Bad Kissingen
Sicherheit

Rakoczy-Fest: Brandgefahr beschäftigt Veranstalter

Der Abschussplatz für das Feuerwerk am Sonntagabend muss wegen der extremen Trockenheit verlegt werden.
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Im vergangenen Jahr war es ebenfalls sehr heiß und trocken. Die Feuerwehr bewässerte deshalb vorher den Abbrennplatz für das Feuerwerk in der Au. Foto: Ralf Ruppert/Archiv
Im vergangenen Jahr war es ebenfalls sehr heiß und trocken. Die Feuerwehr bewässerte deshalb vorher den Abbrennplatz für das Feuerwerk in der Au. Foto: Ralf Ruppert/Archiv

Das Rakoczy-Fest gehört für Frank Schulze zum Sommer dazu, wie Weihnachten zum Winter. "Ich gehe mein ganzes Leben auf das Rakoczy-Fest. Als Kind durfte ich sonntags immer bis zum Feuerwerk wach bleiben", erzählt er. Das war etwas besonderes. Mit dem Stadtfest feiert Bad Kissingen seine Vergangenheit als Weltbad und seine illustren Kurgäste. Dass der Eintritt für drei Tage Festbetrieb und -programm in diesem Jahr fünf Euro kostet, empfindet der 40-Jährige als sehr fair. "Wenn man sieht, was alles geboten ist und was an Sicherheitsvorkehrungen gemacht wird, ist das gerechtfertigt", meint Schulze.

Diese Reaktion auf die Preiserhöhung für den Eintrittspin hören die Organisatoren von Stadt und Staatsbad gar nicht so selten. "Inzwischen ist da das Verständnis von den Besuchern da", berichtet Thomas Lutz für die Stadt. Vom umfangreichen Festprogramm inklusive Saale-Brennt, Rakoczy-Ball und historischem Umzug, bis zu den wachsenden Sicherheitsanforderungen und steigenden Kosten. "Viele sagen, sie unterstützen das Fest gern", sagt er.

Einlasspins für Ehrenamtliche

Dennoch haben die Preiserhöhungen in den letzten Jahren auch zu Diskussionen geführt. Klar ist für die Veranstalter, dass Menschen, die direkt für das Fest arbeiten, keinen Eintritt zahlen. "Bisher war das aber nicht geregelt", sagt Bruno Heynen von der Staatsbad GmbH. Die Folge waren häufige Diskussionen an den Einlassstellen. Die Diskussionen haben mit dem steigenden Pinpreis zugenommen. Meistens habe sich zwar eine Lösung gefunden, dennoch haben die Organisatoren beschlossen, dieses Jahr erstmals ausgesuchte Gewerke mit kostenlosen Pins auszustatten.

Das betrifft zum Beispiel ehrenamtliche Helfer von den Feuerwehren und dem Roten Kreuz, aber auch den Handwerker, der schnell noch einen Stromanschluss an einer Festbude prüfen muss. Nicht dazu zählen Wirte und Musiker. Für das nächste Jahr sind dann spezielle Arbeitspins oder Eintrittsbändchen für die ausgesuchten Gewerke geplant. "Da müssen wir noch einen Weg finden, dass es verträglich geht", sagt Lutz.

Die finanzielle Unterstützung des Festes hat sich auch der Rakoczy-Förderverein auf die Fahnen geschrieben. Rund 200 Mitglieder hat der Verein. Mit seinen Einnahmen erledigt er Anschaffungen für das Fest, die sonst nicht möglich wären. "Wir sind der Rakoczy-Geldgeber", sagt Vorsitzender Peter Krug. Einen sechsstelligen Betrag hat der Verein seit seiner Gründung investiert, zum Beispiel in historische Kutschen, Uniformen und Flaggen. Krug findet, dass sich viele Kissinger mit dem Fest identifizieren. Beim Förderverein stagnieren die Mitgliederzahlen allerdings seit einigen Jahren. "Ich vermisse es, dass man als Kissinger sagt, in den Verein gehe ich rein", sagt er.

Damit das Stadtfest auch in diesem Jahr wieder friedlich und ausgelassen verläuft, haben die Veranstalter erneut am Sicherheitskonzept gefeilt. So gibt es zum Beispiel weitere Durchsageeinheiten geben, über die die Organisatoren die Festbesucher überall in der Stadt und im Park erreichen. "Da sind wir jetzt flächendeckend", sagt Heynen. Auch sind mehr Ordner im Einsatz. Die Innenstadt ist während der Festtage in sechs Sektionen eingeteilt. In jeder dieser Sektionen werden ständig zwei Sicherheitskräfte eines privaten Wachdienstes auf Streife unterwegs sein. An bekannten neuralgischen Punkten werden zudem Sicherheitskräfte fest stationiert. Zudem gibt es seit letztem Jahr Fluchtwege-Fahnen, die den Besuchern im Erstfall den Weg weg von neuralgischen Punkten weisen. "Wir sind angehalten Fluchtwege auszuweisen und freizuhalten", erklärt er. Es müsse gewährleistet sein, dass die Leute im Ernstfall nicht in tote Gassen laufen.

Feuerwerk vom Flugplatz aus

Reagieren müssen Veranstalter, Feuerwehr und Behörden auch auf die extreme Trockenheit. Der Abschussplatz für Feuerwerk am Sonntagabend in der Au muss verlegt werden. Ursprünglich war er in der Nähe des ehemaligen Reiterstegs am Hallenbad angedacht. Das war aufgrund der sehr hohen Waldbrandgefahr nicht möglich, erläutert Johannes Hardenacke, Pressesprecher bei der Regierung von Unterfranken. "Der Schutzbereich für das beantragte Kaliber reicht in den Wald hinein", sagt er. Die Regierung, das zuständige Forstamt, Veranstalter, Feuerwerker und Feuerwehr haben sich deshalb darauf verständigt, den Abbrennplatz 300 Meter nördlich auf das Flugplatzgelände zu verlegen. "Der Schutzbereich zum Wald kann so eingehalten werden", teilt er mit. Vor Ort werde es weitere Schutzmaßnahmen geben. "Das Feuerwerk kann stattfinden und eine etwaige Brandgefahr ist ausgeschlossen", fasst Hardenacke zusammen.

Die Freiwillige Feuerwehr Bad Kissingen wird vier Löschfahrzeuge bereit halten. Der Platz soll wegen der Wasserknappheit nicht wie im Vorjahr vorab bewässert werden. "Dafür wären mehrere 1000 Liter nötig. Wir wollen den Wasserverbrauch minimieren", sagt Stadtbrandinspektor Harald Albert. Die Feuerwehr werde gezielt etwaige Glutnester suchen und löschen. Außerdem sei zu hoffen, dass der eine oder andere Schauer die Brandgefahr entschärft.

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