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Bad Kissingen
Umweltgift

Schadstoff-Sanierung beginnt im Juni im Luitpoldbad

Der verseuchte Innenputz im Luitpoldbad in Bad Kissingen wird abgeklopft. Um die Zeitverzögerung etwas auszugleichen, wird der Neubau der Archivtrakte im Innenhof vorgezogen.
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Derzeit liegt die Baustelle Luitpoldbad brach. Im Juni soll es mit der Schadstoff-Sanierung und den Vorarbeiten zum Bau der Archivtrakte weitergehen. Foto: Thomas Mäuser
Derzeit liegt die Baustelle Luitpoldbad brach. Im Juni soll es mit der Schadstoff-Sanierung und den Vorarbeiten zum Bau der Archivtrakte weitergehen. Foto: Thomas Mäuser
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Das Finanzministerium geht davon aus, dass die behörden wie geplant Ende 2016 in ihr neues Zentrum einziehen können. Auch wenn die Baustelle Luitpoldbad zur Zeit ruht. Grund ist das Umweltgift, das überraschend im Innenputz des historischen Gebäudekomplexes entdeckt wurde.

"Die fachgerechte Entfernung und Entsorgung des Putzes musste erst ausgeschrieben werden", begründet Erwin Full vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt die derzeitige Ruhe auf der Baustelle. Bevor der gefährliche Putz entfernt wird, sind erst einmal die historisch wertvollen Bauteile wie Türen und Fenster zu sichern.

Laut Full beginnt die Schadstoff-Sanierung Mitte Juni, und zwar in einzelnen Abschnitten. Diese müssen während der Arbeiten hermetisch abgedichtet werden. Betreten werden dürfen Flure und Räume dann nur noch mit Schutzanzug und Maske. Ventilatoren mit Filter sollen für den Luftaustausch sorgen

Erwin Full spricht von einer sehr aufwändigen Maßnahme. "Der Putz kann nicht abgefräst werden, das gäbe zu viel Staub". Also müssen die Fachkräfte den Putz mühsam abklopfen. Der landet dann in einer abgedichteten Transportmulde.

Mindestens zwei Monate

Für die Schadstoffsanierung sind mindestens zwei Monate angesetzt. Um nicht allzusehr in Verzug zu geraten, zieht das Staatliche Bauamt den Neubau der beiden Archivtrakte im Innenhof vor. Dafür müssen erst einmal Bohrpfähle in den Boden eingebracht werden, um eine ausreichende Standfestigkeit der Neubauten zu gewährleisten.

Wie Erwin Full beruhigt, werden die Pfähle mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern gebohrt und nicht etwa lautstark mit der Ramme in den Untergrund gehauen. "Das ist nicht lauter als das übliche Rohbaugeräusch. Man wird von außen nicht viel mitbekommen", versichert Full. Sind die Pfähle im Boden, kann sofort der Neubau beginnen.

Ab Anfang Juli entstehen die beiden Parkplatz-Reihen in den Luitpoldpark hinein. Während die meisten Bäume stehen bleiben können, müssen die beiden kleinen Springbrunnen weichen. Nötig werden die neuen Stellflächen, weil die Parkplätze längs der Westfassade zugunsten der Baustellenzufahrt wegfallen.

Im August geht es mit der "Horizontalsperre" weiter. Das heißt, in die Mauern des Luitpoldbades wird in Abschnitten von je zwei Metern ein durchgehender Schlitz gesägt, in den Edelstahlblech eingezogen wird. Damit will das Bauamt verhindern, dass Feuchtigkeit in den Wänden nach oben steigt. Schließlich liegt das Luitpoldbad im Hochwassergebiet. Ab Mitte Oktober 20154 bis Ende Januar 2015 folgt die Entkernung der beiden Seitenflügel, auch die Zwischendecken müssen raus. In den Sommermonaten 2015 und 2016 sind die Arbeiten im Inneren des Gebäudekomplexes an der Reihe.

Veranschlagt war die Maßnahme ursprünglich mit 24 Millionen Euro. Inzwischen ist von 37 Millionen die Rede. Diese Kostensteigerung führt das Finanzministerium in erster Linie auf denkmalpflegerische Maßnahmen zurück.
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