Münnerstadt
Fußball-Trainer

Der TSV Münnerstadt besitzt auch Talente bei den Fußball-Trainern

Der TSV Münnerstadt investiert gerne in Qualität. Der Verein verfügt über viele Übungsleiter mit Trainerschein. Mit Ludwig Rappelt und Lorenz Pfeuffer lassen sich aktuell auch zwei Jugendliche ausbilden.
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In der Ausbildung zum Fußball-Trainer: Ludwig Rappelt (links) und Lorenz Pfeuffer vom TSV Münnerstadt. Foto: Jürgen Schmitt
In der Ausbildung zum Fußball-Trainer: Ludwig Rappelt (links) und Lorenz Pfeuffer vom TSV Münnerstadt. Foto: Jürgen Schmitt
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Gutes Personal ist schwer zu finden. Was auch auf den Fußballsport zutrifft, wo qualifizierte Trainer keine Selbstverständlichkeit sind. Schein-Inhaber sind begehrt, weil die Nachfrage größer als das Angebot ist. Einen eigenen Weg geht die Fußballabteilung des TSV Münnerstadt. Die sucht ihre Übungsleiter nicht, findet sie vielmehr in den eigenen Reihen. Eine Erfolgsgeschichte, von der Rainer Schmittzeh berichtet.
Der U-17-Coach hat ebenso einen Trainerschein wie sein Co-Trainer Walter Fleischmann, Peter Bötsch oder Dominik Härter. Wie Richard Bott, Christian Pfennig oder Günter Scheuring, mit denen Schmittzeh vor vier Jahren den sogenannten C-Schein machte an der Sportschule in Oberhaching. Kein Zufall. "Motivation und Inspiration hatten wir beim DFB-Stützpunkt-Training von Peter Rückel und Thomas Hammer bekommen, die uns zum Erwerb des Trainerscheins geraten hatten.
Und wir empfehlen es jetzt unseren Leuten", sagt der 48-Jährige, der auch stellvertretender Jugendleiter ist. Drei Wochen insgesamt dauert die Ausbildung, die innerhalb von zwei Jahren abzuschließen und die in drei Blöcke gegliedert ist, mit einem Prüfungsteil in der letzten Woche.

"Man hat sich im Vereins-Training mitunter schon schwer getan im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen. Diesbezüglich gab es wertvolle Tipps von den Stützpunkttrainern. Schon in der ersten Woche an der Sportschule haben wir richtig Blut geleckt." Begeisterung, die ansteckend ist. Bemerkenswert, dass mit Ludwig Rappelt und Lorenz Pfeuffer aktuell zwei A-Juniorenkicker sich dieser Herausforderung stellen. Zwei, die nicht überredet, nicht überzeugt werden mussten. Die Lust haben, ihr Hobby auf einer anderen Ebene kennenzulernen.
Teil eins der Ausbildung hat das Duo bereits vor einem Jahr absolviert. Innerhalb der 25-köpfigen Gruppe mit Teilnehmern aus ganz Bayern waren die Burschen aus Unterfranken die Jüngsten, die das Mindestalter von 16 Jahren gerade so erreicht hatten. Die nächsten beiden Stufen werden von den Zwölftklässlern am Münnerstädter Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium Ende Juni in Angriff genommen, nach dem Abitur und noch vor dem Studium.

"Ich wusste nicht, was mich in Oberhaching erwartet. Insgesamt ziehe ich ein positives Fazit. Das war auch Unterricht, aber nicht mit der Schule zu vergleichen. Wir waren zum Beispiel viel im Freien, um Trainingseinheiten zu planen, hatten eine richtig gute Stimmung in der Gruppe", berichtet Lorenz Pfeuffer. Der 18-Jährige hatte als junger Kicker selbst profitiert von den Tipps der Spieler aus der ersten oder zweiten Mannschaft. "Da ist wohl schon die Idee gewesen, mal selbst eigenes Wissen weiterzugeben", sagt der Münnerstädter, der nach dem Abitur Forstingenieurswesen in Freising studieren möchte.

Noch 17 Jahre alt ist Ludwig Rappelt, der in Köln ein Sportstudium beginnen möchte. Und als Sportabiturient schon theoretische Grundlagen der Sportwissenschaft vermittelt bekam, die an der Sportschule Oberhaching ebenfalls gelehrt werden. Der Leistungssport, bevorzugt Fußball ("Das wäre ein Traum"), interessiert den Maßbacher, der hier auch seine berufliche Zukunft sieht. "Nicht unbedingt als Chef-Trainer, da ist schon viel Druck. Aber vielleicht als Co-Trainer oder eine Arbeit hinter den Kulissen, in der Analyse zum Beispiel." Mit seinem Tauf-Paten, Inhaber der A-Lizenz, hatte sich Ludwig Rappelt schon früh über alle Facetten des Fußballs unterhalten. "Ich habe schon immer meine Trainer mit meinen Ansichten genervt", gibt der Youngster grinsend zu. Selbstbewusstsein, was man in Münnerstadt zu schätzen weiß. "Das müssen vom Kopf her gute Jungs sein, das ist uns wichtig", sagt Rainer Schmittzeh. Die Kosten trägt komplett der TSV Münnerstadt. "Daher erhoffen wir uns natürlich, dass unser Verein davon auch profitiert. Aber ein Vertrag oder dergleichen existiert nicht."

Trainer-Vorbilder haben die jungen Lauertaler auch. Lorenz Pfeuffer nennt Dieter Hecking vom VfL Wolfsburg, "da er es versteht, junge Spieler und Stars zu einer Mannschaft zu formen". Und Ludwig Rappelt bringt gleich drei Namen ins Gespräch. Den früheren Paderborner Trainer Andre Schubert, "weil der sich mit Studium und aus eigener Kraft hochgearbeitet hat". Frank Schmidt, "weil der den FC Heidenheim von unten bis in die 2. Liga gebracht hat. Und Thomas Meggle, aktuell Sportdirektor beim FC St. Pauli, "weil das ein guter Typ ist". Wäre Lorenz Pfeuffer Profi-Trainer, würde er bei Spielen seiner Mannschaft einen Trainingsanzug tragen. "Ist doch gemütlicher. Und es zeigt besser, welchen Verein man repräsentiert." Ludwig Rappelt würde dagegen den feinen Zwirn bevorzugen. "Definitiv Anzug, weil es einfach cool ausschaut." Modische Unterschiede, die einen gemeinsamen Nenner besitzen: Wer fachliche Kompetenz einbringt, hat allemal das Recht auf freie Klamotten-Wahl.
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