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Natur

Riesen-Bärenklau: Tückische Giftpflanze macht sich breit

Der Riesen-Bärenklau fühlt sich nicht nur im Kaukasus sehr wohl. Leider kann eine Berührung der hochwüchsigen Pflanze unangenehme Folgen haben.
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Dem Riesen-Bärenklau sieht man nicht an, wie gefährlich er ist - im Gegenteil: Selbst diese abgeblühten Pflanzen im Münnerstädter Maital wirken durchaus ästhetisch. Fotos: Heike Beudert
Dem Riesen-Bärenklau sieht man nicht an, wie gefährlich er ist - im Gegenteil: Selbst diese abgeblühten Pflanzen im Münnerstädter Maital wirken durchaus ästhetisch. Fotos: Heike Beudert
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Nicht nur die Menschen fühlen sich wohl in diesem Hochsommer. Auch die Natur blüht auf, leider auch jene Pflanzen, auf welche man gerne verzichten kann. In Münnerstadt hat sich der Riesen-Bärenklau breitgemacht Das ist schlecht, denn die Pflanze ist giftig und kann sehr unangenehme Hautverletzungen herbeiführen. Die Gärtner des städtischen Bauhofes mussten in diesem Sommer schon mehrfach ausrücken, um die Stauden zu entfernen.
Dabei müssen die städtischen Arbeiter sehr umsichtig arbeiten. Sie selbst schützen sich mit Schutzanzügen, damit sie sich an den Pflanzen nicht verletzen. "Die sind gefährlich", bestätigt auch Bauhofleiter Stefan Sluzar.

Dass die Pflanzen heuer so gut gedeihen führt er auf das feuchte Frühjahr und den warmen Sommer zurück. "Letztes Jahr war es nicht so schlimm", sagt der Bauhofleiter. Die städtischen Gärtner und die Waldarbeiter im Forst hätten ein Auge für die Stellen, an denen die Stauden besonders gerne wachsen. Aber auch Hinweise aus der Bevölkerung habe man schon erhalten. Diese würde man gerne entgegennehmen, versichert Reiner Straub vom städtischen Bauamt. "Wir können nicht überall sein", sagt er. Deshalb sei man froh um solche Hinweise. Es sei wichtig, dass die Stauden entfernt werden, ergänzt Straub. Stefan Sluzar und die Mitarbeiter im Bauhof haben beobachtet, dass der Riesen-Bärenklau besonders häufig in der Nähe von Bienenhäusern wächst. Vor 30 oder 40 Jahren war der Bärenklau eine beliebte Bienenweide. Damals ahnte man noch nicht, wie problematisch diese Pflanze einmal werden könnte.

"Am alten Schindberg hatten wir eine regelrechte Plantage", weiß Stefan Sluzar. Auch in Reichenbach war der Bautrupp heuer schon in Sachen Bärenklau im Einsatz. Mehrere abgeblühte Stauden stehen derzeit noch im Maital. Während die ersten Pflanzen bereits ihren Samen verstreuen, wächst am Boden schon wieder die nächste Generation des giftigen Einwanderers aus dem Kaukasus nach.

Hilfestellung von Behörden

Die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Bad Kissingen und das Gesundheitsamt Bad Kissingen beraten Privatleute, falls sich auf ihren Grundstücken der Riesen-Bärenklau verbreitet hat und beseitigt werden muss, erläutert der Pressesprecher des Landratsamtes, Stefan Seufert. Von beiden Stellen gibt es Hilfestellung, wie man die Pflanzen dauerhaft entfernen kann und sich gleichzeitig vor Verletzungen schützt. Dr. Matthias Hahn vom Gesundheitsamt hat allerdings bislang keine Nachfragen aus der Bevölkerung erhalten. Der Riesen-Bärenklau ist zumindest für die Gesundheitsbehörde noch kein brennendes Thema gewesen.

Die Ausbreitung des Riesen-Bärenklaus ist ein europaweites Problem, nicht nur weil die Pflanze so giftig ist, sondern weil sie sich auch gegen die heimische Flora durchsetzt. So gibt es sogar ein Projekt der europäischen Union, das sich mit der Pflanze beschäftigt. Im Internet findet sich darüber eine mehrsprachige Informationsbroschüre.

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