LKR Bad Kissingen
Fußball Bezirksliga

Der Taktik-Kniff von Detlef Schäfer funktioniert

Der SV Riedenberg muss weiter auf den ersten Heimsieg der Saison warten. Beim Garitzer Derby-Dreier wird Marcel Rudolph nach langer Pause zum Matchwinner. Kellerkinder beenden die Münnerstädter Serie.
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Die Vorentscheidung: Marcel Rudolph trifft für den SV Garitz zum 3:1, vorbei an Riedenbergs Torwart Florian Dorn. Foto: ssp
Die Vorentscheidung: Marcel Rudolph trifft für den SV Garitz zum 3:1, vorbei an Riedenbergs Torwart Florian Dorn. Foto: ssp
SV Riedenberg - SV Garitz 2:3 (0:1). Tore: 0:1 Christoph Schießer (45.), 0:2 Manuel Krieter (68., Foulelfmeter), 1:2 Philipp Dorn (69.), 1:3 Marcel Rudolph (73.), 2:3 Christoph Dorn (88.). Gelb-rot: Sandro Cazzella (60., Garitz, 60.), Daniel Dorn (73., Riedenberg).
Ausgerechnet bei den am Mittwoch im Sportpark erfolgreichen Riedenbergern feierten die Schützlinge von Detlef Schäfer den ersten Auswärtssieg, den dieser zwar als "etwas glücklich, aber nicht unverdient" bezeichnete. Die Gastgeber traten zunächst selbstbewusst auf. Nach einem Volleyschuss von Philipp Dorn verhinderte Gäste-Keeper Philipp Werner einen frühen Rückstand. In der Folgezeit liefen die Hausherren zwar einige sehenswerte Angriffe über die Außenbahnen, doch die gefährlichen Hereingaben verpufften mangels eines Abnehmers.
"Solche Chancen darf man nicht auslassen", zeigte sich später Coach Marius Kubo verstimmt. Die Grün-Weißen kamen erst zu Ende der ersten Halbzeit besser ins Spiel. Und gingen, Christoph Schießer hatte eine Minute zuvor noch an die Latte geköpft, durch den Ex-Albertshäuser in Führung, der nach Vorlage von Ar thur Gerlinger den herausstürzenden Florian Dorn tunnelte. Zu Beginn der zweiten Halbzeit überraschte Schäfer mit einem taktischen Kniff, brachte mit dem zuletzt vor einem Jahr auflaufenden Marcel Rudolph eine zweite Spitze, und dies sollte sich bezahlt machen. Die Gäste gerieten zwar nach einer Stunde in Unterzahl nach der Ampelkarte gegen Sandro Cazzella, verkrafteten dies aber, weil sich Manuel Krieter nach Foul von Daniel Dorn an Rudolph vom Kreidepunkt aus abgeklärt zeigte.

Marius Kubo war Ausgangspunkt des Anschlusstreffers. Über die Stationen Kubo - Christoph Dorn - Markus Rüttiger kam das Leder zu Philipp Dorn, der es von der Strafraumgrenze aus in den Winkel setzte. Vier Minuten später war der alte Abstand wiederhergestellt mit dem Kontertor von Rudolph aus abseitsverdächtiger Position. Kurz darauf sah Daniel Dorn wegen Meckerns ebenfalls die Ampelkarte. Die Platzherren gaben die Partie aber nicht verloren und kämpften stark gegen die Niederlage an. Doch beim Torschuss wollte es weiter nicht klappen, der Anschlusstreffer von Christoph Dorn fiel letztlich zu spät. Dieser tanzte an der Mittellinie einen Verteidiger aus und schlenzte überlegt in den Winkel. "Bei uns ist daheim irgendwie der Wurm drin", kommentierte Kubo die Niederlage, "außerdem hat sich auch ein Substanzverlust nach dem Mittwochspiel negativ bemerkbar gemacht".
Riedenberg: F. Dorn, Schultheiß, D. Dorn, Mathes, Schaab (67. Kubo), Carton, S. Hergenröder (58. Rüttiger), Krapf (65. Schuhmann), P. Dorn, C. Dorn, Vorndran.
Garitz: Werner, Gerlinger, Krieter, Rüth (77. Voll), Bieber (46. Rudolph), Schmitt, Herold, Schießer (85. B. Niebling), Cazzella, M. Niebling, Ehrenberg.

