Bad Kissingen
Politik

So läuft die Landtagswahl im Stimmkreis Bad Kissingen

Die Wahl-Benachrichtigungen sind raus, in Bad Kissingen hat sogar schon jeder Zehnte seine Briefwahl-Unterlagen abgeholt.
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Der stellvertretende Stimmkreis-Wahlleiter Klaus Plescher mit dem Wahlzettel für die Landtagswahl. Foto: Ralf Ruppert
Der stellvertretende Stimmkreis-Wahlleiter Klaus Plescher mit dem Wahlzettel für die Landtagswahl. Foto: Ralf Ruppert
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Die anstehenden Landtags- und Bezirkstagswahlen sind auch eine logistische Herausforderung: "Die Stimmzettel kamen mit zwei Lkw, das waren insgesamt 50 Paletten", berichtet Klaus Plescher. Der Sachgebietsleiter am Landratsamt ist stellvertretender Wahlleiter im Stimmkreis Bad Kissingen. Der umfasst nicht nur den Landkreis Bad Kissingen, sondern auch den westlichen Landkreis Rhön-Grabfeld: Insgesamt wurden für die 35 Kommunen jeweils 103 300 Exemplare der vier Stimmzettel gedruckt. "Die Unterlagen sind alle draußen", berichtet Plescher über die Verteilung. Trotzdem gebe es noch viel zu tun.

Der Tisch von Klaus Plescher liegt voller Wahl-Unterlagen. Nach einer Europawahl ist die Landtagswahl erst die zweite, die Plescher zentral betreut. "Sonst war ich meistens als Wahlhelfer in einem Wahllokal." Wahlleiterin ist Juristin und Abteilungsleiterin Nina Opfermann. Die meisten Fragen gehen aber an Plescher: "In vielen Kommunen gab es Personalwechsel", berichtet er. Deshalb kommen viele Nachfragen.

Prüfung kleiner Wahllokale

Ab 2. September konnten die Kommunen die Wahlbenachrichtigungen verschicken. Bei der Stadt Bad Kissingen haben bereits 1775 der 17 635 Wahlberechtigten die Briefwahl beantragt, davon 550 online. 10,1 Prozent haben also bereits die Stimmzettel daheim.

Zu den Vorbereitungen gehört auch, dass Plescher sich alle gemeldeten Wahllokale noch einmal anschaut: "Die Daten müssen stimmen, damit es am Wahlabend glatt läuft." Die Kommunen sind angehalten, zuerst die Landtagswahl auszuzählen. "Die Bezirkstagswahl kommt dann erst am Montag", sagt Plescher. Froh ist er, dass nicht auch noch über die drei zunächst diskutierten Volksentscheide abgestimmt wird. Lediglich der Bürgerentscheid zum Bürgerhaus Hammelburg steht am 14. Oktober noch an.

Bei einigen Wahllokalen hat Plescher genau hingeschaut, weil sie nahe an der Untergrenze von 50 Wählern sind. In Singenrain zum Beispiel gab es bei der Bundestagswahl nur 94 Wahlberechtigte, davon wählten aber 89, 70 sogar direkt im Wahllokal. 3. Bürgermeister und Ortssprecher Jürgen Metz hat bereits Aufrufe verteilt, damit auch heuer wieder möglichst viele Wähler am 14. Oktober ins Feuerwehrhaus kommen.

Die Stimmkreis-Wahlleiter sind für den richtigen Ablauf der Wahl zuständig, die Ergebnisse der Landtagswahl gibt am 14. Oktober der Landeswahlleiter bekannt. Der Wahlkreis Unterfranken verliert dabei gegenüber 2013 einen Abgeordneten: Statt 20 sind es nur noch 19. Maßgeblich war dafür die Bevölkerungsstatistik aus dem Jahr 2016, teilt Daniela Lamprecht vom Büro der Landeswahlleitung mit.

