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Riedenberg
Brückensprengung

Reste der alten Sinntalbrücke werden aufgeräumt

Zehn Wochen lang tragen 30 Arbeiter nun mit Brennschneidern und Baggern den Schutt- und Schrottberg der gesprengten Sinntalbrücke in Riedenberg (Kreis Bad Kissingen) ab. Die 11.000 Tonnen sind komplett recyclingfähig.
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Unter der neuen Sinntalbrücke haben gestern Mitarbeiter der Firma Plannerer die alte Brücke in Teile geschnitten. Fotos: Evelyn Schneider, Paul Ziegler, Ralf Ruppert
Unter der neuen Sinntalbrücke haben gestern Mitarbeiter der Firma Plannerer die alte Brücke in Teile geschnitten. Fotos: Evelyn Schneider, Paul Ziegler, Ralf Ruppert
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Stephan Plannerer ist zusammen mit der Sinntalbrücke ein Riesen-Stein vom Herzen gefallen. Auch wenn die Experten der "Thüringer Spreng" für gute Arbeit bekannt waren, die Hauptverantwortung lag bei ihm als Geschäftsführer des beauftragten Abbruch-Unternehmens. "Ich hab kein Auge zugemacht", berichtet er über die zurückliegenden Tage.

Und die Arbeit geht nahtlos weiter: Noch am Samstagmittag begann das Zerkleinern der Brücke.
"Die Straße unten war am Sonntag schon um 14 Uhr wieder frei, die Staatsstraße so gegen 18 Uhr", berichtet Plannerer, und: "Bis alles weg ist, dürfte es so zehn Wochen dauern."

1200 Tonnen bereits verkauft

Die alte Sinntalbrücke besteht aus rund 7500 Tonnen Stahl und 3500 Tonnen Beton. "Das ist alles komplett recyclingfähig", sagt Plannerer. Für die ersten 1200 Tonnen Stahl habe er bereits Verträge mit mehreren Schrotthändlern. "Das kann ein einzelner ja gar nicht alles auf einmal abnehmen."

Das große Problem: Der Weltmarkt-Preis für Stahl fällt und fällt. "Deshalb hätten wir die Sprengung ja auch am liebsten auf den 15. vorgezogen." Wenn das so weiter gehe, werde der Stahl eventuell sogar vorerst gar nicht verkauft: "Vielleicht werden wir einen Teil zwischenlagern, weil die Stahlpreise im Keller sind."

Rund 30 Mitarbeiter zerlegen die Brücke derzeit Stück für Stück. Die großen Brocken werden mit Brennschneidern abgetrennt. "Das machen wir in zwei Schichten von 4 bis 22 Uhr", berichtet Plannerer. Bagger mit speziellen Aufsätzen schneiden dann kleine Stücke ab, die wieder eingeschmolzen werden können.

Einen anderen Aufsatz auf den Bagger, nämlich die Betonschere, montieren die Arbeiter für die Pfeiler. Rund 1000 Tonnen an Bewehrung muss aus dem Beton gelöst werden. Alles wird vor Ort getrennt, aus dem Beton wird Schotter gemacht. Plannerer ist zuversichtlich, dass das sehr leicht geht: An den Schäden an einzelnen Pfeilern sei zu erkennen gewesen, dass der Beton der alten Sinntalbrücke ziemlich weich sei und leicht abbröckle.
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