In der Teamwertung hatte der TV Bad Brückenau erneut das Dauerduell mit dem TUS Köln rrh. erwartet. Da am Ende die Einlaufplatzierungen der Altersklasse M60/65 addiert werden, war die Information über die Zwischenstände sehr wichtig. Dieses erledigte einmal mehr Laufchef Hans Wagner vorbildlich. "Der Hans ist an der Strecke unverzichtbar und hat stets alles im Blick", war Reinhart Vogler voll des Lobes. Leichtfüßig absolvierte Manfred Dormann den gut zu laufenden Wiesenparcours, überquerte locker die beiden Wassergräben und auch die künstlich eingebauten Hindernisse. Die kurzen knackigen Steigungen stellten den 61-Jährigen vor keine große Probleme. Bis zum Ende der zweiten Runde hatte Manfred Dormann bereits 80 Meter Vorsprung herausgelaufen. "Ich fühlte mich zu diesem Zeitpunkt glänzend und hätte jederzeit das Tempo auch noch etwas erhöhen können", wusste Dormann.

Reinhart Vogler lag zu diesem Zeitpunkt als Fünfter der M-60 ebenfalls im Soll und exakt auf dem Rang, den er im letzten Jahr belegt hatte. In punkto Mannschaftswertung standen die Zeichen schon jetzt ganz klar auf Sieg. "Der Ewald Reitwiesner hatte in der M-65 einen überraschend großen Vorsprung auf den dritten Kölner, so dass normalerweise nichts mehr passieren konnte", stellte Hans Wagner zufrieden fest. Dass vorne nichts mehr passierte, dafür sorgte ein bärenstarker Manfred Dormann. Der Straßenlauf-Europameister und dreifache Deutsche Meister des Vorjahres genoss den Zieleinlauf sichtlich und setzte sich gegen dem am Schluss stark agierenden Heinz Lorbach (TuS Köln rrh.) sicher durch. Manfred Dormann: "Ich habe mich im Winter speziell auf diesen Wettkampf vorbereitet und war fit wie lange nicht mehr."

Reinhart Vogler, im letzten Jahr immerhin Vizeweltmeister im Berglauf, merkte in der letzten Runde, dass da noch was geht. Zuerst schnappte sich der Schwärzelbacher überraschend den Kölner Winfried Schmitt. "Den habe ich noch nie geschlagen, der läuft die zehn Kilometer doch in 35 Minuten", staunte Vogler über sich selbst. "So habe ich den Reinhart noch nie spurten sehen. Blitzschnell über das letzte Hindernis und im Stile eines Sprinters in Richtung Ziel", schwärmte Hans Wagner. Auf der "Flucht" vor dem Rheinländer kam Vogler immer näher an den bis dato Drittplatzierten heran. "Ich wollte ja nur den vierten Platz halten, aber als ich die Chance auf Bronze hatte, gab ich noch einmal alles", erinnerte sich der Schwärzelbacher. In 20:32 Minuten und damit nur 36 Sekunden hinter seinem siegreichen Teamgefährten, wurde sein starkes Finish mit Platz drei belohnt. In seiner langen Karriere war dies dem 61-Jährigen erst einmal zuvor geglückt.

Ewald Reitwiesner ließ nicht lange auf sich warten. Der 65-Jährige lief ebenfalls ein beherztes Rennen und wurde in 22:41 Minuten mit Platz acht in der Altersklasse M-65 belohnt. Seinem Kölner Widersacher nahm er mehr als eine Minute ab. "In meiner Altersklasse ging es ziemlich knapp zu, denn ich war nur 25 Sekunden hinter dem Bronzeplatz", stellte der Wonfurter zufrieden fest. "In Anbetracht, dass die Läufer vor mir die zehn Kilometer rund drei Minuten schneller laufen, bin ich mit meiner Platzierung sehr zufrieden." Damit war auch die Mannschaftswertung zu Gunsten des TV Bad Brückenau entschieden.

Neben dem Erfolgstrio hatte der TV Bad Brückenau noch drei weitere Senioren bei den Deutschen Meisterschaften aufgeboten. Wiedereinsteiger Karl-Heinz Handel startete in der M-55 und verkaufte sich auf der 6,2 Kilometer langen Strecke bestens. In 25:30 Minuten verbuchte der 55-jährige Breitenbacher den 13. Platz. Nahezu auf der gesamten Distanz wurde Handel von seinem Teamgefährten Winfried Endres begleitet. Der Eußenhausener war nach 25:31 Minuten im Ziel und wurde damit 21. in der M.50. Kurt Weimann bewältigte die gleich lange Strecke der M-45 in 26:07 Minuten und wurde damit auf Rang 35 gelistet.

Ganz groß trumpfte Manuel Stöckert auf. Der Läufer des TSV Ostheim wurde beim Sieg von Musa Roba-Kinkal (SC Gelnhausen) hervorragender Sechster. Stöckert benötigte für die rund zehn Kilometer lange Strecke nur 31,14 Minuten. Wolfgang Müller auf Rang 44 und Sven Perleth als 47. sorgten zusammen mit Manuel Stöckert dafür, dass der TSV Ostheim im Mannschaftswettbewerb immerhin Siebter wurde.