Über die Zusammensetzung des Landtags ist - anders als bei der Bundestagswahl - die Summe aller Erst- und Zweitstimmen maßgeblich, heruntergebrochen auf die Bezirke. Die Direktkandidaten der zehn Stimmkreise in Unterfranken sind dabei gesetzt, vor fünf Jahren gingen alle fünf an die CSU. Sollten der CSU rechnerisch weniger Sitze im Landtag zustehen, gibt es sogar Überhangmandate.

Obwohl bei der Zweitstimme eigentlich Personen gewählt werden, können Wähler auch eine Partei ankreuzen: "Wenn bei der Zweitstimme das Kreuz oben beim Wahlvorschlagträger gemacht wurde, ist die Zweitstimme trotzdem gültig und geht in die Proporzberechnung für den Wahlvorschlagsträger ein", stellt Lamprecht auf Nachfrage klar. Auch wenn mehrere Bewerber in einer Parteiliste angekreuzt sind, werde der Wahlzettel dadurch nicht ungültig.

Stimmkreis Für die Landtagswahl 2018 ist Bayern in 91 Stimmkreise aufgeteilt. Der Stimmkreis Bad Kissingen gehört zum Wahlkreis Unterfranken, der identisch mit dem Bezirk Unterfranken ist. Zum Stimmkreis gehören alle 26 Kommunen im Landkreis Bad Kissingen sowie neun Kommunen im Landkreis Rhön-Grabfeld, nämlich Bischofsheim, Oberelsbach, Sandberg, Fladungen, Hausen, Nordheim, Ostheim und Sondheim vor der Rhön sowie Willmars.

Landtag Direktkandidaten für den Landtag sind Sandro Kirchner (CSU), Norbert Schaub (SPD), Yatin Shah (Grüne), Matthias Kleren (Freie Wähler), Christian Hänsch (Linke), Hans-Joachim Hofstetter (FDP), Freia Lippold (AfD), Frank Sadlo (BP), Michaela Reinhard (ÖDP) und Chrsistiane von Thüngen (Die Franken). Auf den Listen stehen weitere acht Kandidaten aus dem Landkreis: Steffen Hörtler (CSU), Petra Winter (Grüne), Patrik Dorsch (ödp), Benjamin Wildenauer (Piraten), Christian Metz (Franken), Patrick Geßner (AfD) sowie Malte Schilling und Beate Schilling (mut).

Bezirkstag Für den Bezirkstag treten direkt an: Karin Renner (CSU), Tobias Schneider (SPD), Dominik Sitter (Freie Wähler), Irina Hönig (Grüne), Adelheid Zimmermann (FDP), Matthias Freund (Linke), Franz Sadlo (BP), Waldemar Bug (ödp), Christiane von Thüngen (Franken) und Patrick Geßner (AfD).

Söder mahnt zur Ruhe und machte in Bad Kissingen am Donnerstagabend einen entspannten Eindruck. Von schlechten Umfrage-Ergebnissen lässt er sich zu Recht nicht beeindrucken, denn: Das bayerische Wahlrecht ist ganz anders als das bundesdeutsche. Beim Bundestag zählt am Ende nur die Zweitstimme. Wenn jemand einem Außenseiter-Kandidaten eine Mitleidsstimme gibt, weil ihm Nase, Brille oder Slogan auf dem Plakat gefallen, spielt das keine Rolle.

In Bayern aber werden alle Erst- und Zweit-Stimmen in einen großen Topf geworfen. Das dürfte der CSU helfen, denn: 2013 holte die CSU 89 der damals noch 90 Stimmkreise. Sandro Kirchner etwa erhielt 54,4 Prozent der Erst-Stimmen. Wenn er das heuer wieder schafft, müsste die CSU bei den Zweitstimmen schon gewaltig einbrechen, um in Summe auf 35 Prozent abzurutschen. Und selbst wenn: Die zehn Direkt-Mandate dürfte die CSU sicher haben. Allerdings könnten Überhangmandate den Landtag aufblähen. Schlecht sieht es dagegen für Barbara Stamm aus: Die beliebte Landtagspräsidentin dürfte nach 52 Jahren im Landtag wohl ausscheiden - völlig egal, wie viele Zweitstimmen sie holt.

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