Waldfenster

Rückzug unters Dach

Eigentlich wollten die Organisatoren in Waldfenster und Steinach ihre Weihnachtsmärkte im Freien abhalten. Doch wegen Starkregens mussten sie improvisieren und sich ins Trockene zurückziehen. Bei den Besuchern kam auch das gut an.
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Publikumsmagnet beim Adventszauber in Waldfenster sind die selbstgemachten Deko-Artikel. Hier greift Elisabeth Wehner zu einem Weihnachtswichtel und einer Backmischung im Glas. Fotos: Kathrin Kupka-Hahn
Publikumsmagnet beim Adventszauber in Waldfenster sind die selbstgemachten Deko-Artikel. Hier greift Elisabeth Wehner zu einem Weihnachtswichtel und einer Backmischung im Glas. Fotos: Kathrin Kupka-Hahn
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Genüsslich beißt Josefine in die Bratwurst. Sie sitzt auf einer Bank in der Waldfensterer Feuerwehrhalle. Vor Kurzem standen darauf noch zahlreiche Gestecke und Dekoartikel, die inzwischen neue Besitzer gefunden haben. Eine davon ist Elisabeth Wehner, die soeben einen Weihnachtswichtel näher betrachtet. "Ich finde es toll, was die Eltern gebastelt haben", sagt sie und entschließt sich, auch noch eine Backmischung für Apfel-Zimt-Muffins mitzunehmen.
"Schließlich mag ich die so gerne."
Nur wenige Schritte daneben kommt Hanni Haselhoff aus dem Staunen nicht mehr heraus. "In diesem Jahr sind die Bastelarbeiten noch schöner als sonst", schwärmt sie und greift zu einem Adventsgesteck mit Teelicht. Dank ihr und der anderen fleißigen Einkäufer entsteht genügend Platz - den nun Josefine und ihre Familie nutzen. Schließlich haben sie keinen Platz an einem der zahlreichen Stehtische bekommen, so voll ist es in der Feuerwehrhalle. Doch Papa Stefan Schlereth stört das nicht. "Die Bratwurst schmeckt uns auch hier ", sagt er und lässt die Kleine erneut beißen.
Für den Waldfensterer stand es außer Frage, den Besuch des örtlichen Weihnachtsmarktes wegen des regnerischen Wetters ausfallen zu lassen. Bis zuletzt hatten die Organisatoren vom Montessori-Kinderhaus darauf gehofft, dass es trocken bleiben oder winterlich werden würde. Doch daraus wird nichts. Statt Schnee und Frost sendet Petrus Starkregen und stürmische Winde in die Rhön. "Somit haben wir improvisiert", erklärt Kindergartenvorstand Alexander Pfülb.


Im Feuerwehrhaus Platz geschafft

Kurzerhand wurde der Waldfensterer Adventszauber in die Feuerwehrhalle am Pfarrgemeindezentrum verlagert. "Für uns war das kein Problem, entsprechend Platz zu schaffen", sagt stellvertretender Feuerwehrkommandant Steffen Schade. Die Fahrzeuge wurden in den Hof gefahren, die Schränke und Regale etwas zusammengeschoben.
Dem Besucheransturm tut der Umzug nach innen keinen Abbruch. Dicht an dicht drängen sich die Waldfensterer sowie zahlreiche Gäste von außerhalb, genießen Glühwein, Bratwürste und das Beisammensein, die Kinder belagern den Nikolaus. "Ich habe den Eindruck, dass die Leute heute sogar länger bleiben als sonst", sagt Alexander Pfülb, der am Grill für knusprigen Nachschub sorgt. "Vielleicht, weil sie im Warmen stehen."
Auch die Steinacher lassen sich ihre gute Adventsstimmung am Sonntag nicht vom Regen verderben. Sie verbringen den Nachmittag statt im geplanten Winterdorf eben im Trockenen, im Kindergarten. Sie genießen dort aber nicht nur Kaffee und Kuchen, sondern auch das gemütliche Miteinander und das abwechslungsreiche musikalische Programm.


Dem Kindergarten verbunden

Zunächst tanzen die Kindergartenkinder, anschließend singen sie, jeweils dicht umringt von Eltern und Großeltern. Später musiziert der Nachwuchs der Steinacher Musikanten unter Leitung von Laura Benkert. "Es war sehr schön", schwärmt Ursula Roth, die extra von ihrem Enkel Leonhard zu dem Fest eingeladen worden war. "Außerdem fühlen wir uns mit dem Kindergarten verbunden", erklärt sie ihr Kommen.
Ähnlich ergeht es Frank Schmitt vom Heimatverein. Seit vier Jahren unterstützen er und seine Mitstreiter die Eltern der Kita und die Erzieherinnen bei der Organisation des Festes "Stänicher Adventszauber".
Auch sie mussten wegen des Wetters umplanen. "Eigentlich wollten wir draußen am Kindergarten ein kleines Winterdorf aufbauen, mit drei, vier Hütten und Öfen zum wärmen", erklärt er. Doch statt wie in den vergangenen Jahren Bratwürste zu brutzeln, verkaufen Schmitt und seine Mitstreiter nun Glühwein und Kinderpunsch diesmal halt drinnen.
Die Nachfrage ist trotzdem gut. "Ich musste sogar schon Nachschub holen", so Schmitt. Denn nicht nur Eltern und Großeltern verbringen den Nachmittag in der Kita, sondern auch etliche junge Leute und auch Steinacher, die mit dem Kindergarten nicht mehr so viel zu tun haben. "Im nächsten Jahr sind wir bestimmt wieder draußen. Und da gibt es auch wieder Bratwürste", verspricht Frank Schmitt.

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