BSV Bayreuth - TV/DJK Hammelburg 1:3 (13:25, 25:23, 20:25, 19:25) - Erst die Pflicht gegen Bayreuth, dann die Kür gegen Nürnberg. Zunächst wurden Erinnerungen an das Hinspiel wach. Nur, dass diesmal die "Einschläfertaktik" der Bayreuther noch besser über die Bühne ging. Hammelburg begann bärenstark und schoss die Gegner über ein 12:2 und 20:5 quasi aus eigener Halle. Aber bereits Ende dieses ersten Satzes begann die Konzentration nachzulassen. "Wir haben teilweise aufgehört zu spielen", kritisierte TV/ DJK-Trainer Tado Lehmann. Bayreuth wiederum bewies im Folgenden, dass sie nicht zu Unrecht in der Liga waren. Indes hatten die Unterfranken den gefürchteten BSV-Mittelangreifer Hartmut Joost bestens im Griff: "Der hat nur noch zehn Prozent gemacht", stellte Lehmann zufrieden fest. Dafür sprang Spielertrainer Jens Beller in die Bresche. "Der hat uns fast im Alleingang gepackt." Die Gastgeber lieferten eine starke Vorstellung und glichen verdient nach Sätzen aus. Fortan standen wieder zwei gleichstarke Kontrahenten am Netz. Zunächst machten die Oberfranken das Rennen, mit 9:4 und 14:10 bogen sie auf die Erfolgsspur ein. Allerdings wurden sie rechtzeitig vom TV/DJK ausgebremst. Zuspieler Marc Müller bewies nun ein glückliches Händchen und setzte seine Angreifer am Netz erfolgreich ein. Vor allem Schmettertalent Henning Schulte wurde vorteilhaft mit Bällen gefüttert. "Der hat am Netz alles nieder geprügelt", so der Trainer. Aber auch mit kleinen Aufschlagserien und starker Abwehrarbeit hielt sich Schulte nicht zurück. "Die beiden haben das fast im Alleingang gemacht", lobte Lehmann. Der vierte Satz sah zwar nach außen ausgeglichen aus, doch Hammelburg spulte diesen routiniert runter. "Bei eigener Annahme haben wir immer den Ball tot gemacht", so der Coach zufrieden, "das gab unserem Spiel eine unglaubliche Sicherheit". Der Block von Stefan Basmer sowie Oliver Bauer war stets im richtigen Moment da. "Das Ding haben wir verdient gewonnen", so Lehmann, dessen Team aufgrund der Parallelergebnisse den Vizemeistertitel schon nach diesem Spiel so gut wie in der Tasche hatte.

TuSpo Nürnberg - TV/DJK Hammelburg 0:3 (21:25, 13:25, 20:25) - "Es ist eine fast unglaubliche Geschichte, drei Mal hintereinander aufzusteigen", so ein bis in die Haarspitzen (auch wenn er davon nicht mehr so viele hat) stolzer Tado Lehmann. Bereits nach dem Bayreuth-Spiel befand sich das Team in Aufsteigerstimmung, aber noch fehlte ein winziges Stück im Erfolgspuzzle, damit die ehrgeizigen Jungs ihre Freude raus lassen konnten. "Wir tanzen in der Dusche und trinken Gerstensaft, wir singen und singen auf-, auf-, aufsteigen wir" so Meistersänger Oliver Möller. Dass es dazu kommen sollte, daran zweifelte wirklich keiner mehr. Ohne größere Höhepunkte spulten die Saalemänner ihr Repertoire herunter und ließen Schlusslicht Nürnberg keinerlei Chancen, auch nur an einer Sensation zu schnuppern.
Nach dem Schlusspfiff schalteten die nun sicheren Aufsteiger ohne Verzögerung auf den Feiermodus um und ließen es in der Dusche doppelt feucht werden. Dass der TV/DJK Hammelburg so unerwartet bald sein Ziel erreicht hat, daran haben die Konkurrenz und Meisterkandidat Hirschau gut mitgearbeitet. Gemeinsam haben sie die Verfolger aus dem Weg geräumt. "Ich gratuliere den Hirschauern zum Aufstieg", so Lehmann, dessen Jungs noch einmal zu Hause gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter antreten werden. ske