Schweinfurt
Ermittlungen

Schweinfurt: Häftling erhängt sich in Zelle

Ein aggressiver Bewohner des Ankerzentrums Schweinfurt kam in die Zelle. Beamte fanden ihn tot auf. Das LKA prüft nun, wie das passieren konnte
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In einer Haftzelle der Schweinfurter Polizei hat sich ein Mann (22) erhängt. Symbolfoto Marcus Führer/dpa
In einer Haftzelle der Schweinfurter Polizei hat sich ein Mann (22) erhängt. Symbolfoto Marcus Führer/dpa

Ein schwerwiegender Vorfall ereignete sich in einem Haftraum der Schweinfurter Polizeiinspektion. Dort starb am Dienstagmorgen ein Mann, wie das Polizeipräsidium Unterfranken mitteilte. Offensichtlich hatte er sich das Leben genommen. Das Landeskriminalamt ermittelt jetzt die Umstände. Die Frage ist: Wie konnte das passieren?

In der Nacht zum Dienstag wurde gegen 3.30 Uhr eine Streife der Schweinfurter Polizei in das Ankerzentrum im Kasernenweg gerufen. Der Sicherheitsdienst hatte die Beamten wegen Streitigkeiten zwischen zwei Bewohnern zur Unterstützung angefordert.

Nachdem der Streit geschlichtet werden konnte, wurde die Polizei um 4.45 Uhr erneut alarmiert. Einer der beiden Streithähne, ein 22 Jahre alter Mann aus Somalia, verhielt sich aggressiv gegenüber dem Sicherheitspersonal und wurde von der Streife daraufhin zur Verhütung von Straftaten in Sicherheitsgewahrsam genommen und deshalb in einem Haftraum der Schweinfurter Polizeiinspektion untergebracht.

Gegen 5 Uhr erfolgte der Einschluss. Als gegen 7.30 Uhr ein Beamte den Raum kontrollierte, war der Mann tot. Nach Redaktions-Recherchen hatte sich der Mann erhängt. Sofort wurde versucht, den Mann zu reanimieren, doch die Bemühungen blieben erfolglos.

Zum jetzigen Zeitpunkt bleiben Fragen offen: Wie konnte sich der Mann im Sicherheitsgewahrsam das Leben nehmen? War vorher für die Beamten ersichtlich, dass der Mann Suizid-Absichten hatte? Gab es zwischen 5 Uhr und 7.30 Uhr weitere Kontrollen? Fragen, die das Landeskriminaltamt in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Schweinfurt ermitteln wird.

Wir berichten für gewöhnlich nicht über Selbstmorde. Eine Ausnahme bilden Fälle von großem öffentlichen Interesse. Bei der Telefonseelsorge erreichen Sie unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Hilfe in schwierigen, möglicherweise ausweglos erscheinenden Situationen. Unter www.frnd.de ("Freunde fürs Leben") finden Sie zudem weitere Informationen und Hilfsangebote.

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