Bad Kissingen
Immobilien

Spekulation um Zukunft der "Eule"

In Bad Kissingen brodelt es in der Gerüchteküche. Angeblich möchte ein Interessent die "Eule" von der Stadt kaufen - eine offizielle Bestätigung gibt es aber nicht.
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Laut Gerüchten soll die "Eule" verkauft werden. Johannes Schlereth
Laut Gerüchten soll die "Eule" verkauft werden. Johannes Schlereth

Eishalle, Campingplatz, Palais Erthal - die Stadt Bad Kissingen hat zuletzt schon einige ihrer Immobilien veräußert. Für das nächste städtische Objekt gibt es möglicherweise ein Kaufangebot - zumindest laut Gerüchten. Die Rede ist von der Kneipe "Zoom Eulenspiegel", besser bekannt als "die Eule". Das bereitet den Besuchern und dem Wirt Christian Hänsch Sorgen - die Zukunft der Kneipe steht für sie auf dem Spiel. Deshalb wollen Kneipengänger, Stammgäste, Musiker, deren Fans und auch Schüler einen Verein gründen, mit dem Ziel, die "Eule" zu unterstützen.

Im März verfasste Hänsch ein Schreiben an die Stadt, dass außerdem im August an alle Stadtratsfraktionen ging - eine Antwort erhielt er nicht. In diesem forderte er ein Entgegenkommen bei der Pacht. Momentan zahlt er eine Umsatzpacht. Das heißt: Mit steigendem Umsatz steigen auch Hänschs Pachtzahlungen an die Stadt. Wirtschaftlich sei das wegen steigender Kosten nicht mehr tragbar. Hänsch betonte, dass er das Pachtverhältnis daher schlimmstenfalls kündigen müsste.

Über Umwege von Kaufangebot erfahren

Im Juli habe er über Umwege von einem Kaufangebot erfahren, als sich ein Interessent bei ihm gemeldet hat. Für ihn ist unklar, wie es weitergeht. Der Interessent soll ein stadtbekanntes Gastronomie-Unternehmen sein. Trotz mehrfacher Anfragen seitens dieser Redaktion an das Unternehmen, nutzte dieses die Möglichkeit nicht, sich dazu zu äußern. Außerdem soll Bürgermeister und Bauunternehmer Toni Schick Interesse an der Eule bekundet haben. Schick dementierte auf Nachfrage dieser Zeitung jedoch deutlich: "Das ist das erste, was ich höre."

Thomas Hack, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus, kommentierte die Gerüchte nicht. Zu Immobiliengeschäften oder Pachtverhältnissen äußere man sich prinzipiell nicht in der Öffentlichkeit, heißt es von ihm. Eine öffentliche Ausschreibung für die Eule habe ebenfalls nicht stattgefunden. "Alle städtischen Objekte stehen grundsätzlich permanent - und das heißt bei einer Kommune, die in Haushaltsjahren denkt, alle Jahre wieder bei den Haushaltsberatungen - unter der generellen Frage, ob sie zur Aufgabenerfüllung der Stadtverwaltung notwendig sind oder nicht", sagte er allgemein. Das heißt, dass sich die Stadt grundsätzlich offenhält, nicht benötigte Immobilien zu verkaufen.

Der Blick in den Stadtrat zeigt ebenfalls, dass von einem Verkauf derzeit nichts bekannt ist. "Es ist bislang noch nicht darüber gesprochen worden und derzeit auch nichts in der Richtung geplant", teilt Stadtrat Thomas Menz (SPD), Mitglied im Finanzausschuss, auf Nachfrage mit. Andreas Kaiser (Freie Wähler) ist Mitglied im Bauausschuss und sagt: "Bisher ist mir nichts dergleichen bekannt." Auch Klaus Bollwein (CSU) wisse noch nichts.

Der Verein soll dennoch gegründet werden. "Es soll ein eingetragener Verein werden, mit allem was dazu gehört", sagt Hänsch. Gegründet werden soll der Verein am 17. November in der Kultkneipe. Der Name steht bereits fest: DEMB. Hinter der Abkürzung verbirgt sich die Botschaft "Die Eule muss bleiben". "Die Kneipe soll ihren Charme bewahren. Es ist ein Ort, an dem Jung und Alt zusammenkommen", sagt Hänsch.

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