Bad Kissingen
Museum

Spielzeug aus Japan: Ausstellung bleibt bis 25. Februar

Die Sonderausstellung "Spielzeug aus Japan" in Hillas Spielzeugkiste im Museum Obere Saline ist verlängert worden
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Foto: Archiv Siegfried Farkas
Foto: Archiv Siegfried Farkas
Noch bis zum 25. Februar 2018 wird die Ausstellung zu sehen sein. Begeisterte Besucher hatten zu der Verlängerung animiert. Lob für die außergewöhnliche Ausstellung zollten auch Vertreter von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft aus München: "Wir sind sehr inspiriert und glücklich, so viel Schönes gesehen zu haben!"

Schon mit dem Eintreten in den Sonderausstellungsraum in der Spielzeugwelt ist der Besucher in die fernöstliche Welt entrückt, in eine exotische, ästhetische, leuchtend bunte Welt. Blickfang ist in der Raummitte das Highlight der Sammlung, eine rote Treppenanlage, die in den japanischen Familien beim "Hina Matsuri", dem Mädchenfest am 3. März, aufgebaut wird: Ganz oben thront würdevoll das Kaiserpaar, darunter folgen in Abstufungen weitere Bedienstete des Hofstaates - Hofdamen, Wachen und Diener. Diese Puppen sind keine Spielsachen im herkömmlichen Sinne, sondern gehören zu rituellen Dekorationsaufbauten. An diesem Tag bekommen die Mädchen andere, einfachere Geschenke, mit denen sie vor dieser Kulisse spielen dürfen.

Dem ästhetischen Reiz des japanischen Spielzeugs ist auch die Sammlerin Hilla Schütze erlegen. Seit ihrer Jugend hatte sie, zunächst über einen regen Briefkontakt, später auch persönlich, freundschaftliche Kontakte nach Japan. Sie sammelte Spielzeug aus dem Land des Lächelns, keinen "Plastikplunder", sondern volkstümliches Spielzeug im Brauchtum und Jahreslauf einer alten, asiatischen Kultur.

So kam es auch zum Kontakt mit dem Japan Toy Museum in Himeji, im Bezirk Hyogo in der Nähe von Kobe, mit dem sie seit mehr als 20 Jahren Spielzeug tauscht, und zwar eins zu eins: ein Spielzeug aus europäischen Spielzeugregionen gegen ein Exemplar des japanischen Kulturguts. Hilla Schütze hat ihren Ehrgeiz darangesetzt, das Spielzeug Japans sehr breitbandig zu sammeln mit dem Ergebnis, dass die Sammlung eine reiche Auswahl von nahezu allen Regionen Japans umfasst. Die jahreszeitlichen Feste und Festivals sind mit der Sammlung anschaulich repräsentiert.

Und so sind in der Ausstellung die typischen traditionellen Spielzeuge Japans aus Holz, Bambus, Papiermaché oder Ton zu sehen. Das bekannteste Spielzeug dürften die Kokeshis sein, reduziert stilisierte und gedrechselte Holzpuppen, die meist aus nur zwei Teilen bestehen: einem Kopf und einem Rumpf. Man findet sie sowohl als Souvenirware, aber auch als hochgeschätzte Kunstwerke von ästhetischer Formensprache, die von ihren Malern oft sogar signiert werden. Daneben gibt es Tonfigürchen von meist recht derb naiver Ausformung, aber der Tradition oft über Jahrzehnte und Jahrhunderte verpflichtet. Tonerden von verehrten Bergen und Gebieten spielen hier eine Rolle. Dann gibt es die federleichten Papiermaché-Figuren, die oft ähnlich wie die Tonfiguren gestaltet sind, doch das Gewicht unterscheidet sie eindeutig. Oft wohnt ihnen ein Amulett-Charakter inne, oder sie sind allgemeine Glücksbringer, die vor Krankheiten schützen sollen, da sie häufig an heiligen Schreinen verkauft werden.

Die Ausstellung "Spielzeug aus Japan" ist im Museum Obere Saline immer mittwochs bis sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

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