Münnerstadt
Breitensport

Sanierung der Münnerstädter Mehrzweckhalle: In den Schulsporthallen wird es eng

Der TSV Münnerstadt kann die Dreifachturnhalle wegen der Sanierung mehr nicht nutzen. Derzeit wird getüftelt, wie die Ausweichsportstätten belegt werden.
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In der Mehrzweckhalle des Münnerstädter Sportzentrums ruht nicht nur wegen der Ferien der Sportbetrieb. Ab September rücken die Bauarbeiter an, um die Halle komplett zu sanieren.Archiv/Heike Beudert
In der Mehrzweckhalle des Münnerstädter Sportzentrums ruht nicht nur wegen der Ferien der Sportbetrieb. Ab September rücken die Bauarbeiter an, um die Halle komplett zu sanieren.Archiv/Heike Beudert

Langsam wird es ernst mit der Sanierung der Münnerstädter Dreifachsporthalle am Sportzentrum. Seit Beginn der Sommerferien ruht dort bereits ferienbedingt der Sport, also auch weitgehend der Vereinssport. Und erst wenn die Generalsanierung in rund eineinhalb Jahren abgeschlossen sein wird, steht die Halle wieder für Aktivitäten zur Verfügung. Der TSV arbeitet derzeit fieberhaft daran, Ausweich-Sportstätten für seine Gruppen zu organisieren. Das ist durchaus kniffelig, denn im Winter trainieren auch Freiluftsportarten wie Leichtathletik oder auch Fußball in der Halle und brauchen dafür Platz.

"Die Stadt ist sehr kooperativ", betonte TSV-Vorstand Günther Scheuring. Es habe erst vor wenigen Tagen ein Gespräch in der Stadtverwaltung gegeben. Da sei dem Verein mitgeteilt worden, welche freien Kapazitäten es in den Turnhallen der Freiherr-von-Lutz-Volksschule gibt, so geschäftsleitender Beamter Stefan Bierdimpfl. Der Verein hat einen Belegungsplan erhalten, aus dem ersichtlich wird, an welchen Tagen und ab welcher Uhrzeit die beiden Turnhallen zusätzlich buchen können. Danach könne der Verein seine Hallenbelegung frei wählen, heißt es auf Nachfrage.

Der TSV hat nun die Aufgabe, dieses Belegungs-Puzzle zusammenzufügen. "Es ist alles kompliziert", stellt Vorstand Johannes Wolf fest. Der Vorstand geht davon aus, dass die Abteilungen vielleicht Einschränkungen im gewohnten Komfort in Kauf nehmen müssen. Die Turnhallen sind kleiner als in der Mehrzweckhalle; vor allem macht sich das bei großen Sportgruppen bemerkbar.

Zudem stehen nach Fußballspielen am Sportzentrum auch keine Duschen mehr zur Verfügung. Wahrscheinlich wird es so sein, dass die Sportler dann die Umkleiden und Waschräume in der rund 500 Meter entfernten Schulturnhalle nutzen müssen.

Geregelt werden muss auch, in welcher Halle der DFB-Stützpunkt sein Jugendtraining in den Wintermonaten halten wird. "Da müssen wir noch schauen", so Scheuring.

Neben den beiden Volksschulturnhallen gibt es am Gymnasium noch freie Kapazitäten. Deshalb hat sich der TSV mit dem Landratsamt in Verbindung gesetzt, um auch dort Abteilungen unterzubringen.

Scheuring und Wolf weisen darauf hin, dass bereits jetzt die Schulturnhallen im Stadtgebiet in den Abendstunden vom TSV genutzt werden. Einige Abteilungen trainieren dort schon seit Jahren.

Günther Scheuring zeigt sich trotz vieler offener Fragen zuversichtlich, dass es gelingen wird, die Abteilungen unterzubringen. Nur wenn es gar nicht mehr anders geht, soll in umliegenden Ortschaften nach freien Hallenkapazitäten nachgefragt werden. Ob die bisherigen Trainingszeiten allerdings genau übernommen werden können, das sei nicht sicher. Denn die Turnhallen der Volksschule stehen erst ab 17 Uhr zur Verfügung. Ähnlich ist es im Gymnasium.

"Schulsport geht vor Freizeitsport", erklärt auf Anfrage der geschäftsleitende Beamte der Stadt Münnerstadt Stefan Bierdimpfl. Dies sei der wichtigste Punkt, der zu beachten ist. In der Leichtathletik beginnen Trainingseinheiten der Kinder und Jugendlichen teilweise schon vor 17 Uhr. Man wolle nochmals Gespräche führen, ob es dafür Lösungen gibt, so die TSV-Vorstände.

Sicher ist bereits, dass das Kinderturnen während der Sanierungszeit nach Maßbach ausgelagert wird. Diese Lösung hat sich angeboten, weil es seit einiger Zeit ohnehin eine Vereinskooperation mit dem TSV Maßbach im Bereich der Turnabteilungen gibt.

Der TSV Münnerstadt will seine neuen Belegungspläne für den Verein in spätestens zwei bis drei Wochen erstellt haben, um dann seine Mitglieder über das Ergebnis auf der Vereins-Homepage zu informieren.

Nicht nur planerische, auch körperliche Arbeit wartet in den nächsten Tagen und Wochen auf den TSV. Im Sportzentrum hat der Verein vor vielen Jahren einen Kraftraum eingerichtet. Dieser muss jetzt ausgeräumt werden. Ausgelagert werden auch zahlreiche Turngeräte, die der Verein im Laufe der Jahre angeschafft hat. Ein Teil davon kann in Maßbach untergebracht werden. Der Rest muss in einer Halle zwischengelagert werden.

Die Stadt Münnerstadt wartet derweil darauf, dass es losgeht. "Es ist alles im grünen Bereich", so Stefan Bierdimpfl. Die Stadt rechnet damit, dass bald die Genehmigung für den vorzeitigen Baubeginn eintreffen wird. Sobald diese vorliegt, habe Bürgermeister Helmut Blank die Ermächtigung des Stadtrates erhalten, das erste Baulos zu vergeben. Einen entsprechenden Beschluss dazu hatte der Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung gefasst. Rund neun Millionen Euro werden in die 35 Jahre alte Halle investiert.

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