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Hammelburg
Motorsport

Bestnoten für "ADAC-Rallyesprint Fränkisches Weinland"

Axel Schlenker gewinnt auch die zweite Auflage der vom AMSC Hammelburg organisierten Veranstaltung. Widrige Bedingungen machen den 56 Teilnehmern zu schaffen.
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Axel Schlenker mit Co. Michael Schmidt gewann im Ford Escort Cosworth mit rund sieben Sekunden Vorsprung den 2. ADAC-Rallyesprint Fränkisches Weinland. Im kommenden Jahr wollen die Breisgauer wieder antreten und den Hattrick schaffen. Fotos: zz-SportMedia Karlheinz Franz (7)
Axel Schlenker mit Co. Michael Schmidt gewann im Ford Escort Cosworth mit rund sieben Sekunden Vorsprung den 2. ADAC-Rallyesprint Fränkisches Weinland. Im kommenden Jahr wollen die Breisgauer wieder antreten und den Hattrick schaffen. Fotos: zz-SportMedia Karlheinz Franz (7)
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Unterfrankens älteste Weinstadt ist für den Breisgauer Axel Schlenker offenbar ein gutes Pflaster. Der Unternehmer aus St. Georgen-Peterzell machte auch bei der zweiten Auflage der Veranstaltung "ADAC-Rallyesprint Fränkisches Weinland" die Pace und trug sich erneut in die Gesamtsiegerliste ein. Schlenker: "Der AMSC Hammelburg mit seinen vielen Helfern hat wieder eine mustergültige Veranstaltung auf die Beine gestellt. Wer das bei einem so miserablen Wetter schafft, dem gebührt ein großes Kompliment."

Von Beginn an ließ der Breisgauer im rund 400 PS starken Ex-Werks-Escort Cosworth keinen Zweifel daran, dass er gewillt war, den bei der Premierenveranstaltung errungenen Tagessieg zu wiederholen. Mit dem vierradgetriebenen PS-Boliden lag er nach der ersten der vier Wertungsprüfungen (WP) drei Sekunden vor seinem ärgsten Widersacher Ralf Hillmann.
Der Oberfranke aus Ebensfeld beherrschte seinen gleichwertigen Mitsubishi Lancer Evo gleichermaßen souverän, konnte allerdings trotz Allradantrieb nicht verhindern, dass der Titelverteidiger auf WP 2 abermals rund vier Sekunden vorlegte.

Hillmann zeigte sich als fairer Verlierer. "Die Strecke mit ihren selektiven Passagen und Schikanen hatte es in sich. Der teils starke Regen und die Schmiere taten ein Übriges, um uns alles abzuverlangen. Ich hätte zwar lieber den Rundkurs vom letzten Jahr gefahren. Doch wenn sich Landwirte querstellen, kann der Veranstalter nichts machen. Die Alternativstrecke war auf jeden Fall eine gute Wahl."

Hinter diesem Duo gab der Öhringer Fritz Köhler im BMW M3 eine Kostprobe seines Könnens. Obwohl lediglich mit Hinterradantrieb ausgestattet, fuhr Köhler das knallgelbe Auto traumwandlerisch sicher im Grenzbereich. Während er das Allrad-Duo Schlenker und Hillmann auf den ersten drei Wertungsprüfungen davonziehen lassen musste, holte er sich auf der letzten der vier Prüfungen die Bestzeit und avancierte dank seiner beherzten Fahrweise zum Publikumsliebling.

Platz vier in der Gesamtwertung ging an Sebastian Wolf im Mitsubishi Lancer Evo. Der schnelle Mann aus dem hessischen Lich hatte im Ziel allerdings einen Rückstand von 21 Sekunden auf den Tagesschnellsten. Dahinter etablierte sich der Bamberger Nicolas Hässler auf Rang fünf. Im Vorjahr noch Zweiter beim Premieren-Rallyesprint, brachte der Oberfranke auf dem äußerst schlüpfrigen Untergrund der für den öffentlichen Verkehr gesperrten Kreisstraße 42 die gewaltige Power seines heckgetriebenen Porsche 911 nicht optimal auf den Asphalt.
Zehn Sekunden hinter Hässler kam mit Reinhard Honke (Himmelkron) ein weiterer Oberfranke ins Ziel. Er hatte den BMW dieses Mal gegen einen Subaru Impreza WRX getauscht. Trotz Allradantrieb konnte er seinen vierten Vorjahresrang nicht ganz verteidigen.

Sven Hochwimmer (Trimberg/Kützberg) griff als Mitorganisator der Veranstaltung wiederum selbst ans Lenkrad. "Mehr ging nicht", konstatierte er Gesamtrang 18. "Wenn bei unserem frontgetriebenen Opel Astra 16V selbst im vierten Gang die Räder noch durchdrehen, sagt das im Hinblick auf die schwierigen Verhältnisse auf der Strecke alles. Dennoch. Ich bin alles in allem zufrieden."

