Bad Kissingen
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Sozialministerin Schreyer besucht den Landkreis Bad Kissingen

Sozialministerin Kerstin Schreyer informiert sich im Rahmen des Arbeitnehmertages im Heiligenhof und in zwei Firmen. Die Themen reichen von Gleichstellung bis Fachkräftemangel.
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Yasmin Heynen (2. von rechts) ist die erste duale Studentin bei Labor LS. Bei einer Führung stellte sie dem CSA-Kreisvorsitzenden Dietmar Kirchner (von links), Familienministerin Kerstin Schreyer und MdL Sandro Kirchner sogenannte Blutplatten vor, auf denen Mikroben vermehrt werden. Foto: Ralf Ruppert
Yasmin Heynen (2. von rechts) ist die erste duale Studentin bei Labor LS. Bei einer Führung stellte sie dem CSA-Kreisvorsitzenden Dietmar Kirchner (von links), Familienministerin Kerstin Schreyer und MdL Sandro Kirchner sogenannte Blutplatten vor, auf denen Mikroben vermehrt werden. Foto: Ralf Ruppert
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Kerstin Schreyer (CSU) ist nicht nur bayerische Familien-, Arbeits und Sozialministerin, sondern auch Gleichstellungsbeauftragte der Staatsregierung und Schirmherrin der Sudetendeutschen im Freistaat. Entsprechend breit gefächert waren die Themen ihres gestrigen Besuchs im Landkreis Bad Kissingen: In der Bildungs- und Begegnungsstätte "Heiligenhof" informierte sie sich über die Arbeit der Stiftung Sudetendeutsches Sozial- und Bildungswerk, bei "Joyson Safety Systems" in Albertshausen und der "Labor LS" in Großenbrach ging es um Fachkräftemangel, Ausbildung und die Gleichstellung von Frauen.

Erster Besuch im Heiligenhof

"Im Heiligenhof war ich heute zum ersten Mal, ich habe das natürlich mit dem Besuch hier im Landkreis verbunden", sagte Schreyer. Dessen Leiter Steffen Hörtler, gleichzeitig CSU-Stadtrat und -Ortsvorsitzender, kenne sie bereits als Landesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft: "Wir tauschen uns oft aus", beschreibt sie das Verhältnis. Laut Hörtler stehe dabei aktuell der Bau des Sudetendeutschen Museums in München im Vordergrund.

In den Betrieben informierte sich Schreyer gemeinsam mit rund 30 CSA-Mitgliedern vor allem über Belange von Arbeitnehmern. "Mir liegt besonders am Herzen, dass wir die Digitalisierung gut begleiten", warb sie etwa für den Bayerischen Bildungsscheck: Arbeitnehmer erhalten einen Zuschuss von 500 Euro für berufliche Weiterbildungsmaßnahmen. Dafür stelle ihr Haus insgesamt drei Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds und Landesmitteln zur Verfügung. Einzige Voraussetzung: "Die Weiterbildung muss mit Digitalisierung zusammenhängen." In Unterfranken gebe es bereits zwei Weiterbildungsinitiatoren (in Schweinfurt und Würzburg), die die Bildungsschecks ausgeben. Dabei stehe der Arbeitnehmer im Mittelpunkt: "Wir geben das Geld nicht in die Betriebe, sondern direkt an Personen."

Viele gute Ansätze sah die Ministerin vor allem bei der "Labor LS" in Großenbrach. "Wir haben uns einiges einfallen lassen, um die Leute hier zu behalten", wies Sabine Fingerhut-Heinemann auf viele freiwillige Leistungen hin: von der flexiblen Arbeitszeit über Zuschüsse zum Kindergarten, kostenlose Getränke und Dienst-Fahrrad bis zum transparenten Lohn- und Gehaltssystem. Ab Oktober gebe es sogar eine WG für Auszubildende in Bad Bocklet. Schreyer schlug vor, dass sich das Unternehmen am "Familienpakt Bayern" ihres Ministeriums beteiligt, bei dem es gezielt um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht.

Als Gleichstellungsbeauftragte der Staatsregierung merkte sie jedoch auch an, dass sie im Verwaltungsrat Frauen vermisse. Dessen Vorsitzender Werner Wohnhas kündigte jedoch an, dass Sabine Fingerhut-Heinemann schon bald in die Geschäftsführung aufrücke. Zudem habe das Unternehmen viele Frauen in Führungspositionen - allerdings nicht passend zum Verhältnis in der Belegschaft, denn: Von aktuell 533 Mitarbeitern sind 401 weiblich. "Oft liegt es daran, dass Frauen nicht wollen", nannte Wohnhas als einen Grund. "Man muss Frauen einfach öfter fragen", hielt ihm die Ministerin entgegen, und: "Manchmal muss man auch aushalten, dass Frauen anders führen."

Einen hohen Stellenwert hat Qualifizierung bei Labor LS: 398 Mitarbeiter seien entweder gelernte Fachkräfte oder sogar Akademiker. Zudem gebe es so gut wie keine befristeten Arbeitsverträge: "Was soll dieser Quatsch mit befristeten Arbeitsverträgen?", bekannte sich Verwaltungsratsvorsitzender Werner Wohnhas klar zu einer engen Bindung der Mitarbeiter ans Unternehmen.

Laborfläche wächst weiter

Laut Dr. Andreas Rüffer ist Labor LS "eines der größten Auftragslabore Europas". Er stellte die Geschichte seit der Gründung durch Rüdiger Leimbeck und Bernd Sonnenschein im Jahr 1987 mit 28 Mitarbeitern und 400 Quadratmeter Laborfläche vor. Heute hat das Unternehmen in Großenbrach 10 000 Quadratmeter Laborfläche. Aktuell entsteht ein Neubau für die Verwaltung, dann werde die Laborfläche sogar auf 12 000 Quadratmeter erweitert. Die Hälfte der aktuell 533 Beschäftigten ist jünger als 35 Jahre, jedes Jahr werden 15 Auszubildende eingestellt. "Unsere Kunden sind überall dort, wo höchst sauber gearbeitet werden muss", sagte Prokurist Dr. Maximilian Schlicht auf Nachfrage.

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