Bad Brückenau

Realschüler spielen Lehrer im Theaterstück "der Musterknabe"

Die Theatergruppe "Spektakulös" der Realschule Bad Brückenau steht kurz vor der Premiere ihres neunten Stücks. Ein kurzer Blick in das Manuskript, letzte Regieanweisungen und schon starten die finalen Proben zu "der Musterknabe".
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Diskussionsbedarf im Lehrerzimmer: Kathrin Vogler (von links), Albina Justus, Marisa Hahn, Lisa Wich, Hannah Messerer und Valentin Hirschler. Fotos: Sebastian Vogt
Diskussionsbedarf im Lehrerzimmer: Kathrin Vogler (von links), Albina Justus, Marisa Hahn, Lisa Wich, Hannah Messerer und Valentin Hirschler. Fotos: Sebastian Vogt
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Tische und Bänke werden beiseitegeschoben, die Schüler sind in ihre Kostüme geschlüpft und aus dem Publikum ist ein lautes "Ja, wir können" zu hören. Und los geht die Theaterprobe. Ein neuer Schüler kommt in die Klasse. Er spricht wie vor hundert Jahren, ist ausgesprochen klug, sieht umwerfend aus, hat untadelige Umgangsformen und ist auch noch - wie könnte es anders sein - der Neffe der Klassenlehrerin.

Proben seit Schuljahresbeginn

Die Theatergruppe "Spektakulös" der Realschule Bad Brückenau präsentiert ein turbulentes Stück aus dem Leben von nicht alltäglichen Schülern und Lehrern. Die Komödie von Heinz Tautkus ist mittlerweile die neunte große Inszenierung der seit 2003 bestehenden Theatergruppe.

Unter der Leitung ihrer theaterbegeisterten Lehrerin Nicole Wirth sind die Schüler in Sachen Proben in den letzten Zügen, immerhin ist bereits am Freitag, 12. Juli, um 19.30 Uhr die große Premiere im Lola-Montez-Saal. Bis dahin heißt es für die Schüler üben, üben, üben. Denn bei der Erstaufführung am Freitag muss - und wird ganz sicher - alles passen. Auch während des Parkfestes führen die Schüler ihr Stück auf.

Stück selbst ausgewählt

"Das Leben ist ernst genug", sagt Nicole Wirth. Aus diesem Grund spielt die Gruppe von Anfang an ausschließlich Komödien. Aber nicht nur deswegen sind die Schüler mit voller Begeisterung bei der Sache. Hauptdarsteller oder Nebendarsteller gibt es nicht. "Nicht nur ein Akteur, sondern das gesamte Team ist wichtig", erzählt Wirth weiter. Das gelte auch für die Souffleuse Isabell Knüttel und Johanna Heinze, die sich um die Requisiten kümmert.

Das Theaterstück haben sich die Schüler nach einer kleinen Vorauswahl ihrer Lehrerin selbst ausgesucht. Guten Geschmack haben sie auch dieses Mal bewiesen. Ihre Kostüme tauschten die Schüler untereinander oder stöberten ausgiebig in der Sammlung der Schule. Fast das gesamte Schuljahr proben die Schüler der achten bis zehnten Klasse nun schon für die große Premiere am Freitag.

Plötzlich hört man einen lauten Knall. Die Lehrerin, gespielt von Kathrin Vogler, wirft ihre Tasche auf den Tisch. Ein Streit unter den Lehrkräften beginnt. Ihre Rolle beherrscht die Schülerin schon sehr gut. "Zum Ende hin ist es stressig, aber die Freude überwiegt", sagt Kathrin Vogler. "Der Musterknabe" ist bereits ihr fünftes Stück und da ist sie kein Einzelfall. Gut die Hälfte der 21 Schüler ist mittlerweile seit der sechsten Klasse mit von der Partie. Sie wissen schon, worauf es ankommt.

Aufregung trifft auf Spaß

Falls doch mal etwas nicht ganz nach Drehbuch verlaufen sollte, hilft Isabell Knüttel den Akteuren schnell und unauffällig auf die Sprünge. Als Souffleuse hat sie jederzeit alle Textpassagen im Blick. Wirth nennt sie daher fürsorglich "die psychologische Stütze des Teams". Aber auch ohne diese Hilfe präsentieren sich die Schüler textsicher.

Nicht nur die Aufregung, sondern auch die Doppelbelastung durch Schularbeiten und Abschlussprüfungen nehmen die Schüler in Kauf. "Das weiß man vorher und kann sich die Arbeit einteilen", erzählt zum Beispiel Denise Müller. Die Schülerin der 10C musste wie viele andere auch den Stress der Abschlussprüfungen mit den Theaterproben in Einklang bringen. Das Hineinversetzen in verschiedene Rollen ist für die Schüler jedoch eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag.

Am Freitag, 12. Juli, heißt es also, ganz fest Daumen drücken. Zumindest die Abschluss-Schüler haben ihre schriftlichen Prüfungen ja schon hinter sich. Da bleibt nur noch die Freude auf die Aufregung. Ein bisschen Nervosität ist natürlich auch immer dabei.

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