Bad Bocklet

Postkutsche fährt auch weiterhin

Nach dem Ausstieg der Post AG kommen auf den Verein "Freunde der Postkutsche" Mehrkosten zu. Der Bezirk Unterfranken hat seine Förderung bereits erhöht, damit die Postkutsche auch künftig durch das Saaletal fahren kann.
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Nach dem überraschenden Aus der Unterstützung durch die Post AG für die Postkutsche kommen nun höhere Kosten auf den Verein zu. Der Bezirk hat für die Fortführung der Fahrten jetzt mehr finanzielle Unterstützung zugesagt. Archiv/Sigismund von Dobschütz
Nach dem überraschenden Aus der Unterstützung durch die Post AG für die Postkutsche kommen nun höhere Kosten auf den Verein zu. Der Bezirk hat für die Fortführung der Fahrten jetzt mehr finanzielle Unterstützung zugesagt. Archiv/Sigismund von Dobschütz

Hoch auf dem gelben Wagen reist heute niemand mehr zu Urlaubsdomizilen oder gar Geschäftsverhandlungen. Das ändert aber nichts an der Romantik, die mit dieser Art der Fortbewegung verbunden ist. Seit Sommer 1950 fährt eine Postkutsche von Mai bis Oktober zweimal wöchentlich von Bad Kissingen durchs Saaletal nach Bad Bocklet und Schloss Aschach. Die Bad Kissinger Postkutsche ist die einzige ihrer Art und die letzte Linie der Deutschen Post - und ein touristisches Wahrzeichen der Region.

Nach 70 Jahren solle damit aber Schluss sein, befand die Deutsche Post AG und kündigte 2018 die Vereinbarung zur Förderung des historischen Postkutschenbetriebs. Eine einmalige Zahlung in Höhe von 5000 Euro sollte für das Betriebsjahr 2019 ein letztes Mal in die Schatulle des Vereins "Freunde der Postkutsche Bad Kissingen - Bad Bocklet" fließen.

Dem Verein gehören die Stadt (34 Prozent) und der Landkreis Bad Kissingen (22 Prozent), die Bayerisches Staatsbad Bad Kissingen GmbH und der Bezirk Unterfranken (je 15 Prozent), der Markt Bad Bocklet und die Bockleter Touristik und Staatsbad GmbH (je 7 Prozent), die sich jetzt die Kosten alleine teilen müssen. Nach dem überraschenden Aus der Unterstützung durch die Post AG kommen nun höhere Kosten auf den Verein zu. In seiner Sitzung am Donnerstag beschloss daher der Kulturausschuss des Bezirks Unterfranken, seine Verlustbeteiligung an der Postkutsche rückwirkend ab dem Jahr 2019 von bisher 10 auf künftig 15 Prozent des Jahresrechnungsergebnisses des Vereins "Freund der Postkutsche" zu erhöhen. Für das zurückliegende Jahr bedeutet dies für den Bezirk einen Verlustanteil von knapp 10 000 Euro. Den Verantwortlichen der Deutschen Post AG wollen die Bezirksrätinnen und Bezirksräte aber eine alte Volksweisheit ins Stammbuch schreiben: "Wer seine Vergangenheit nicht ehrt, verliert die Zukunft", oder wie es Friedensreich Hundertwasser auch ausdrückte: "Wer seine Wurzeln vernichtet, kann nicht wachsen!" In diesem Sinne wird Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel noch einmal versuchen, die Post AG zu einer weiteren Förderung der Postkutsche zu bewegen.

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