Diebach
Benefizspiel

1. FC Nürnberg und Bayer Leverkusen spielen beim SC Diebach

Das Organisationsteam um Bernd Heid, Klaus Franz und Armin Wahler stellt am 13. September ein Turnier mit den Traditionsmannschaften des 1. FC Nürnberg und von Bayer Leverkusen auf die Beine.
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2010 war Ulf Kirsten (links) für die Traditionself von Bayer Leverkusen gegen Gottfried Gerlach von der Kreisauswahl noch voll im Einsatz, ob er heuer in Diebach mitkickt oder nur zuschaut ist offen.  Foto: Archiv
2010 war Ulf Kirsten (links) für die Traditionself von Bayer Leverkusen gegen Gottfried Gerlach von der Kreisauswahl noch voll im Einsatz, ob er heuer in Diebach mitkickt oder nur zuschaut ist offen. Foto: Archiv
Ehrgeiz kann man auch in Sachen Spenden-Aufkommen entwickeln. "Wir haben jetzt vier Mal ein Benefizspiel veranstaltet, aber die Einnahmen stagnierten", erklärt Mitorganisator Bernd Heid, warum man den Rahmen vergrößert hat. Neben dem schon freundschaftlich verbundenen Traditionsteam von Bayer Leverkusen hat es jetzt auch mit der Zusage der Traditionself des 1. FC Nürnberg geklappt. "Wir wollen nun alle drei Jahre ein Turnier ausrichten", erläutert Klaus Franz die Pläne.
Neben den prominenten Mannschaften gehen noch Auswahl-Teams aus den Landkreisen Bad Kissingen und Gemünden an den Start. Gekickt wird am 13. September ab 15 Uhr in Diebach. Der Erlös aus Spenden - der Eintritt ist frei - und Sponsorengeldern kommt in vollem Umfang der Kinderkrebsstation Regenbogen der Uni-Klinik Würzburg zugute.

Keine Antrittsgebühr

Da ist es natürlich von Vorteil, dass der Club
und Bayer auf eine Antrittsgebühr verzichten. "Wir müssen lediglich die Fahrtkosten tragen", freut sich Bernd Heid, der betont, dass er und sein Team auch in anderen Notsituationen gerne helfen. So zum Beispiel dem 2010 nach einem Sturz querschnittsgelähmten Familienvater Christoph Häring oder auch bei einem Benefizspiel in Nordheim/Rhön. Angefangen hat allerdings alles mit der schweren Blutkrebs-Erkrankung von Gerald Betz. "Das ist ein einschneidendes Ereignis, wenn das einen Freund trifft", erinnert sich Bernd Heid. Innerhalb von sechs Wochen kamen mehr Spendengelder zusammen als für die Typisierung benötigt wurden, wodurch der Kontakt zur Station Regenbogen zustandekam. Gerald Betz konnte geholfen werden, da ein geeigneter Stammzellenspender gefunden wurde. "Und als er nach zwei Jahren zum Benefizspiel auflaufen konnte, sind in der Kabine schon einige Tränen verdrückt worden", so Bernd Heid.

Helfen ist das Anliegen aller Spieler der Bad Kissinger Kreisauswahl. "Damit ist der Name also eigentlich nicht richtig, sondern wir würden es eher eine Interessen-Gemeinschaft nennen", betont Klaus Franz, der als Trainer fungiert und von der Disziplin und Zuverlässigkeit der Truppe beeindruckt ist. "Die sind immer alle pünktlich beim Training, anschließend trinken wir gemeinsam ein Bierchen", spricht der Coach von einem verschworenen Haufen, der gemeinsam für eine gute Sache kämpft. Jeder Spieler bemüht sich um Sponsoren und spendet auch selber einen Betrag. Die Frauen kümmern sich um den Kuchen für das gemeinsame Kaffeetrinken aller Teilnehmer vor dem Turnier. Die Ehefrauen der Gemündener Auswahlspieler machen Salate für den Abend. Die Station Regenbogen ist mittlerweile für das Team eine Herzensangelegenheit. "Wir wollen mit unserer Veranstaltung Familien unterstützen, die mit ihren Kindern den Weg durch eine schwere Krankheit gehen müssen", lautet das gemeinsame Credo. Bei der Station Regenbogen arbeiten zumeist betroffene Familien mit, die sich
ehrenamtlich in dieser schwierigen Situation gegenseitig unterstützen.

"Als ich das erste Mal zur Geldübergabe nach dem ersten Benefizspiel in Würzburg war, war ich tief beeindruckt. Eltern, die selber ihr Kind verloren haben, arbeiten weiter mit, um anderen zu helfen", spricht Bernd Heid mit höchstem Respekt von der Station, die seit 31 Jahren besteht. Stand zunächst die bessere Ausstattung auf der Agenda, werden mittlerweile vielfältige Aktionen mit den Spendengeldern finanziert. Das reicht von der Trauerbegleitung über gemeinsame Urlaube nach solchen Schicksalsschlägen bis hin zu einem Ärzte-Austausch mit den USA, um von den Erfahrungen zu profitieren. Rund 15 000 Euro konnte das Landkreis-Team bisher allein an die Regenbogen-Station überwiesen. Auch in Diebach wird die Station wieder mit einem Stand über ihre Arbeit informieren.

Die Einbettung des Benefizturniers in das Wein- und Federweißenfest der Freiwilligen Feuerwehr Diebach ist für Bernd Heid der perfekte Rahmen. "Neben dem Fußball wollen die Leute etwas geboten bekommen - und natürlich auch unsere Gäste. Die Bayer-Truppe war ja schon mal hier auf dem Fest und da ging richtig die Post ab", erinnert sich Bernd Heid. Beide Seiten profitieren davon - die Fußballer haben beste Unterhaltung und die Feuerwehr hat zusätzliche Gäste.

Den Leverkusenern hat es von Anfang an in der Region gefallen, so kommen Ulf Kirsten und Heiko Scholz gemeinsam mit dem ein oder anderen Freund einmal im Jahr mit ihren Harleys für eine Woche in die Gegend. Bernd Heid besorgt ihnen dann eine Unterkunft, organisiert bei Bedarf auch mal ein zusätzliches Motorrad. Daraus ist mittlerweile eine Freundschaft entstanden, so dass Bernd Heid davon ausgeht, "dass Ulf Kirsten und Heiko Scholz auf jeden Fall kommen - ob sie nun mitspielen oder nicht". Michael Kentschke von Bayer Leverkusen und Thomas Ziemer vom Club haben zugesagt, dass sie mit der jeweils stärksten Mannschaft kommen. Das verspricht fußballerisch beste Unterhaltung, da kann man als Zuschauer gerne mal ein Scheinchen mehr locker machen.

15 Uhr Auswahl Bad Kissingen - Traditionself 1. FC Nürnberg

16 Uhr Auswahl Gemünden - Traditionself Bayer Leverkusen

17 Uhr Einlagespiele

18 Uhr Spiel um Platz 3

19 Uhr Finale
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