Für die 41 Rallyepiloten, die sich vom Rallyezentrum Diebach aus auf die Jagd nach Zehntelsekunden begeben hatten, spricht, dass alle das Ziel in Wertung erreicht hatten. "Wir sind froh und dankbar, dass die Fahrer so viel Disziplin bewiesen haben", zeigt sich Rallyesekretär Marco Weißensel nach Abschluss der Veranstaltung erleichtert. Und AMSC-Vorsitzender Ralf Deinlein ist voll des Lobes für die rund 130 Helferinnen und Helfer. "Ihr habt einen tollen Job gemacht. Vielen Dank!" Die Feuerwehren Langendorf und Hammelburg unterstützten nach besten Kräften.

Parallel zu den Bestzeitwertungen gab es eine Gleichmäßigkeitswertung. Für die 15 Starter kam es darauf an, vier Mal nach Möglichkeit mit der exakt gleichen Zeit die Ziellinie zu passieren. Holger Stracke aus dem Wartburgkreis gelang dies im Wartburg 312/1 mit 0,9 Sekunden Differenz am besten. Die Brüder Marco und Michael Egerer (Trimberg) wurden im BMW 318iS Siebte mit 3,2 Sekunden Abweichung.

Sportkommissar Herbert Bernhard (Herrieden) zog Bilanz: "Ich wüsste nicht, was ich zu beanstanden hätte. Selektive Strecke, bekannt gute Organisation. Das findet man selten. Mein Lob gilt dem gesamten Orga-Team und allen Helfern."

Das Konzept der Veranstaltung kommt bei den Startern gut an: Angefangen beim Rallyezentrum in Diebach mit dem fürsorglichen Catering durch den dortigen Vereinsring über die kompakt gehaltene Strecke bis hin zur familiären Atmosphäre sind die Meinungen der Fahrer ausnahmslos positiv. Das Regrouping auf dem Gelände der Firma Schießer im Gewerbepark Saaletal war neu und ein weiteres Highlight des Events.


Ergebnisse 2. ADAC-Rallyesprint Fränkisches Weinland

Gesamtwertung: 1. Axel Schlenker/ Michael Schmidt (St. Georgen/ Königsfeld), Ford Escort Cosworth, 11:14,30 Minuten; 2. Ralf Hillmann/ Frederick Wiltfang (Ebensfeld/ Bad Staffelstein), Mitsubishi Lancer Evo, 11:21,00 min; 3. Fritz Köhler/ Petra Hägele (Öhringen), BMW M3, 11:23,70; 4. Sebastian Wolf/ Catharina Reitz (Lich/ Pohlheim), Mitsubishi Lancer Evo, 11:35,30; 5. Nicolas Hässler/ Michaela Kusebauch (Bamberg/ Bad Neustadt), Porsche 911, 11:41,20.

Wertungsgruppe N, F, At-G: 1. Sebastian Wolf/ Catharina Reitz, 11:35,30 min; 2. Christian Sier/ Lars Deyk (Hohra/ Altenvers), BMW 318iS, 12:06,30; 3. Michael Grünwald/ Ricarda Loos (Wächtersbach), Subaru Impreza, 12:09,60.

Wertungsgruppe H: 1. Axel Schlenker/ Michael Schmidt, 11:14,30 min; 2. Ralf Hillmann/ Frederick Wiltfang, 11:21,00; 3. Fritz Köhler/ Petra Hägele, 11:23,70.

Wertungsgruppe G: 1. Wilfried und Kerstin Fränzke (Marburg), Subaru Impreza, 12:19,40 min; 2. Florian Schneider/ Sven Herchenröder (Gemünden/ Storndorf), Mitsubishi Lancer Evo, 12:39,60; 3. Stefan Stich/ Michael Hierer (Nürnberg) Mitsubishi Evo X, 13:10,00.

Wertungsgruppe CTC/ CGT: 1. Reinhard Honke/ Hansi Walter, Subaru Impreza WRX, 11:50,90 min; 2. Sven Hochwimmer/ Nadja Hartung/ Kützberg/ Fulda (Opel FAS Astra 16V, 12:46,80; 3. Jochen und Ronny Heym (Zella-Mehlis), BMW E21, 13:24,50.

Wertungsgruppe Historic: 1. Holger Stracke/ Maik Böttger, 00,90 Sekunden; 2. Lothar Köhler/ Ursula Glöde (Laubach), BMW 318iS, 01,20; 3. Michael Rudolph/ Horst Diemer (Kassel/ Kaufungen), Opel Kadett B Rallye, 01,30; 7. Marco und Michael Egerer, 03,20; 10. Rainer Marx/ Walter Antesberger (Sulzthal) Opel Kadett B, 03,30; 14. Jörg und Nadine Müller (Aura), VW 1303 S GSR, 17,70.


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