Premich
Grüngitter

Premich: Ein Esstisch für die Bienen

Statt Deutsch stand jetzt für die Drittklässler der Grundschule Premich Praktisches auf dem Stundenplan. Sie legten einen Blühwiesenstreifen für Bienen an.
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Die Drittklässler der  Grundschule Premich tun viel für die Insekten. Jetzt haben sie einen 20 Meter langen Blühstreifen angesät, quasi einen Esstisch für die Bienen. Foto: Gabriele Sell
Die Drittklässler der Grundschule Premich tun viel für die Insekten. Jetzt haben sie einen 20 Meter langen Blühstreifen angesät, quasi einen Esstisch für die Bienen. Foto: Gabriele Sell

"Die Bienen des Insektenhotels haben jetzt einen großen Esstisch vor der Tür", erklärte die Rektorin der Grundschule Burkardroth, Claudia Klaas, den Drittklässlern der Premicher Grundschule. Am Donnerstagmorgen hieß es für die Jungen und Mädchen nicht Deutschstunde, sondern einen weiteren Lebensraum für Insekten und Tiere schaffen. Nichts Neues für die Schüler, die bereits ein großes und viele kleine Insektenhotels, Samenbomben und Totholzhaufen hergestellt haben. Im Rahmen des BayernNetzNatur-Projekts Grüngitter wurde entlang des Zaunes am Schulsportplatz ein etwa 20 Meter langer Blühwiesenstreifen angelegt. Den Samen sponserte Projektmanagerin Jasmin Fidyka, die neben Klaas, der Kissinger Allianz-Managerin Beata Schmäling und Burkardroths Bürgermeister Waldemar Bug fleißig beim Säen mithalfen.

Fidyka erklärte den Schülern das große Naturschutzprojekt Grüngitter. "Wir wollen einen zusammenhängenden Verbund aus Lebensräumen für unsere heimischen Pflanzen und Tiere schaffen." Dabei seien auch kleine Lebensräume wie die Blühwiese für die Tiere vor unserer Haustüre wichtig. Die biologische Vielfalt sei notwendig für das gesamte Leben auf der Erde, sagte sie.

Projekt Grüngitter

Zur Umsetzung hat sich eine Trägergemeinschaft, bestehend aus 26 Mitgliedern, gebildet. Neben dem Landkreis Bad Kissingen (federführend), 18 Landkreis-Gemeinden, den beiden Allianzen Kissinger Bogen und Fränkisches Saaletal gehören der Gemeinschaft der Bund Naturschutz, der Landesbund für Vogelschutz, der Bayerische Bauernverband, der Landesverband Bayerischer Imker (alle Kreisverband Bad Kissingen), der Landschaftspflegeverband Bad Kissingen sowie der Bayerische Jagdschutz- und Jägerverband Hammelburg und der Jägerverein Bad Kissingen an. Das auf drei Jahre befristete Projekt (vorerst bis 30.09.2021) hat ein Fördervolumen von 825 000 Euro, das mit 75 Prozent aus dem Bayerischen Naturschutzfond gefördert wird.

Ziel des Projektes ist, den gegenwärtigen Gefährdungen - hoher Zerschneidungsgrad der Landschaft, Rückgang naturschutzfachlich wertvoller Grünflächen, zu hohe Einträge von Stickstoffverbindungen und Einsatz von Pestiziden, Monokulturen und fehlende Strukturvielfalt in der Agrarlandschaft sowie wachsende Naturentfremdung (insbesondere junge Generation) - entgegenzuwirken.

Man will deshalb auf der ganzen Fläche aktiv werden. Ein Biotopverbund auch in der "Normallandschaft" zwischen den hochwertigen Schutzgebieten, größeren Biotopkomplexen und ökologisch bedeutsamen Wäldern soll entwickelt werden.

Dies kann erfolgen durch Anlegen von Blüh- und Ackerwildkräuterflächen, Extensivierung von Grünland durch weniger Dünger- und Pestizideinsatz und Renaturierung von Gewässern. In den Gemeinden kann die Artenvielfalt durch weniger häufiges Mähen und Mulchen gefördert werden. Auch Privatpersonen können dazu beitragen: naturnahes Gärtnern, insektenfreundliche Stauden und Gehölze pflanzen oder etwas Wildnis im Garten zulassen.

Umweltbildungsmaßnahmen und eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit werden entsprechend durchgeführt.Quelle: Jasmin Fidyka, Projektmanagerin

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