Reiterswiesen

Reiterswiesen: Die Krone trägt Juliane Metz

Die 22-Jährige ist die neue Prinzessin der Fidelia und Bernd Kiesel wird bei der Proklamation der Reiterswiesener Narren mit dem Till von Franken ausgezeichnet.
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Die scheidende Prinzessin Tabea Schönwiesner (links), und die neue Prinzessin Juliane Metz. Werner Vogel
Die scheidende Prinzessin Tabea Schönwiesner (links), und die neue Prinzessin Juliane Metz. Werner Vogel
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Fasching ist nicht nur Spaß an der Freud, nicht nur Lust, mal ganz anders zu sein. Jeder Verein, jedes Dorf macht das anders, immer ist auch ein Stück Regionalität und ein wenig Stolz auf die Heimat im närrischen Spiel dabei. Bei der Fidelia in Reiterswiesen ist das nicht anders. Da besinnt man sich auf seine Gardentradition und baut um die jungen Mädchen herum eine bunte Show auf, bei dem auch finstere Ritter, Shownummern und Büttenreden für zwei stets ausverkaufte Sitzungen sorgen. Aber die "Reitsch'wieser" gönnen sich zusätzlich den Luxus, in jeder Session noch eine neue Prinzessin zu küren. Jung muss sie sein, hübsch muss sie sein, Fasching muss sie können und da hat man mit dem Gardenachwuchs einen, wie es scheint unerschöpflichen Fundus. In diesem Jahr trägt Juliane Metz die Linsenspitzerkrone. Auf die schlanke dunkelblonde 22-jährige aus dem Stadtteil an der Burg treffen die genannten Voraussetzungen alle zu. Aber sie zeigt noch ein bisschen mehr, nämlich ihre Heimatliebe auf der Haut.

Gardetanz und Prinzessin raten

Tradition wird großgeschrieben bei der Fidelia. Also Narrhallamarsch für Elferrat, Prinzengarde und amtierende Prinzessin Tabea I. zum Einzug und launige Begrüßung der Ehrengäste durch den Vorsitzenden Mathias Bühner und Moderator Alexander Pusch. Erste Spitzen gegen die Stadträte, die der Inthronisation nicht beiwohnten, Lob für die Anwesenden und stürmischer Applaus für die Abordnung des befreundeten BTC Garitz, bevor die Blauen Husaren ihren monatelang geübten Gardetanz zeigen dürfen. Schnelle Schritte, wirbelnde Röckchen und die Feder am Hut wippt im Takt dazu. Auch das Ratespiel, wer die neue Prinzessin sein könnte, gehört zum Ritual der Proklamation.

Diesmal mit witzigen Werbespots, die erraten werden mussten und Schritt für Schritt kommt man der Repräsentantin der Session, Juliane I. näher. Die zieht dann mit großem Gefolge umjubelt in den Saal ein und präsentiert sich in einer aparten Robe, mit Paillettenbesticktem Oberteil in einer ganz eigenen Farbe zwischen Altrosa und Taubenblau, aus der intensivblaue Augen heute geradezu leuchten. Übergabe der Krone von der amtierenden an die neue Prinzessin. Kleine Ansprache der neuen "ersten Dame" und herzlicher Dank an die scheidende Tabea Schönwiesner - "es war ein spannendes Jahr" sagt sie, "Du warst eine glänzende Repräsentantin der Fidelia," dankt Matthias Bühner unter großem Beifall des ganzen Saales.

Orden und Auszeichnungen

Bühne frei dann für schnelle Beine, exakte Räder, wirbelnde Schrittfolgen, Spagat und Sprünge von Tanzmariechen Christina Kiesel und dann wird's langsam, ganz langsam ernst. Es kommen zwei altbewährte Sportskanonen auf die Bühne, die irgendwie an die Stummfilmhelden Pat und Patachon erinnern. Eveline Podda, die ihr Talent, toternst zu bleiben, was immer auch passiert wieder mal auslebt -schlank, sexy und mega intelligent- und Bernd Kiesel, der zum Lachen in den Keller geht, sich als griechischen Gott mit Buddha Figur beschreibt. "Da müsst Ihr jetzt net ach noch lach", kommentiert seine Sportskameradin die Heiterkeitsausbrüche des Publikums. Angelika Arnold, Vorsitzende des Medienausschusses des Fastnachtsverbands Franken ehrt Sabine Schuster und Julia Sauer, für langjähriges Mitwirken mit dem Sessionsorden. Den Verdienstorden erhält Eveline Podda, die seit 2001 für die Fidelia an die Rampe tritt und über die höchste Auszeichnung, den "Till von Franken" freut sich Bernd Kiesel, der nicht nur die Kasse führt, sondern auch seit 18 Jahren im Elferrat, Männerballett und in der Bütt närrisches Talent auslebt. Darauf folgt, wie könnte es bei der Fidelia auch anders sein, die Prinzengarde, in edlem weinrot mit abwechslungsreicher Choreografie präsentieren sich die jungen Damen mit ihrem Gardetanz und dafür gibt's viel Beifall und Bravorufe.

Koordinaten der Kapelle

Bleibt noch die Präsentation des neuen Faschingsordens mit der besonderen Geschichte um die neue Prinzessin. Der Orden zeigt die Elisabethkapelle, die am höchsten Punkt von Reiterswiesen malerisch über das Tal hinweg zur Burgruine Botenlauben grüßt. Die Koordinaten dieses besonderen Ortes haben sich Juliane Metz und zwei Freundinnen auf ihren Unterarm tätowieren lassen. Erinnerung an ihren Lieblingsplatz in der Heimat, wohin auch immer sie das Leben führen mag. Heimatliebe auf Dauer.

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