Schildere uns doch bitte ganz kurz Deinen fußballerischen Lebenslauf. Wie kamst Du zum Fußball?
Madlen Frank: "Mit fünf Jahren habe ich meine Leidenschaft zum Fußball entdeckt. Durch die Gleichaltrigen aus meinem Dorf, aber auch durch die Familie, weil Vater, Bruder und Mutter alle aktiv waren, und zum Teil noch sind. Ab den U-7-Junioren habe ich bis zur U-11 beim SV Albertshausen gespielt, um dann innerhalb des Vereins zu den U-15- und U-17-Mädchen zu wechseln. In der Saison 2010/2011 bin ich dann zu den U-15-Junioren des TSV Großbardorf in die Bayernliga Nord."

Beim TSV Großbardorf spielst Du bei den Jungen. Vermisst Du da Mitspielerinnen oder genießt Du das "Alleinsein"?
"Ich empfinde die Zusammenarbeit mit den Jungs wesentlich unkomplizierter. Auch werde ich voll akzeptiert in meiner Mannschaft. Manchmal vermisse ich aber die Gespräche mit den Mädels."

Worin siehst Du die Vorteile, bei männlichen Kollegen mitzukicken?
"Das Spiel ist einfach schneller und präziser, da alle ziemlich gleich stark sind. Gut finde ich es auch, dass die Jungs keinesfalls zurückziehen im Zweikampf. Sie sehen es eher als Ansporn, da sie sich nicht von einem Mädchen ausspielen lassen wollen."

Beobachtest Du noch das Damenfußball-Geschehen im Landkreis?
"Eigentlich kaum. Ab und zu schaue ich mir mal ein Spiel des SV Albertshausen an, aber sonst ist meine Interesse eher auf den Fußball im Männerbereich gerichtet."

Wie hat sich aus Deiner Sicht der Damenfußball in der Region in den vergangenen Jahren entwickelt?
"Die Förderung im Damenfußball nimmt immer mehr zu und es werden immer mehr Mannschaften in der Region gegründet. Spielerisch nimmt der Fußball mehr Klasse an. Probleme sehe ich hierbei jedoch auch, da kaum eine Leistungsdichte vorhanden ist."

Ist es wirklich schon normal, dass ´Mädels kicken?
"Ich denke, dass Klischees wie 'Mädchen machen Ballett' oder ähnliches immer mehr in den Hintergrund rückt, da die Leistung im Frauenfußball ständig zunimmt."

Die deutsche Nationalmannschaft wird von einer Trainerin gecoacht. Wie viele weibliche und wie viele männliche Trainer hattest Du?
"Ich hatte bis jetzt im Verein nur männliche Trainer. Außer im Auswahlbereich (U-13/U-15), da wurde das Training von Frauen geleitet."

Du bist zur Zeit unterwegs. Wo denn genau?
"Ich war erst mit der U-17-Bayernauswahl in Graz bei einem Turnier mit Länderteams aus Sachsen, Steiermark und Württemberg. Jetzt gerade besuche ich einen Gemeinschaftslehrgang mit der tschechischen Nationalmannschaft in Oberhaching, wo wir zwei Spiele und drei Trainingseinheiten haben."

In welchen Auswahlteams hast Du bislang gespielt und wie groß ist der zeitliche Aufwand?
"Angefangen hat das Ganze mit dem Stützpunkttraining (2007) einmal die Woche. Daraufhin habe ich zwei Jahre in der Regionalauswahl Nordbayern gespielt und bin anschließend für die Bayernauswahl gesichtet worden. Ich trainiere drei- bis viermal mal wöchentlich. Hinzu kommen die Spiele am Sonntag und die Lehrgänge der Bayern auswahl, die meist zwei Mal im Monat übers Wochenende in Oberhaching stattfinden. Während der Saison bleibt leider kaum Zeit für andere Aktivitäten und meine Freunde."

Spürst Du mitunter Druck? Wenn ja, wie gehst Du damit um?
"Teilweise ist es nicht leicht, das Schulische und den Sport zu vereinen. Auch wird immer eine gewisse Leistung erwartet. Meistens setze ich mich selbst unter Druck, wenn Situationen entstehen in denen es nicht so läuft, wie ich es gerne möchte."

Überhaupt: Wie weit soll Dich der Fußball bringen, wo liegen Deine Ziele?
"Mein Traum wäre es, einmal in der Bundesliga und in der Nationalmannschaft zu spielen. Da die finanziellen Mittel im Frauenfußball eher nicht so gut sind, möchte ich vorerst studieren und dann einen Beruf im sportlichen Bereich erfassen, aber nebenbei weiter meiner Leidenschaft nachgehen."