FC Fuchsstadt - DJK Schwebenried/Schwemmelsbach 2:2 (1:1). Tore: 1:0 Johannes Feser (15.), 1:1 David Fleischmann (21.), 2:1 Uwe Ziegler (66., Eigentor), 2:2 Daniel Greubel (78.).
Ein spannendes Derby mit einer gerechten Punkteteilung sahen die Fans auf dem Kohlenberg, wo das Spiel aufgrund eines Unwetters mit 15-minütiger Verspätung angepfiffen wurde. Der Führungstreffer der Gastgeber durch Johannes Feser nach einer Kombination über Philipp Baldauf und Dustin Höppner war wie ein weiterer Donnerschlag für den angereisten Tabellenführer, der die Antwort schnell parat hatte. Nach Doppelpass mit Sturmpartner Manuel Weißenberger traf David Fleischmann frei vor FC-Goalie Frank Fella. Bis kurz vor dem Seitenwechsel ließen die beiden Abwehrreihen wenig zu. Erst in der 41. Minute lag wieder ein Treffer in der Luft, als Fella diesmal die Oberhand gegen Fleischmann behielt.

Schwebenrieder Eigentor

Mit hohem Tempo drängten die Kohlenbergler nach dem Wechsel auf den nächsten Treffer. So schrammte ein Kopfball von Feser nach Freistoß von Nikolai Wolf knapp am Kasten vorbei (47.) und nach Feser-Alleingang setzte Patrick Stöth das Spielgerät unter Bedrängnis flach vorbei (52.). Verdient daher die neuerliche Führung durch ein Eigentor von Uwe Ziegler nach der Hereingabe von Sebastian Heinlein, dem Schuss von Feser und der Fußabwehr von DJK-Keeper Nikolas Herold.
Der Rückstand forderte neuerlich den Gast, der nach einem Standard zum Ausgleich kam. Der Ex-Gochsheimer Daniel Greubel zirkelte einen Freistoß über die Mauer ins Torwarteck. Beide Trainer zeigten sich mit dem Ergebnis notgedrungen zufrieden. "So ein Spiel kann man auch verlieren", so FC-Trainer Dirk Züchner. Auf die nach dem letzten Heimspiel geäußerte Kritik des FC-Coaches ("Es pfeifen unerfahrene Schiedsrichter") reagierte der Verband postwendend, er schickte diesmal mit Max Burlein (Abtswind) einen Landesliga-Referee.
Fuchsstadt: Fella - Heinlein, Plehn, Thurn, Baldauf - Bold (78. Ch. Mützel), Wolf, T. Stöth, P. Stöth - Feser, Höppner.

DJK-SV Oberschwarzach - TSV Münnerstadt 3:1 (1:1). Tore:
0:1 Julian Göller (24.), 1:1 Andreas Mayer (31.), 2:1 Sebastian Reinstein (51.), 3:1 Andreas Schneider (76.).
Ausgerechnet beim bislang nicht überzeugenden Kellerkind kassierten die Lauertaler die erste Saisonniederlage, was vor allem dadurch erklärlich wird, dass Coach Adrian Gahn auf einige Stammkräfte verzichten und mit einer ungewohnten Formation antreten musste. Diese überzeugte zunächst, ihr Torjäger Julian Göller versenkte einen Freistoß zur Führung. Doch die hielt nur ein paar Minuten. Nach einer Kombination aus der eigenen Hälfte heraus schafften die Gastgeber den Ausgleich. Dieser Treffer ließ die Einheimischen noch offensiver agieren, doch belohnt wurden sie für diese Gangart erst nach der Pause. Glück war allerdings auch dabei, denn in der 49. Minute schlug ein Schuss des TSVlers Tobias Kröckel, der diesmal im Mittelfeld auflief, von der Latte ins Feld zurück.
Quasi im Gegenzug jubelten die heimischen Fans, ein Schrägschuss des auffälligen Sebastian Reinstein schlug vom Innenpfosten unhaltbar für Keeper Julian Wolf in die Maschen. Die Gäste zeigten sich vom Rückstand wenig beeindruckt, aber der Abschluss blieb stark verbesserungsdürftig. Mitten in die Drangperiode platzte ein Konter der Hausherren. Nach einem Befreiungsschlag setzte sich der eingewechselte Andreas Schneider gegen die entblößte TSV-Deckung durch und besorgte den Endstand. Auch die Hereinnahme von Kai Thomann für den erschöpften Göller und die eigene von Gahn kurz vor Schlussphase konnte den Misserfolg der Mürschter nicht mehr verhindern. "Münnerstadt hat zwar den technisch sauberen Fußball gezeigt", lobte der Oberschwarzacher Pressesprecher Werner Müller, "aber unsere Mannschaft hat sehr gut dagegengehalten ". Außerdem wollte er nicht verhehlen, dass auch Glück dabei war, denn ein möglicher Anschlusstreffer zum 3:2 durch Fabian May (80.) wurde von einem SVler auf der Torlinie verhindert.
Münnerstadt: Wolf - D. Mangold, Kanz, Müller, Scheuring - Kröckel, M. Knysak (87. Gahn), Nöthling, May - Kiros (67. M. Halupczok), Göller (76. Thomann).

