Selb
Eishockey Landesliga

Ein Hassplakat schockt die Kissinger Wölfe

Beim Pflichtsieg in Selb sorgt ein Hass-Plakat für Unverständnis bei den Kissinger Wölfen.
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Verlässt das Wolfsrudel: In der Bayernliga hatte Jens Freund bereits für die Schweinfurter Mighty Dogs gespielt. Jetzt kehrt der Stürmer von der Saale zurück an den Main. Foto: Marion Wetterich/Archiv
Verlässt das Wolfsrudel: In der Bayernliga hatte Jens Freund bereits für die Schweinfurter Mighty Dogs gespielt. Jetzt kehrt der Stürmer von der Saale zurück an den Main. Foto: Marion Wetterich/Archiv
VER Selb 1b - Kissinger Wölfe 3:6 (1:2, 0:1, 2:3).
Auch einen Tag später reagierte Wassili Ledin mit einer Mischung aus Unverständnis und Schock. Über 4000 Zuschauer passen in die Selber Netzsch-Arena, vielleicht 50 hatten sich für den Auftritt der Oberliga-Reserve gegen die Kissinger Wölfe interessiert. Da fiel dieses eine Plakat erst recht auf. "Werdet zur Legende - brecht Nemo beide Hände", hatte ein Depp da geschrieben. Eine Grenzüberschreitung nicht nur für den Wölfe-Vorsitzenden. "Auch dumme Sprüche gehören zum Eishockey. Aber so etwas geht einfach nicht. Da müssen sich die Verantwortlichen Gedanken machen, warum keiner dieses Plakat entfernt hat. In der Tabelle trennen beide Vereine viele Punkte. Und es gibt auch keine lokale Brisanz, die als etwaige Erklärung herhalten könnte."

Unter dem Strich wurde es ein Pflichtsieg für die Kissinger Wölfe, die mehr Qualität aufs Eis brachten. Aber auf einen Gegner trafen, der mit vier Reihen antreten konnte, während die Unterfranken gerade einmal zwei Reihen hatten aufbieten können, ergänzt von den sporadisch eingesetzten Sidney Els und Jonas Manger. "Uns haben Alex Berger, Jan Pantkowski und Thomas Berndaner gefehlt", sagt Wassili Ledin. Nicht mehr im Kader steht auch Jens Freund, dessen Comeback nach langwieriger Verletzung zu Beginn der Saison fehlgeschlagen war und der vor wenigen Tagen bei den Mighty Dogs anheuerte. "Jens ist ein guter Spieler und netter Mensch. Er wohnt in Schweinfurt, da akzeptieren wir seinen Wechsel. Wir wünschen ihm jedenfalls für die Zukunft alles Gute", sagt Ledin.

Das Spiel in Selb begann aus Sicht der Gäste spektakulär. Deshalb, weil Andi Hampl die Saalestädter bei doppelter Unterzahl in Führung brachte mit einem Alleingang und auch das 0:2 erzielte. Den Anschlusstreffer der Oberfranken beantwortete Alexander Engel mit dem 3:1. Gut, dass Wölfe-Goalie Julian König einen Penalty entschärfte und Roman Nikitin mit Beginn des Schlussdrittels auf 4:1 stellte, denn eine Offenbarung war das Kissinger Spiel nicht. "Ich habe das Gefühl, wir passen uns dem Gegner an. Dann fallen Siege auch gegen schwächere Mannschaften schwer. Jeder hatte versucht, sein Tor zu machen." Dass der Wölfe-Boss dennoch zufrieden sein durfte, lag an zwei weiteren Verteidiger-Toren von Alexander Engel, ehe die Selber Ergebniskosmetik betrieben.

Damit bleiben die Kurstädter im Rennen um die beiden Aufstiegsplätze, sind jetzt punktgleich mit den Schweinfurter Mighty Dogs, die sich in Freising zu einem 2:0-Sieg mühten mit Treffern von Timo Ludwig und Alex Funk. Am Wochenende können die Kissinger Wölfe weiteren Boden gutmachen in den beiden Heimspielen gegen die Liga-Schlusslichter ERC Regen (Freitag, 20 Uhr) und EV Regensburg 1b (Sonntag, 18 Uhr). Dann folgen zwei Spiele gegen den ERSC Amberg, und ihr letztes Spiel bestreiten Mikhail Nemirovsky und Co. gegen die Mighty Dogs. Die Eishockey-Fans der Region dürfen sich auf eine spannende Restsaison freuen. Mit gutem Sport - und ohne dumme Plakate.

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