Bad Kissingen
Feuerberg

Sanierung der Kissinger Hütte: Ohne Spenden droht das Aus

1,4 Millionen Euro Kosten plant der Rhönklub für die Sanierung der Kissinger Hütte. Es besteht eine Finanzierungslücke von 300 000 Euro.
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Der Rhönklub Bad Kissingen kann die 1,4 Millionen Euro teure Sanierung seiner Kissinger Hütte nicht allein stemmen und ist auf 300 000 Euro Spenden angewiesen. Foto: Benedikt Borst
Der Rhönklub Bad Kissingen kann die 1,4 Millionen Euro teure Sanierung seiner Kissinger Hütte nicht allein stemmen und ist auf 300 000 Euro Spenden angewiesen. Foto: Benedikt Borst
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Die Faszination für Berge bekam Hans Lickel in seiner Heimat in die Wiege gelegt. Als es den Mann aus der Steiermark vor gut 20 Jahren nach Bad Kissingen verschlagen hat, wurde die Rhön für ihn zum neuen Anziehungspunkt. "Wenn es einem nicht so gut geht, ab in die Berge und sich seelisch und geistig frei machen. Dann kann man wieder neu angreifen", sagt er. Er genießt die Verbundenheit mit der Natur, die Blumenwiesen, die urigen Wälder, die herrliche Weitsicht.

Wanderer und Naturfreunde könnten dieses Flair allerdings nicht so genießen, wenn es keine Rhönhütten gäbe. Da ist Lickel sicher. Hütten sind nicht nur Ausflugsziele und Orte zum Ausruhen und Stärken, sie sind auch Anlaufpunkte für Ortsunkundige und bieten Schutz vor schlechtem Wetter. Besonders angetan hat es ihm die Kissinger Hütte auf dem Feuerberg. "Sie ist ein Juwel für alle Menschen, die in die Rhön gehen. Auch mit Senioren und Kindern", sagt er. Wegen der Hütte trat er dem Rhönklub bei und engagierte sich bis vor zwei Jahren als Wanderwart. "Das Hüttenflair ist einmalig", sagt er.

Und bedroht. Die 105 Jahre alte Hütte muss grundlegend saniert werden. Der Rhönklub Bad Kissingen kann das 1,4 Millionen Euro teure Projekt allerdings nicht aus eigener Kraft stemmen und ist auf Fördermittel sowie Spenden angewiesen. Wie der Vorsitzende des Zweigvereins Thomas Hammelmann erklärt, plant der Verein, ein Darlehen über 300 000 Euro aufzunehmen. Das Darlehen soll mit den Pachteinnahmen aus dem Hüttenbetrieb die nächsten 20 Jahre getilgt werden. Die Betreiber haben laut Hammelmann ebenfalls vor, einen sechsstelligen Betrag in die gastronomische Ausstattung zu investieren. Und dennoch: "Wir haben eine Lücke von 300 000 Euro, die über Spenden finanziert werden muss", sagt Hammelmann. Es ist ein dickes Brett, das der Verein zu bohren hat.

Hier will der frühere Wanderwart Lickel helfen und ergreift die Initiative. Er hat ein Musikalbum mit Rhönwanderliedern produziert - "Der Hochrhöner" -, das gegen Spende zu erwerben ist. Für fünf Euro gibt Lickel eine CD ab, die Hälfte geht an den Rhönklub, der Rest ist für Produktionskosten, Material und Versand vorgesehen. Lickel sieht die Allgemeinheit, aber auch Politik und Wirtschaft in der Pflicht, sich an dem Erhalt der Hütte zu beteiligen. Der Verein habe sie erbaut und erhalten, zum Nutzen aller. "Die Hütteninfrastruktur ist lukrativ für die Landkreise, für Hotels, Gastronomen und für die Gäste in der Rhön", sagt er. Möglichst viele Spender zu mobilisieren sieht er als seine Aufgabe für den Rhönklub.

Zeit für Spendenaktion drängt

Von kommunaler Seite wird geprüft, welche Zuschüsse möglich sind. Weil die Kissinger Hütte im Kreis Rhön-Grabfeld liegt, hat das dortige Landratsamt die Federführung übernommen. "Das ist alles noch sehr theoretisch", fasst Regionalmanagerin Ursula Schneider den Sachstand zusammen. Sowohl Rhön-Grabfeld als auch der Landkreis Bad Kissingen seien bereit, das Projekt mit einer insgesamt sechsstelligen Summe zu bezuschussen. Die hat der Verein noch zu beantragen. Außerdem haben die Stadt Bad Kissingen sowie die Gemeinde Sandberg niedrige fünfstellige Beträge in Aussicht gestellt. Die Rhön GmbH wolle sich mit einer vierstelligen Summe beteiligen. Den größten finanziellen Beitrag sollen Leader-Mittel aus einer Kooperation beider Landkreise leisten. Bis zu 400 000 Euro seien möglich. Aber: "Da ist noch nichts beschlossen", betont sie. Der Verein müsse auch hier erst einen Antrag stellen. Wichtig sei bei den Anträgen, dass der Rhönklub genügend eigene Mittel zur Finanzierung des Projekts vorweisen kann. Die Zeit drängt. Schneider: "Wir können die Leader-Mittel nicht reservieren und die Anfrage ist groß." Der Antrag müsse bis zur Sommerpause vorliegen und die Spendenaktion erfolgreich fertig sein.

"Die Kissinger Hütte muss erhalten bleiben. Sonst stirbt ein Kleinod in der Rhön", betont Rhönklub-Vorsitzender Hammelmann. Der Verein sei auf jede Kleinspende angewiesen und wolle auch auf Großspender zugehen. Die Hütte soll nicht nur einfach saniert, sondern zukunftsfähig aufgestellt werden, unter anderem mit neuen Gästezimmern, Ladestationen für E-Bikes und neuer touristischer Ausrichtung als Sternenpark-Hotspot. Am Samstag, 13. April, plant der Verein ab 16 Uhr eine Fotoaktion mit Historischen Persönlichkeiten vom Rakoczy-Verein an der Kissinger Hütte. König Ludwig III (Ludwig Büchner) und Prinzregent Luitpold (Peter Krug) stehen für Fotos und Selfies gegen Spende zur Verfügung.

Hier können Sie helfen

Spenden Wer die Sanierung unterstützen möchte, kann dies tun mit einer Überweisung auf das Spendenkonto mit der IBAN: DE84 7935 1010 0031 2740 87. Weitere Informationen gibt es beim Rhönklub Bad Kissingen unter: spenden@rhoenklub-badkissingen.de bzw. bei Thomas Hammelmann unter Tel.: 0971/ 3586. Infos zur CD unter hans.lickel@t-online.de.

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