 Johannes Feser (88.).
Im letzten Heimspiel der Saison, durch den Sieg der Euerbach/Kützberger ist die Aufstiegsrelegation endgültig futsch, fanden die Kohlenbergler zunächst keinen Zugriff auf den Aufsteiger, der große Freiräume im Mittelfeld hatte, aber relativ spät durch seinen Spielmacher Stefan Weiglein in Führung ging. Doch ausgerechnet der eingewechselte Arthur Lebsak, der zuvor schon mit einem Last-Minute-Treffer im A-Klassen-Spiel die Meisterschaftsträume der Obererthaler zum Platzen gebracht hatte, sorgte mit zwei Treffern binnen fünf Minuten für die unerwartete Wende. Zunächst schlug sein fulminanter Volleyschuss ein, dann überlistete er Gäste-Keeper Christian Bothe mit einem Kopfball. Eine Schläfrigkeit seiner Mitspieler, die den 30-Meter-Anlauf von Stefan Weiglein nur ungenügend störten, führte zum schnellen Ausgleich. Das Remis, das eher dem Spielverlauf entsprochen hätte, war schon abgesegnet, da setzte "Jogo" Feser sich entschlossen durch und besorgte doch noch den Heimsieg.
Fuchsstadt: Rösler - Heinlein, Thurn, Plehn, Baldauf, Bold, P. Stöth, Bolz, Tretter (58. Bayer) - J. Volpert (58. A. Lebsak), Feser.

FC Gerolzhofen - SV Riedenberg 0:1 (0:0). Tor: Philipp Dorn (78.).
Die Schützlinge von Marius Kubo, für die es genauso wie für den Gegner nur um die "goldene Ananas" ging, zeigten noch einmal eine ansprechende Leistung. "Unbefriedigend war nur unsere Chancenverwertung", informierte SV-Abteilungsleiter Stefan Dorn aus dem Steigerwaldstadion. "Wir hätten aufgrund der Vielzahl der Chancen bis zur Pause schon locker drei bis vier Tore schießen müssen." Doch bei allen vier Alleingängen fanden die potenziellen Torschützen ihren Meister in FC-Goalie Florian Ullrich, der zudem noch Glück bei einem Pfostenschuss von Christoph Dorn hatte.

Endlich interessanter

Die Begegnung wurde nach der Pause deswegen für die 70 Zuschauer interessanter, weil nun auch die Gastgeber eine Schippe drauflegten, sich dabei aber kaum gefährliche Angriffsaktionen erspielten. Als eine torlose Partie drohte, schlug schließlich Philipp Dorn zu. Die Gastgeber, die mit dem Saisonverlauf zum Vergleich mit der Kubo-Elf überhaupt nicht zufrieden sein können, brachten die Kugel nicht aus der Gefahrenzone, diese fiel dann Dorn maßgerecht auf den Schlappen.
Riedenberg: Fl. Dorn - Schultheiß, Vorndran, Schaab, D. Dorn - S. Hergenröder (82. Schuhmann), Carton, Ch. Dorn (82. Annon), Galloway - Ph. Dorn, Fröhlich.

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