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Reiterswiesen
Prunksitzung

Reiterswiesen: Wenn die Ritter mit dem Rollator tanzen

Tolle Stimmung in der Reiterswiesener Krone Halle. Viel "Wahlkampfprominenz" war gekommen und der schrieben die Ritter von Burg Botenlauben einiges ins Stammbuch.
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Eine ganz reizende Interpretation des Dschungelbuch hat die Minigarde da mit lustig wehenden Elefantenohren auf die Bühne gezaubert. Werner Vogel
Eine ganz reizende Interpretation des Dschungelbuch hat die Minigarde da mit lustig wehenden Elefantenohren auf die Bühne gezaubert. Werner Vogel
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Die Prunksitzung der Reiterswiesener Narren ist etwas zum Hingucken. Ein getanztes, quirlig buntes Kostümfest mit vielen jungen Mädchen, einer schönen Prinzessin, wieder auferstandenen Rittern und lustigen Einfällen. Aber es ist Wahlkampfzeit, Hochzeit für Büttenredner und da werden auch die "Reitschwieser" politisch, nehmen sich die Ritter die Obrigkeit und das Geschehen in der Stadt zur Brust und haben sich einen Till eingeladen, der wiederum die "große Politik" aufs Korn nimmt. Zum närrischen Mix gehören als Aushängeschilder die Linsenspitzer- und Prinzengarde in prächtigen Kostümen mit wirbelndem Tanzmariechen. Auch der Nachwuchs "Linsenspitzer"- und "Minigarde" haben sehenswertes Bühnenniveau. Phantasievolle Showeinlagen reichern das Gardemenü an. Glamour und ein Hauch von Erotik, die Männerherzen höherschlagen lässt. Die unverwüstliche Eveline Podda, gehört dazu, als Gast "Hausmeister" Gerhard Backhaus von der "Schwarzen Elf" Schweinfurt und "Hermann und Mathilde", die im Stadtteil an der Burg ihre Faschingskarriere begonnen haben. Kleine Wehmutstropfen bei den Damen: Die Showgruppe der Männer wird vermisst. Alles zusammen gibt das dennoch einen höchst vergnüglichen Abend mit stimmungsvollen Höhepunkten am laufenden Band und "Standing Ovations" am Ende, bevor nach Mitternacht die närrische Gesellschaft in die Fidelia-Bar einfällt.

Vom Dschungelbuch nach Atlantis

Die Sitzungspräsidenten Vorstand Matthias Bühner und Moderator Alexander Pusch - er reimt, was das Zeug hält - sagen das Programm an, während ihre Tollität Juliane I. (Juliane Metz) in traumhaftem Wasserblau für Anmut und Grazie sorgt, dabei die Männer des Elferrats richtig alt aussehen lässt. Es beginnt schwungvoll mit dem Gardetanz der "Blauen Husaren" um mit der Entdeckung der Langsamkeit fortzufahren, denn Eveline Podda verzieht keine Miene. Mag kommen was da will, schaut sie bedächtig auf alles um sie herum, nimmt sich selbst auf die Schippe: "Zugenommen? Nein! Ich hab mich nur auseinandergelebt" um dann doch mit Gehwägelchen zusammen mit den "Rollator Kids" um die Wette auf der Bühne herum zu kreiseln. Zu Herzen gehend, wie das Findelkind Mogli mit Schir-Khan dem Tiger, Bär Balu, der grünen Schlange Kaa und vielen anderen Tieren durch den indischen Dschungel springt. Eine ganz reizende Interpretation des Dschungelbuch hat die Minigarde da mit lustig wehenden Elefantenohren auf die Bühne gezaubert.

Dann wird"s klassisch: Zu Richard Strauss" "Also sprach Zarathustra" schwingt die Linsenspitzergarde mit Fell und Lendenschurz die Steinzeitkeule.

Der schönste Stadtteil

Zu großer Form liefen die trinkfesten Ritter von Burg Botenlauben auf, denn das war kein lieblicher Met, das war Hochprozentiges, was sie dem OB Kandidaten Gerhard Schneider und den Stadträten einschenkten. Drohende Schwerter wurden gereckt, um zu unterstreichen, die Krone schon 2021 als Bürgerhaus umzubauen und die Burgstraße endlich zu beginnen. Spott von den Rittern und Pfiffe und Buuh"s vom Publikum für die Räte, dass der idyllische Spielplatz in Reiterswiesens lebendigstem Stadtteil "Stempes" aufgelassen werden soll. Bittere Tropfen auch zum Eissporthalleninvestor und den Plastikblumen am "Weltkulturerbe" Rathaus und der ritterliche Hinweis, dass Reiterswiesen das schönste Rathaus hat und der Stadtteil sowieso der Beste ist. Das kam so überzeugend, dass selbst der Garitzer BTC - in voller Mannstärke angetreten - sich nicht zu protestieren traute. Tanzmariechen Christina Kiesel und die Prinzengarde bringen den Blutdruck in die Höhe, bevor der "Hausmeister" einen wahren Parforceritt durch die Klatschpalten der Regenbogenpresse unternimmt und Peter Halbig als Hambacher Till die Großen der Welt gereimt aufs Korn nimmt. Vom beleidigten Gauland über die "Heilige Greta" bis hin zum "Volldepp mit der Entenarschfrisur", Fazit Deutschland ist Spitze und Europa unsere Hoffnung. Dann machten sich die Blauen Husaren auf farbenfrohe Shoppingtour, bis Birgit Schreiber und Klaus Bollwein, als herrlich ungleiches Paar H&M von nebenan im Wartezimmer Krieg führten. Sie: "Weißt Du Hermann, was mir nicht passt"? Er: "Größe 36". Sinnlich farbenfroher Abschluss, die geheimnisvolle Unterwasserwelt, in der die Prinzengarde, in Meerestiefe das versunkene Atlantis suchte.

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