Poppenroth
Aktion

Spenden sammeln für Defibrillator am Poppenrother Feuerwehrhaus

Ortsvereine und Stadträte setzen sich für einen automatisierten Defibrillator in dem Stadtteil ein,
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Klaus Bollwein (links) und Bernhard Schlereth (rechts) informieren sich bei Michaela und Jens Ritter über den Umgang mit dem automatisierten Defi. Rosi Bollwein
Klaus Bollwein (links) und Bernhard Schlereth (rechts) informieren sich bei Michaela und Jens Ritter über den Umgang mit dem automatisierten Defi. Rosi Bollwein

Beim Kindergartenfest und einem Infoabend stand der richtige Umgang mit einem lebensrettenden Defibrillator im Mittelpunkt. Lothar Metz als Organisator und die Stadträte Bernhard Schlereth und Klaus Bollwein (beide CSU) haben seit längerem den Wunsch, einen Defibrillator in ihrem Stadtteil zu installieren. Über eine Crowdfunding-Initiative mit der VR-Bank Bad Kissingen soll das jetzt endlich realisiert werden. Im Prinzip geht es darum, Spenden zu sammeln, um den AED-Defibrillator (automatisierter, externer Defibrillator) zu finanzieren. Die VR-Bank legt zu jedem Spendenbetrag von mindestens 10 Euro nochmals 10 Euro dazu.

Diese Idee fand auch großes Interesse bei den Ortsvereinen und den beiden Stadträten, die zusammen mit Metz die Spendenaktion auf den Weg gebracht haben. Gut 80 Tage Zeit haben die Verantwortlichen, die nötigen Spenden zusammenzubringen, was im Falle von Poppenroth eine Summe von 4650 Euro bedeutet. Für die Spender gibt es kein Risiko, denn wenn für das Projekt nicht genug Spenden bis zum 30.Juni eingehen sollten, werden die Spenden von der Bank an die Absender zurücküberwiesen. Metz und seine Unterstützer sind überzeugt, dass es klappt und ab dem Sommer auch im Stadtteil Poppenroth ein technischer Lebensretter am Feuerwehrhaus montiert wird. "Wenn nur ein einziges Leben damit gerettet würde, dann hätte sich der ganze Aufwand schon gelohnt", findet das Orga-Teams.

Unterstützer haben sie direkt vor der Haustüre. Notärztin Michaela Ritter und ihr Mann Jens (Notfallsanitäter) sind beide vor kurzem nach Poppenroth gezogen. Beim Kindergartenfest und bei einem Infoabend im Feuerwehrhaus haben die professionellen Lebensretter den sachgemäßen Umgang mit einem Defibrillator erklärt. Interessierte Bürger waren erstaunt, wie leicht es für Ersthelfer ist, dieses Gerät zu bedienen. Sobald der Helfer den Gerätedeckel öffnet gibt eine Stimme Anweisungen, was zu tun ist. Zwei selbstklebende Klebe-Pads müssen am Patienten angebracht werden: Ein Pad kommt auf den rechten Brustkorb und das zweite unter das Herz auf der linken Seite. Das Gerät prüft, ob der Patient Herzflimmern hat und gibt Punkt für Punkt Anweisungen.

"Man kann nichts falsch machen, außer man macht nichts", sagt Notärztin Michaela Ritter. Ihr Mann Jens informierte aus der Sicht des Notfallsanitäters über die Zeitspanne, die für eine erfolgreichen Lebensrettung zur Verfügung steht. Die Faustregel bei Herzkammerflimmern besagt, dass pro Minute die Chancen für eine erfolgreiche Rettung um ca. 10 Prozent schwinden. Für die Zuhörer der Veranstaltungen waren das ernüchternde Zahlen, denn jeder Poppenrother weiß, dass man mit dem Auto von Bad Kissingen nach Poppenroth etwa zehn Minuten braucht.

Damit der Defibrillator am Feuerwehrhaus hängen kann, sind die Organisatoren noch auf Spenden angewiesen. "Jeder kann sich mit einem kleinen Betrag an einer großen tollen Sache beteiligen und vielleicht ein Leben retten", sagt Bollwein. Bis Ende Juni kann noch in den Spendentopf eingezahlt werden. Spenden gehen an VR-Bank Crowdfunding, IBAN: DE39 7906 5028 0100 0005 74, Verwendungszweck AED Poppenroth, bei der VR-Bank Bad Kissingen e.G.

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