FC 06 Bad Kissingen - SV Mühlhausen/Schraudenbach 2:2 (0:1). Tore: 0:1 Christian Knaup (23.), 1:1 Sebastian Neubert (68., Eigentor), 2:1 Christian Laus (80.), 2:2 Jens Rumpel (87.).
Wie schon beim 0:1 gegen Riedenberg zeigte der FC 06 Bad Kissingen auch gegen Mühlhausen eine schwache Vorstellung in der ersten Halbzeit. In der zweiten Hälfte besann sich das Team wieder auf seine Tugenden. Mit Ervin Gergely und Arek Porombka fehlte den Kurstädtern der etatmäßige Sturm, was man dem Spiel der Hausherren von Beginn an anmerkte, weil die gewohnten Anspielstationen fehlten. Mühlhausen agierte zudem in den Zweikämpfen aggressiver und war nicht nur deshalb vor der Pause die bessere Mannschaft. Die logische Folge war die Führung für die Gäste. Bezeichnenderweise hatte Christian Laus erst in der 40. Minute die erste Chance für die Heim-Elf. Sein Weitschuss wurde aber vom gegnerischen Keeper abgewehrt.
Mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit zeigte sich eine andere Kissinger Mannschaft. Der Gegner wurde früher gestört und das Spiel nach vorne lief besser. Dies lag vor allem an Christian Laus, der seine Mitspieler immer wieder gekonnt in Szene setzte. So wie in der 55. Minute, als sein Zuspiel Matthias Karch fand. Der bediente Mario Wirth, der das Leder über die Linie drückte. Mitten in den Kissinger Jubel erkannte der Schiedsrichter plötzlich auf Freistoß für die Gäste. Der Linienrichter hatte zuvor ein Foul gesehen. Die Blau-Weißen blieben aber am Drücker, und nach einer Hereingabe von Matthias Karch wurde der Ball von Sebastian Neubert ins eigene Tor abgewehrt. Die Hausherren witterten jetzt ihre Chance, hatten aber Glück, dass Maxi Wehner auf der Linie klärte. Auf der anderen Seite nahm Christian Laus Maß und traf mit einem tollen Freistoß unter die Latte. Weitere Chancen der Gastgeber durch Christian Heilmann und Matthias Karch blieben ungenutzt. Dies rächte sich drei Minuten vor dem Ende, als Torjäger Jens Rumpel nach einem Eckball von Marco Forner am höchsten stieg und das Leder einköpfte. In der Schlussminute hatten beide Teams noch einmal die Möglichkeit zum Sieg. Erst scheiterte Christian Heilmann an Torwart Andre Koos, im Gegenzug schoss Jens Rumpel freistehend über das Tor. "Die Gäste hätten das Spiel schon in der ersten Halbzeit entscheiden können. Mit dem einen Zähler dürfen wir zufrieden sein", lautete das Fazit von Christian Laus. sml
FC 06: Rottenberger - Wehner, Limpert, Ahment, Hamciz - Laus, Heilmann, Bayer, Wirth - Klug (75. Werner), Karch.

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