Bad Kissingen
Rakoczy-Fest

Rakoczy-Fest Bad Kissingen: Glorreiche Geschichte lebt wieder auf

Historische Kostüme tragen längst nicht nur die Darsteller von Fürst Ferenc Rákóczi oder Kaiserin Sisi, auch viele Gäste tauchen in die Blütezeit des Weltbades ein.
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Melanie und Michael Götz aus den Hassbergen nutzten alte Gemälde des preußischen Hofmalers Anton von Werner als Vorlage für ihre historischen Kostüme.  Fotos: Ralf Ruppert
Melanie und Michael Götz aus den Hassbergen nutzten alte Gemälde des preußischen Hofmalers Anton von Werner als Vorlage für ihre historischen Kostüme. Fotos: Ralf Ruppert
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Von Brüssel bis Wien, von Bad Godesberg bis Osnabrück: Das Rakoczy-Fest zieht jedes Jahr Menschen aus aller Welt nach Bad Kissingen. Und immer mehr von ihnen haben aufwändige Kostüme im Gepäck: Jürgen Wulf und Ortrud Beerhorst zum Beispiel sind große Fans der Stadt. Das Paar aus dem Eneppe-Ruhr-Kreis in Nordrhein-Westfalen hat am Rakoczy-Wochenende 2005 in Bad Kissingen geheiratet, seitdem kommen sie so gut wie jedes Jahr zum Rakoczy-Fest wieder.

Jürgen Wulf lernte das Kurbad mit seiner glorreichen Geschichte während einer Kur im Jahr 1999 kennen. Noch im selben Jahr kam er zusammen mit Ortrud Beerhorst zum Rakoczy-Fest wieder. Schnell waren sich beide einig: "Wenn wir heiraten, dann nur hier." Sechs Jahre später war es soweit: In historischen Kostümen schlossen sie im Bad Kissinger Standesamt den Bund fürs Leben. Seitdem haben sie sich weitere Kostüme zugelegt. "Meiner Frau passt auch hier Hochzeitskleid noch, aber wir ziehen uns zu den entsprechenden Anlässen um", berichtet Jürgen Wulf. Höhepunkt des Bad Kissinger Stadtfestes ist für beide der Festball bei Fürst Ferenc Rákóczi am Samstagabend. "Den lassen wir uns natürlich nicht entgehen", sagt der Rakoczy-Fest-Fan, während das Paar mit Prinzregent-Luitpold-Darsteller Peter Krug für eines der vielen Handy-Fotos posiert. Auch wenn sie nicht zu den offiziellen "Historischen" gehören, werden sie beim Flanieren oft um Aufnahmen gebeten.

Ihre Premiere beim Ball feierten dagegen Melanie und Michael Götz aus dem Landkreis Hassberge. "Ich war früher schon manchmal beim Rakoczy-Fest, aber meine Frau stammt aus dem Raum Ulm, gemeinsam waren wir im vergangenen Jahr zum ersten Mal hier", berichtet Michael Götz. Die vielen Kostüme hätten sie sehr begeistert, also machte sich Melanie Götz selbst ans Werk. Anregungen holte sich die Hobby-Schneiderin im Internet: Nach Porträts des preußischen Hofmalers Anton von Werner schneiderte sie für ihren Mann eine originalgetreue Offiziersuniform aus der Zeit um 1880. "Da habe ich ungefähr neun Monate immer wieder dran gearbeitet", erzählt sie. An ihrem eigenen Kleid schneiderte sie zusätzlich etwa ein halbes Jahr.

Gläser-Polonaise als Schaulauf

Die Mühe hat sich gelohnt: Bei der Gläser-Polonaise gab es viel Anerkennung für die Kostüme. Denn nach dem Einzug der Offiziellen machten sich auch heuer wieder die mehr 600 Gäste des Balles auf den Weg durch den Kurgarten, wo bereits mehrere tausend Schaulustige warteten. Angeführt wurde die Gläser-Polonaise von Quellenkönigin Alexandra I. und Fürst Ferenc Rákóczi sowie dem österreichischen Kaiser-Paar Sisi und Franz-Josef.

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