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Bad Kissingen
Natur

Sport in der Natur: Rücksicht rettet Rehe

Eine morgendliche Laufrunde im Wald? Was zunächst nach einer guten Idee klingt, muss derzeit kritisch betrachtet werden: Denn zurzeit ist die Natur eine Kinderstube. Wie verhalte ich mich richtig?
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Derzeit bringen Rehe ihre Jungen zur Welt. Bei der Bewegung in der Natur
Derzeit bringen Rehe ihre Jungen zur Welt. Bei der Bewegung in der Natur

Im Wonnemonat Mai ist in Wald, Feld und Flur einiges los. Die Gräser blühen, erste Falter sind unterwegs, manche Vogelarten sind in der Balz, während andere bereits Eier ausbrüten. Auch das Rehwild hat Jungtiere auf die Welt gebracht. Gut getarnt und ohne Eigengeruch verstecken sie sich in den Wiesen, weil sie noch nicht fluchtfähig sind. Damit schützen sich die Tiere eigentlich vor Fressfeinden. Das kann allerdings bei einem Spaziergang für unerwartete Begegnungen sorgen. Wie aber sollen Sportler sich verhalten, wenn sie auf ein Rehkitz treffen?

Sport in der Natur: Jungtiere nicht anfassen

"Wenn man zum Beispiel beim Joggen auf ein Kitz stößt, ist es wichtig das Tier nicht zu berühren", teilt Veterinär und Vorsitzender des Bad Kissinger Jägervereins Dr. Helmut Fischer mit. Dadurch überträgt sich der menschliche Geruch auf das Kitz. "Die Geis würde deshalb das Kitz nicht mehr annehmen." Das Tier würde als Folge wohl eingehen.

In manchen Situationen ist es allerdings unumgänglich, das Rehjunge an einen anderen Ort zu bringen. "Das ist zum Beispiel beim Mähen der Wiesen der Fall. "Die Kitze drücken sich nicht nur bei Fressfeinden wie Füchsen in die Wiese - sondern auch bei landwirtschaftlichen Maschinen", führt der Veterinär aus.

Rehkitze: Todesfalle Tarnung

Ihre Tarnung und die eigene Überlebensstrategie wird damit zum Todesurteil. Um den Kitztod zu verhindern, sollte man mit Grasbüscheln arbeiten und das Tier aus dem Gefahrenbereich tragen." Auf diesem Weg überträgt sich die menschliche Witterung nicht auf das Tier. Als hilfreich erweisen sich zudem Hightech wie Drohnen oder die Mähtaktik, vom Zentrum der Wiese schneckenförmig nach außen zu mähen. Dadurch wird das Wild nicht in die Enge, sondern aus dem Feld gedrängt.

Doch nicht nur Landwirte, sondern auch Hundebesitzer müssen in dieser Zeit achtsam sein. "Hunde sollten derzeit beim Gassigehen angeleint sein, und nicht frei in der Wiese oder im Wald herumspringen." Fischer weiter: "Wenn irgendwo Beschilderungen in Natur sind, etwa für eine Wildruhezone, sollte das berücksichtigt werden."

Spaziergänge und Freizeitaktivitäten nicht zu Äsungszeiten

Ihren Weg durch die Natur sollten Sportler und Spaziergänger sich derzeit nicht zu den frühen Morgen oder späten Abendstunden bahnen. In diesen Zeiträumen nehmen die Tiere Nahrung zu sich und säugen außerdem ihre Jungen. Bleibt das Wetter weiterhin trocken, gewinnt das Äsen weitere Bedeutung. Denn über die Nahrung nehmen die Rehe auch Flüssigkeit auf. "Der Morgen und Abend sollte daher für das Wild reserviert sein, so dass Muttertiere die Feuchtigkeit ungestört ausgleichen und ihre Jungen säugen können."

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