Bad Kissingen
Bildung

Sinnberg-Grundschule: Mit neuer Rektorin ins neue Schuljahr

Anja Weigand-Hartmann ist die neue Leiterin der Sinnberg-Grundschule. Sie wechselt von einer Privatschule der israelitischen Kultusgemeinde von München in die Kurstadt.
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Anja Weigand-Hartmann mag die großen Freiflächen an der Sinnberg-Grundschule. Benedikt Borst
Anja Weigand-Hartmann mag die großen Freiflächen an der Sinnberg-Grundschule. Benedikt Borst

Ein wenig ist der 49-Jährigen die Nervosität anzumerken, jetzt eine Woche bevor das Schuljahr an ihrer neuen Arbeitsstelle anfängt. "Ich bin mindestens so aufgeregt wie die Schulanfänger", sagt Anja Weigand-Hartmann, die neue Rektorin der Sinnberg-Grundschule. "Aber die Aufregung hat auch etwas gutes: Man bleibt konzentriert bei der Arbeit".

Seit dem Abschied von Karl-Heinz Deublein Anfang des Jahres war die Stelle des Schulleiters vakant. Konrektorin Sabine Oschmann-Hockgeiger hat seitdem die Aufgaben kommissarisch miterledigt. Jetzt hat Anja Weigand-Hartmann den Rektorenposten übernommen. Die Aubstädterin ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Zuletzt leitete die Pädagogin eine private Ganztages-Grundschule der israelitischen Kultusgemeinde in München. Vor einem Jahr zog sie aus familiären Gründen zurück in ihre unterfränkische Heimat.

Die Tätigkeit in München hat sie genossen. "Es war eine intensive Zeit", sagt sie. Die Schülerschaft ist international, zwei Drittel der Kinder sind jüdisch. Sie werden in hebräisch und jüdischer Religion unterrichtet. Die Schule setzt auf kleine Klassen. In der ersten Jahrgangsstufe werden die Kinder nicht nur von einer Lehrerin, sondern auch von einer Erzieherin betreut. Von der sprachlichen Förderung bis hin zu Verhaltensauffälligkeiten. "Damit fange ich Kinder mit Schwierigkeiten auf", schwärmt sie. In ihren Augen ist das ein Vorbildmodell auch für staatliche Schulen.

An der Sinnberg-Grundschule fühlt sich Weigand-Hartmann gut aufgenommen. Aktuell bereitet sie alles für den Schulbeginn vor. Sie überprüft die Stundenpläne sowie die Ausstattung in den Klassenzimmern und organisiert eine Lehrerkonferenz. Auf direkten Austausch legt sie Wert. "Mir ist es wichtig, dass wir eine gute Zusammenarbeit im Kollegium und mit den Eltern haben", betont sie.

Mehr Schwimmunterricht

Zwar ist noch vieles am neuen Arbeitsplatz ungewohnt, aber der bisherige Eindruck von der Schule fällt positiv aus. "Die Schule ist gut organisiert. Hier läuft vieles sehr gut", lobt sie. Die Zusammenarbeit mit Kollegen und Stadt funktioniere problemlos, das große Projektangebot sei beeindruckend, ebenso der große Pausenhof, der jetzt mit einer neuen Bewegungslandschaft noch einmal aufgewertet wird. Insgesamt: "Das Gebäude ist gut ausgestattet." Auch dass es einen aktiven Elternbeirat und Förderverein gibt, sei sehr wertvoll.

Die räumliche Situation an der Sinnberg-Grundschule ist keine leichte. Einzelne Klassen sind bereits an eine Außenstelle sowie in zwei Klassencontainer ausgelagert. Bis zum Neubau der Henneberg-Grundschule in Garitz in den nächsten Jahren und der damit verbundenen Änderung des Schulsprengels, wird sich an der Situation erst einmal wenig ändern. Die neue Rektorin sieht es pragmatisch: Damit muss man umgehen. Im nächsten Schuljahr wurde es organisatorisch zum Beispiel so gelöst, dass die Container nicht mehr als feste Klassenzimmer genutzt werden. "Dort findet jetzt Fachunterricht wie Religion oder Werken statt", erklärt sie.

Eine weitere Herausforderung ist der Sport- und Schwimmunterricht. Die Schulturnhalle ist für 18 Klassen zu klein, die Schüler weichen in die Turnhalle der Kliegl-Schule und in die Bayernhalle aus. "Aber wir kriegen unsere Plätze", sagt sie. Für den Schwimmunterricht stehen den 3. und 4. Klassen dieses Jahr mehr Stunden zur Verfügung. Die Schule reagiert damit auf den hohen Anteil an Nichtschwimmern. Weigand-Hartmann betont: "Wenn man schon den Aufwand betreibt und die Kinder mit dem Bus ins Schwimmbad fährt, muss auch etwas hinterher dabei herauskommen."

Einen pädagogischen Schwerpunkt sieht Weigand-Hartmann in der Werte- und Demokratieerziehung. Denkbar sei beispielsweise, Klassenräte einzurichten, die von der Schulleitung bei bestimmten Entscheidungen mit einbezogen werden. Auch Streitschlichter sind eine mögliche Neuerung und: "Ich würde gern ein Schullied einführen, das bei verschiedenen Gelegenheiten gemeinsam gesungen wird." Das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und ist eine schöne Erfahrung. Mit dem Sinnberglied durch die Grundschulzeit.

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