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Bad Kissingen
Fußball

Diese Schiedsrichterinnen sorgen für eine klare Ansage

Mareike Köberle und Susanne Grams behaupten sich als Schiedsrichterinnen auch im Herrenbereich.
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Alles hört auf ihr Kommando: Schiedsrichterin Mareike Köberle, hier in Aktion beim Kreisliga-Spiel des TSV Oberthulba gegen den FC Strahlungen. Foto: ssp
Alles hört auf ihr Kommando: Schiedsrichterin Mareike Köberle, hier in Aktion beim Kreisliga-Spiel des TSV Oberthulba gegen den FC Strahlungen. Foto: ssp
Die Fußball-Saison 2013/14 ist fast zu Ende. Eine der Erkenntnisse der laufenden Runde war, dass die Vereine über Personalmangel klagen, woran nicht nur der demographische Wandel schuld ist. Probleme gibt es aus demselben Grund auch bei den Schiedsrichtern.

"Wir könnten mehr Kameraden in allen unterfränkischen Gruppen vertragen. Vor allem der hohe Altersdurchschnitt ist für einen auch in der Zukunft geordneten Spielbetrieb kein gutes Zeichen", sagte Bezirksschiedsrichterobmann Norbert Kröckel am Rande des Toto-Pokal-Kreisfinales in Ramsthal. Dort betrieb die Schiedsrichter-Gruppe Bad Kissingen Nachwuchswerbung für den anstehenden Neulingslehrgang. Angesprochen sind auch weibliche Fußball-Fans. Schiedsrichterinnen sind auf unterfränkischen Plätzen zwar keine Exotinnen, aber in der klaren Minderheit. Ihr Erscheinen vor Spielbeginn sorgt bei den Zuschauern immer noch für Aufsehen.
Dass Mädchen/Frauen aber geeignet sind und ein wichtiges Mitglied des Verbandsgeschehens sein können, beweisen Mareike Köberle und Susanne Grams, die seit dieser Saison Mitglied des Bezirksschiedsrichter-Ausschusses und dort für alle Fragen rund um den Bereich "weibliche Schiedsrichter" zuständig ist.

"Ich hatte schon immer Interesse am Fußball und hatte dann den Einfall, ich könnte mich als Schiedsrichterin versuchen", schildert Mareike Köberle ihre Motivation, die innerhalb der Familie unterstützt wurde. "Da sind ehemalige Schiedsrichter, die mich ermutigt haben, es mal zu versuchen", so die 18-Jährige, die selbst nie aktiv im Verein, allenfalls in der Schulmannschaft spielte. Und trotzdem vorankam. Im November 2011 hatte die Studentin der evangelischen Theologie ihre Schiedsrichter-Prüfung abgelegt und pfeift aktuell Spiele bis zur Kreisliga. "Kurzfristig ist mein Ziel, in die Bezirksliga aufzusteigen. Dann muss man schauen, wie weit sich mein Hobby mit dem Beruf verbinden lässt", blickt Mareike Köberle voraus. Bereut hat sie den Griff zur Pfeife nicht. "Bisher habe ich relativ gute Erfahrungen mit Spielern und Zuschauern gemacht. Natürlich gibt es mal Spiele, die etwas unruhiger sind, aber das gehört doch dazu. Nach einem solchen Spiel folgen dann auch oft Spiele, nach denen man dann von verschiedenen Personen gelobt wird." Als Highlight bezeichnet Mareike Köberle, die für den SV Hofheim pfeift, ihr ersten Senioren- und ihr erstes Kreisliga-Spiel. "Toll war auch, als ich vor Kurzem in einem Spiel in Oberfranken mit Assistenten als Gespanns-Leiterin unterwegs war."

Um körperlich fit zu bleiben, gehört Sport quasi zum Alltag. "Wenn ein Leistungstest ansteht, trainiere ich natürlich gezielt." Interesse am Fußball und Durchsetzungsvermögen sind für die junge Frau Grundvoraussetzungen. "Wenn sich eine Frau vorstellen kann, Schiedsrichterin zu werden, soll sie es versuchen. Es ist nicht so schwer, wie es von außen oft scheint."

Sogar in der Bezirksliga und bei den Frauen bis zur Regionalliga leitet Susanne Grams Fußball-Spiele, darf Schiedsrichterinnen in der 2. Bundesliga der Frauen an der Linie assistieren. Und das als 23-Jährige. "Ich wollte bereits in jungen Jahren Schiedsrichterin werden. Leider war ich mit acht Jahren noch zu jung. Und jetzt macht es mir sehr viel Spaß, den Regeln auf dem Platz Geltung zu verschaffen", sagt die angehende Heilerziehungspflegerin. Auf diesem Niveau ist das Hobby durchaus zeitaufwändig. "Ich möchte den Spielen immer gerecht werden, deshalb ist eine ständige Wiederholung der Regelkenntnisse nötig. Jedoch muss man nicht nur im Kopf fit sein. Ich gehe zwei- bis dreimal in der Woche intensiv laufen. Dazu kommt noch, dass ich den anderen Kolleginnen und Kollegen zur Seite stehe, sollten sie Fragen haben oder einfach über ein Spiel sprechen wollen."

Mehr Mut wünscht sich die Waldaschafferin von potentiellen Anwärterinnen, "weil das Schiedsrichtern die Persönlichkeit entwickelt und Fußball sowieso das schönste Hobby der Welt ist". Und ist durchaus zufrieden mit der Situation im Bezirk. "Im Laufe der letzten Jahre ist die Anzahl der unterfränkischen Schiedsrichterinnen gestiegen. Das liegt auch daran, dass sich die Schiedsrichterinnen über mehr Akzeptanz auf den Plätzen freuen dürfen. Und auch durch den Verband und die Obmänner im Bezirk und der Gruppen entsprechend gefördert werden."

Lehrgang Der nächste Schiedsrichter-Lehrgang beginnt am 4. Juli im Sportheim der TSVgg Hausen und dauert, je nach Flexibilität der Teilnehmer, eins bis zwei Wochen. Infos und Anmeldungen bei Schiedsrichter-Obmann Alexander Arnold (Tel.: 0173/ 707 607 4; E-Mail: Obmann-srg-kg@gmx.de) oder seinem Stellvertreter Sebastian Wieber (Tel.: 0151/ 673 045 78; E-Mail: sebastian.wieber@ymail.com

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