Bad Kissingen
Kunst

Scherenschnitttheater mit musikalischer Begleitung in Bad Kissingen

Erstmalig wird die Staatsbad Philharmonie Kissingen einen Scherenschnittfilm von Lotte Reiniger musikalisch untermalen. Die öffentliche Vorstellung findet am Samstag, 1. Juni, 20 Uhr, im Max-Littmann-Saal statt
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Drei Tage lang probt die Staatsbad Philharmonie die Filmmusik zum Scherenschnitttheater unter der Leitung von Dirigent Stefan Geiger, dann muss alles sitzen. Foto: Leonie Hauck
Drei Tage lang probt die Staatsbad Philharmonie die Filmmusik zum Scherenschnitttheater unter der Leitung von Dirigent Stefan Geiger, dann muss alles sitzen. Foto: Leonie Hauck
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Erstmals wird die Staatsbad Philharmonie Kissingen, unter der Leitung von Dirigent Stefan Geiger, am Samstag, 1. Juni, 20 Uhr, einen Stummfilm musikalisch begleiten. Das kann das Publikum im Rahmen der Kissinger Nachtmusik im Max-Littmann-Saal bestaunen. "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" ist ein 65-minütiger Scherenschnitt-Silhouettenfilm der deutschen Scherenschneiderin und Buchillustratorin Lotte Reiniger, der an die Märchen aus "1001 Nacht" angelehnt ist.

Ähnlich wie in Aladdin, spielt zum Beispiel auch die Wunderlampe eine Rolle. Um den Zuschauern einen Einblick in die Entstehung des Scherenschnittes zu geben, wird vor "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" noch ein zehn bis 15-minütiger Film darüber gezeigt.

Besonders macht den Film, dass er der weltweit älteste noch erhaltene animierte Langfilm ist - der erste Trickfilm, wenn man so will. Lotte Reiniger hat in mühevoller Kleinstarbeit alle Figuren und Hintergründe für die einzelnen Szenen angefertigt, auf einer von unten beleuchteten Glasplatte arrangiert und fotografiert, erzählt Orchestermanager Roman Riedel. Die einzelnen Aufnahmen setzte sie dann zu einem Film zusammen. Unterstützung erhielt sie dabei zwar von ihrem Mann und ein paar anderen - ein enormer Aufwand war es dennoch: Laut der offiziellen Internetseite von Lotte Reiniger waren allein für eine Sekunde Film 24 Einzelaufnahmen nötig.

Das Besondere der Filmmusik

Da sie den Ton jedoch zur damaligen Zeit noch nicht in den Film einbauen konnte, arbeitete sie für die Filmmusik eng mit Komponist Wolfgang Zeller zusammen. Film und Musik wurden parallel entwickelt - teilweise war sogar die Musik zuerst vorhanden. "Sie war also im wahrsten Sinne des Wortes taktgebend", erklärt Dirigent Stefan Geiger. In Bad Kissingen ist er nur Gastdirigent, da er normalerweise als Chefdirigent in einem brasilianischen Opernhaus anzutreffen ist. Das wichtige bei der Filmmusik ist, dass sie eine reine Begleitmusik ist und nicht der Hauptakteur, sagt Stefan Geiger. "Die Filmmusik muss Emotionen schaffen", erklärt er. Das sei in diesem Film vor allem durch die gemeinsame Entwicklung von Film und Musik so gut gelungen.

Nach drei Orchesterproben muss alles sitzen, denn die Erstaufführung nur für Schüler ist bereits am Freitag, 31. Mai: Etwa 500 Kinder und Jugendliche aus dem Landkreis werden um 10.30 Uhr die ersten Zuschauer im Max-Littmann Saal im Regentenbau sein. Alle anderen Interessierten können sich für den 1. Juni, 20 Uhr, noch Karten kaufen. Erhältlich sind diese bei der Tourist-Information im Arkadenbau, per E-Mail (kissingen-ticket@badkissingen.de), unter Tel.: 0971/804 84 44 oder in der Geschäftsstelle der Saale-Zeitung.

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